Neue Crashs am LHC CERN Partikelbeschleuniger läuft wieder

Redakteur: Sebastian Gerstl

Der Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) ist wieder angelaufen. Nun prallen am europäischen Forschungszentrum CERN Teilchen mit einer Rekordenergie von 13 TeV (Tera-Elektronenvolt) aufeinander. Wissenschaftler erhoffen sich daraus neue Erkenntnisse zum Higgs-Boson.

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Seit der Entdeckung des Higgs-Teilchens, das anderen Elementteilchen ihre Masse verleiht, wurden die Beschleuniger und Detektoren des LHC generalüberholt. Nun erhofft sich das europäische Wissenschaftsteam, darunter auch Teilchenphysiker des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), weitere Entdeckungen und Erkenntnisse.

„Mit der nochmal fast doppelten Energie von 13 TeV macht der LHC einen immensen Satz nach vorne im Vergleich zu der ersten Laufzeit," sagt Prof. Thomas Müller vom Karlsruher Institut für Technologie, der Sprecher der deutschen Forschungsgruppen am CMS-Experiment, einem der beiden Vielzweckdetektoren am LHC. "Gleichzeitig wird in den nächsten Wochen auch die Intensität der Strahlen steigen. Das ist extrem spannend und gibt uns erneut die Chance, etwas wirklich Neues zu finden.“

An allen vier Detektoren, die wieder am LHC zum Einsatz kommen, haben deutsche Arbeitsgruppen erhebliche Beiträge zum Bau und nun zur Wartung für die neue Datennahme geleistet. „Das hat die Voraussetzung dafür geschaffen, das Higgs-Boson besser kennenzulernen und neue Teilchen zu finden,“ sagt Prof. Müller.

Von der jetzt begonnenen Laufzeit des LHC mit der neuen, welthöchsten Kollisionsenergie versprechen sich die Forscher neue Einblicke in das Standardmodell der Teilchenphysik. Auch erhofft man sich Erkenntnisse über bisher nicht näher bekannte Phänomene, die etwa Erklärungen für die rätselhafte Dunkle Materie liefern könnten. Letztere macht einen Großteil des Energieinhalts unseres Universums aus.

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