Funkstörungen Bundesnetzagentur zog 2016 fast 1 Mio. funkende Produkte aus dem Verkehr

Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr 986.000 Produktangebote im Netz gesperrt, weil hier Geräte vertrieben wurden, die nicht den zugelassenen Grenzwerten entsprachen. Durch deren Einsatz drohen unter anderem Störungen an anderen Systemen in der Umgebung, die auf Funk-Übertragungen setzen. Ein Großteil der unzureichenden Funkprodukte stammt aus China.

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Die Bundesnetzagentur hat im Jahr 2016 bei 537 Internetanbietern Angebote beendet, weil die Produkte Funkstörungen und elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachen können. Betroffen waren insgesamt rund 986.000 Produkte.
Die Bundesnetzagentur hat im Jahr 2016 bei 537 Internetanbietern Angebote beendet, weil die Produkte Funkstörungen und elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachen können. Betroffen waren insgesamt rund 986.000 Produkte.
(Bild: DSC02605.JPG / Celeste Hutchins / BY 2.0)

Wie die Behörde selbst angibt, erhielten insgesamt 537 Vertriebsplattformen und Webshops Aufforderungen, bestimmte Artikel aus ihrem Sortiment zu nehmen. "Ein steigender Anteil der Produkte, die wir aus dem Verkehr ziehen müssen, stammt aus China," gibt erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, an. "Die Produkte können Funkstörungen verursachen und dürfen in der EU nicht vertrieben und betrieben werden."

Einen der Gründe für die immer weitere steigende Zahl nicht zugelassener Produkte ist der immer einfacher werdende Direktimport aus Fernost. Der hiesige Anbieter übernimmt dann nur noch eine Vermittlerrolle und die Waren kommen direkt vom Produzenten in China. Dies dürfte damit zusammenfallen, dass der klassische Einzel-Shop eine immer geringere Rolle spielt und stattdessen große Plattformen diverse einzelne Anbieter auf sich vereinen.

Auffällig oft entsprechen sogenannte FM Transmitter nicht den Anforderungen. Das sind Geräte, die Musik zum Beispiel vom Smartphone per UKW-Funk zu einem Radio in der Nähe übertragen, das die Musik dann wiedergibt. Für 744.000 Produkte dieser Kategorie sperrte die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr den Vertrieb übers Internet. Die Geräte nutzen zum Beispiel unzulässig hohe Sendeleistungen oder falsche Frequenzen.

Darüber hinaus stoppte die Behörde 2016 den Vertrieb von insgesamt 201.000 Funkkopfhörern, da diese auf Frequenzen arbeiteten, die hierzulande für andere, meist sicherheitsrelevante Dienste reserviert sind. Consumer-Endprodukte, die auf diesen Frequenzen arbeiten, sind hierzulande nicht zugelassen. Als neue Kategorie kamen die immer populärer werdenden Flugdrohnen hinzu: Insgesamt sperrte die Bundesnetzagentur den Vertrieb für 21.000 Drohnen wegen "erheblicher administrativer Mängel".

Zu den weiteren Kategorien, in denen die Behörde im vergangenen Jahr Produkte aus dem Verkehr zog, zählen in deutlich geringerem Ausmaß Mit geringerem Anteil waren das zum Beispiel Handfunkgeräte, QI Wireless Ladegeräte, Funksteckdosen und Ultraschallgeräte. Neben dem Störpotential auf Funkfrequenzen zählte häufig ebenfalls Stromschlaggefahr zu den Gründen, aus denen Produkte aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Agentur empfiehlt daher grundsätzlich, beim Kauf von Geräten darauf zu achten, dass diese CE-gekennzeichnet sind.

Die Bundesnetzagentur arbeitet bei der Marktüberwachung intensiv mit dem Zoll zusammen, der bei der Einfuhr auffällige Produkte feststellt. Von den Zollbehörden kamen 2016 über 10.000 Meldungen über verdächtige Warensendungen, die insgesamt rund 270.000 Produkte umfassten. In 88 Prozent der Fälle habe man dabei keine Freigabe erteilen können, da die Geräte hiesigen Anforderungen nicht genügten.

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