Batteriespeicher-Kraftwerke helfen unter anderem bei der Abfederung von Schwankungen in der Energienachfrage, um das Netz stabil zu halten. In Niedersachsen entsteht bis 2025 die bislang größte Batteriegroßspeicher-Anlage Deutschlands – und Europas.
Europas bislang größte Batteriegroßspeicher-Anlage in Alfeld (Leine), Niedersachsen, wurde genehmigt.
(Bild: Kyon Energy)
Sofern es uns gelingen soll, die Energiewende in Deutschland durchzusetzen, sind Batteriespeicher ein essenzieller Teil dieser Strategie, der nicht vernachlässigt werden darf. Die Speicherung ermöglicht die tiefgreifende Dekarbonisierung von Stromsystemen und Batteriespeicher können verwendet werden, um Spitzenlasten im Stromnetz auszugleichen.
Da Solar- und Windenergie wetterabhängig produziert wird, ermöglichen Batteriespeicher die Speicherung überschüssiger Energie bei hoher Verfügbarkeit und deren Abgabe bei Bedarf, unabhängig von den aktuellen Umweltbedingungen. Dazu dienen Batteriespeicher als Backup-Systeme bei Ausfällen und können den Frequenzausgleich im Stromnetz unterstützen, um die Netzqualität zu verbessern.
Durch den Einsatz von Batteriespeichern können Netzbetreiber den Bedarf an teuren Netzausbauprojekten reduzieren, indem sie Engpässe im Netz gezielt abfedern. Rundum sind Batteriespeicher eine gute Idee, um Versorgungssicherheit zu bieten und die Effizienz zu erhöhen.
Mit Blick darauf gab’s im November 2023 vom Projektentwickler für Batteriegroßspeicher Kyon Energy eine positive Nachricht: Im niedersächsischen Alfeld an der Leine soll bis 2025 der deutschland- und europaweit größte Batteriegroßspeicher entstehen. Allein dieser Speicher soll bei der Fertigstellung, die für Ende 2025 geplant ist, 137,5 MW Speicherleistung und 275 MWh Speicherkapazität für das deutsche Stromnetz erbringen. Rein rechnerisch, so teilt Kyon mit, könnten damit eine Million Haushalte für eine Stunde mit Strom versorgt werden.
Kyon packt an – gemeinsam mit Obton
Bereits in den vergangenen zwei Jahren hat Kyon Speicherprojekte mit einer Leistung von über 120 Megawatt in Betrieb genommen, und es liegen nach eigenen Angaben weitere Genehmigungen für knapp ein halbes Gigawatt Speicherleistung vor. „So wird Kyon Energy für den weiteren Zubau von etwa der Hälfte des aktuellen Speichermarktes in Deutschland (rund 1,17 GW) sorgen“, teilt das Unternehmen mit.
Diese Speicherprojekte sind Teil eines im Frühjahr 2023 geschlossenen Rahmenvertrags mit dem dänischen Investor Obton, wie die Verantwortlichen von Kyon im Dezember 2023 veröffentlicht haben. „Nach den erfolgreichen Transaktionen zweier Speicherprojekte in Tangermünde, Sachsen-Anhalt (15,8 MW / 35 MWh) und Karstädt, Brandenburg (20,7 MW / 41,4 MWh), markiert der jüngste Verkauf von Europas größtem Batteriespeichers in Alfeld, Niedersachsen (137,5 MW/275 MWh) bereits das dritte Projekt, das Kyon Energy in diesem Jahr an den dänischen Investor übertragen hat. Ein viertes Projekt mit einer Speicherleistung von 20, 7 MW soll bis Ende 2023 eingebracht werden“, heißt es aus der Pressemitteilung. Bis zum Jahr 2026 sollen Batteriespeicher mit insgesamt 600 Megawatt Leistung aus der Kooperation zwischen Kyon und Obton entstehen.
Kyon Energy übernimmt dabei die gesamte Projektierung der Batteriespeicherprojekte, inklusive der Standortentwicklung und der Netzanschlussplanung, der Baurechtsentwicklung und der Layoutauslegung. Die Entwicklung des Geschäftsmodells und die Generalunternehmerschaft bis hin zur schlüsselfertigen Inbetriebnahme der Batteriespeicher werden die Parteien gemeinsam abwickeln. Obton bringt zusätzlich die Finanzierung der Projekte und den Betrieb der fertiggestellten Batteriespeicher in die Partnerschaft ein.
Wie hoch ist der Speicherbedarf in Deutschland?
Dass die Bundesregierung auf Initiativen pocht, die unter anderem die Technologie des bidirektionalen Ladens zur Marktreife bringen sollen, ist wenig verwunderlich - auch die Batterien von E-Fahrzeugen könnten als mobiler Energiespeicher genutzt werden. Die vormals genannte Analyse des Fraunhofer ISE schätzt etwa, dass Deutschland bis zum Jahr 2030 einen gesamten Speicherbedarf von 104 GWh, bis 2045 von 180 GWh abdecken muss.
Immerhin spielen in die Speicherkapazitäten auch Heimspeichersysteme mit hinein, die laut der Marktanalyse von 2018 immerhin rund 415 MW Leistung und 930 MWh Kapazität böten. Großspeicherprojekte werden allerdings den Hauptanteil bieten müssen.
Auch an anderer Stelle hat sich was getan: Anfang 2023 wurde in Lingen und Werne das Batteriespeicherprojekt der RWE mit einer Gesamtleistung von 117 MW fertiggestellt, das an Laufwasserkraftwerke an die Mosel gekoppelt wurde. In diesem System wurden insgesamt an beiden Standorten in Emsland in 47 Übersee-Containern 420 Lithium-Ionen-Batterieracks verbaut.
Stand: 08.12.2025
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Im zweiten Halbjahr 2024 soll außerdem an den RWE-Standorten Neurath und Hamm ein weiteres Batteriespeicherprojekt mit einer Kapazität von 220 MW und 235 MWh fertiggestellt werden. Dafür werden 690 Batterieschränke verbaut. (sb)