Kritische Schwachstellen BSI warnt: Mindestens 17.000 Microsoft-Exchange-Server in Deutschland angreifbar

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt basierend auf den Ergebnissen einer Untersuchung vor kritischen Schwachstellen in deutschen Microsoft-Exchange-Servern. Betroffen könnten mehr als 17.000 Server sein. Schuld ist Schlampigkeit beim Einspielen von Sicherheits-Updates.

Deutsche Microsoft-Exchange-Server weisen in vielen Fällen kritische Schwachstellen auf, warnt das BSI.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Deutsche Microsoft-Exchange-Server weisen in vielen Fällen kritische Schwachstellen auf, warnt das BSI.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ruft die orangefarbene Stufe für die IT-Bedrohungslage in Deutschland aus. Der Grund: Mehr als 17.000 Microsoft-Exchange-Server weisen eine oder mehrere kritische Schwachstellen auf, weil die Betreiber der Server nicht regelmäßig notwendige Sicherheits-Updates durchführen.

Microsoft Exchange Server ist eine Messaging-Plattform, die von Unternehmen für die Verwaltung von E-Mails, Kalendern, Kontakten und Aufgaben verwendet wird. Im Wesentlichen ermöglicht der Exchange-Server die Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb einer Organisation durch die Bereitstellung von verschiedenen Diensten. Weiterhin bietet Exchange Server Funktionen für Sicherheit, Datenschutz, Compliance und Hochverfügbarkeit, um die Zuverlässigkeit und den Schutz der Unternehmenskommunikation zu gewährleisten. Exchange kann sowohl vor Ort als auch in der Cloud bereitgestellt werden und wird häufig mit anderen Microsoft-Produkten wie Outlook, SharePoint und Teams integriert, um eine nahtlose Benutzererfahrung zu ermöglichen.

Einer Untersuchung des BSI zufolge aber scheinen sich längst nicht alle Sysadmins regelmäßig um Sicherheits-Updates und die sichere Konfiguration der Instanzen zu kümmern, beziehungsweise um Upgrades von noch von Microsoft unterstützten Versionen. In der BSI IT-Sicherheitsinformation heißt es: „Aktuell werden in Deutschland rund 45.000 Microsoft-Exchange-Server mit offen aus dem Internet erreichbarem Outlook Web Access (OWA) betrieben. Nach Erkenntnissen des BSI laufen davon ca. 12% noch mit Exchange 2010 oder 2013. Für diese Versionen werden bereits seit Oktober 2020 bzw. April 2023 keine Sicherheitsupdates mehr zur Verfügung gestellt.“

Die Update-Lust ist verhalten

Auch aktuelle Exchange-Versionen helfen nicht unbeobachtet weiter, wenn Sicherheits-Updates nicht von den Systemadministratoren eingespielt werden. Rund 25 Prozent aller Exchange-Server in Deutschland sind nicht auf aktuelle Patch-Versionen aktualisiert worden und bieten deswegen eine oder gleich mehrere kritische Schwachstellen, die für RCE-Angriffe verwundbar sind (Remote Code Execution).

„Am 13.02.2024 wurde eine weitere kritische Schwachstelle in Exchange bekannt (CVE-2024-21410). Diese wird jedoch nicht durch einen Patch geschlossen. Stattdessen kann die Ausnutzung der Schwachstelle unter anderem durch Aktivierung der „Extended Protection for Authentication“ (EPA) verhindert werden. Die Anfälligkeit eines Servers für diese Schwachstelle hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, die von außen nicht eindeutig bewertet werden können. Das Cumulative Update 14 für Exchange 2019 aktiviert die Extended Protection standardmäßig. Dieses Update ist auf ca. 15% der Exchange-Server in Deutschland installiert“, halten die Leute vom BSI außerdem fest.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf!“

37 Prozent oder etwa 17.000 Exchange-Server in Deutschland sind stark gefährdet, möglicherweise sogar noch mehr, weil die zuvor erwähnte Extended Protection nicht aktiviert wurde. Schon im Jahr 2021 warnte das BSI vor der Ausnutzung kritischer Schwachstellen in Microsoft Exchange und rief damals gar die IT-Bedrohungslage rot aus.

Zur aktuellen Situation äußert sich Claudia Plattner, Präsidentin des BSI: „Dass es in Deutschland von einer derart relevanten Software zigtausende angreifbare Installationen gibt, darf nicht passieren. Unternehmen, Organisationen und Behörden gefährden ohne Not ihre IT-Systeme und damit ihre Wertschöpfung, ihre Dienstleistungen oder eigene und fremde Daten, die womöglich hochsensibel sind. Cybersicherheit muss endlich hoch oben auf die Agenda. Es besteht dringender Handlungsbedarf!“ (sb)

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