Softwaredefinierte Fertigung Milliardenumsatz mit Fabriksoftware angepeilt

Von Ralf Steck 3 min Lesedauer

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Eine Milliarde Euro im Jahr 2030 – Bosch Industrietechnik machte diese Woche auf einer Pressekonferenz in der Ulmer Modellfabrik eine selbstbewusste Ansage. So viel Umsatz will das Unternehmen mit Software und softwarebezogenen Services für Fabriken machen.

Über ein Tablet werden alle Funktionen der digitalen Modellfabrik gesteuert - von den  Maschinen bis hin zu Beleuchtung und Bildpräsentation.(Bild:  photodesign armin buhl)
Über ein Tablet werden alle Funktionen der digitalen Modellfabrik gesteuert - von den Maschinen bis hin zu Beleuchtung und Bildpräsentation.
(Bild: photodesign armin buhl)

Das Angebot besteht aus drei Bereichen: Bosch Rexroth bietet mit ctrlX Automation stark wachsendes Ökosystem für die Fabrikautomation. Software aus dem Nexeed-Portfolio von Bosch Connected Industry kommt bei Kunden ebenso wie in etwa 150 Bosch-Werken zum Einsatz. Und schließlich bildet das Softwareportfolio des Bosch Semantic Stack die Basis für Digitale Zwillinge von Produkten.

CtrlX OS ist das Betriebssystem der Fertigung

Erst fünf Jahre besteht das offene Automatisierungssystem ctrlX Automation von Bosch Rexroth. In dieser Zeit konnten über 2.000 Kunden gewonnen werden. Über 100 Partnerunternehmen erweitern das Lösungsangebot der CtrlX World um Software und Hardware.

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Über seinen ctrlX OS Store bietet das Unternehmen inzwischen mehr als 80 Apps an. Das Angebot reicht von Kommunikations- und IoT-Lösungen bis zu Vision- und Engineering-Apps, die alle von Bosch Rexroth validiert werden. Etwa die Hälfte der Apps stammt von Third-Party-Anbietern.

Bindeglied zwischen OT und IT: Nexeed

Bosch Connected nennt seine Industry Industrie-4.0-Software Nexeed „das Gehirn der smarten Fabrik.“ Nexeed bildet sozusagen die Softwareschicht zwischen OT und IT, steuert einerseits die Fertigung und schafft andererseits Transparenz über das, was in der Fertigung vor sich geht.

Da Bosch die Softwarelösungen in etwa 150 eigenen Fabriken nutzt, kann das Unternehmen belegbare Zahlen liefern: Im Ergebnis werden Fabriken um bis zu 25 Prozent produktiver, die Verfügbarkeit von Maschinen wird um bis zu 15 Prozent erhöht, während sich Wartungskosten um bis zu 25 Prozent reduzieren. Nexeed ist darüber hinaus auch bei internationalen Kunden wie Sick und Osram im Einsatz.

Mit Nexeed haben alle in der Fertigung Verantwortlichen genau die Informationen, die sie benötigen. Fertigungsmitarbeiter werden unter anderem mithilfe künstlicher Intelligenz direkt an der Maschine unterstützt. In der Modellfabrik wurde gezeigt, wie ein Mitarbeiter per App und Spracheingabe Vorfälle an einer Station aufnehmen, ins digitale Schichtbuch eintragen und die Folgeschicht informieren kann. Zudem kann die KI nach ähnlichen Situationen suchen und Lösungsvorschläge präsentieren.

Semantic Stack macht Daten zu digitalen Zwillingen

Die Lösung liefert unter anderem auch Daten für den Bosch Semantic Stack. Dessen Software-Portfolio schafft einen semantischen Daten-Layer, der Produktdaten entlang des Lebenszyklus für Mensch und Maschine verständlich macht, einem digitalen Zwilling zuordnet und so die Daten für Entscheidungen nutzbar macht.

Bosch nutzt die Lösung selbst und hat unternehmensweit bereits mehr als 400 Millionen Digitale Zwillinge von seinen Produkten erstellt. Dank dieser können Daten einfacher und sicherer auch über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden.

Norbert Jung präsentierte als Beispiel den digitalen Batteriepass, der ab dem Jahr 2027 in der EU für alle Batterien für Fahrzeuge und Industrie mit mehr als zwei Kilowattstunden Kapazität vorgeschrieben ist. Der Batteriepass enthält eine Vielzahl von Daten über den gesamten Batterielebenszyklus.

Hier bietet Bosch den Battery Passport an, ein Modul des Bosch Semantic Stack. Dieser erfüllt die gesetzlichen Anforderungen und erstellt automatisiert mit Hilfe von Digitalen Zwillingen die notwendigen Batteriepässe für eine durchgängige Datentransparenz über den gesamten Lebenszyklus.

Auch wenn die Bestandteile des präsentierten Portfolios schon bekannt sind, zeigen CtrlX Automation, Nexeed und Semantic Stack im Zusammenwirken, was die Lösungen der Zukunft ausmacht: Daten werden erzeugt, angereichert, miteinander verknüpft und wieder genutzt, um den Prozess zu optimieren. Die Modellfabrik in Ulm ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie die Lösungen zusammenarbeiten.

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