Schwarzmarkt im Internet Betreiber von deutschsprachiger Darknet-Plattform in Karlsruhe festgenommen
Der mutmaßliche Betreiber einer Darknet-Plattform ist in Karlsruhe festgenommen worden. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) vom Montag soll über das Internetforum auch der Verkauf der bei dem Amoklauf in München im Juli 2016 eingesetzten Waffe abgewickelt worden sein.
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Der 30-jährige Verdächtige aus Karlsruhe soll seit 2013 alleiniger Administrator der einer als Forum aufgebauten Darknet-Plattform gewesen sein, über die zahlreiche illegale Geschäfte, insbesondere mit Drogen und Waffen abgewickelt wurden. Darüber hinaus konnten über die Plattform nach Angaben des BKA auch Falschgeld, gefälschte Personalausweise und Bankkonten, ausgespähte Kreditkartendaten sowie Kundenkonten auf Internethandelsplattformen erlangt werden.
Heise Online hat das betreffende Portal als ein phpBB-Forum identifiziert, das unter dem Namen "Deutschland im DeepWeb" (DiDW) aufgetreten ist. Vordergründig diente die Plattform dem Meinungsaustausch, allerdings wurde boten auch viele Händler illegale Waren im direkten Kontakt potentiellen Kunden an. In dieser Hinsicht unterschied sich das Portal von anderen bekannten Darkweb-Marktplätzen wie der berüchtigten "Silkroad". Während das Bundeskriminalamt die Zahl der Mitglieder der Darweb-Plattform mit 20.000 beziffert, kommt die Zählung von Heise Online auf etwa 35.000.
Der Festnahme des Tatverdächtigen am Donnerstagabend gingen laut BKA monatelange verdeckte Ermittlungen voraus. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellten Einsatzkräfte zahlreiche Beweismittel, insbesondere Computer, Datenträger und geringe Mengen Betäubungsmittel sicher. Auch der Server wurde beschlagnahmt.
Der Beschuldigte ist am 09. Juni 2017 dem Haftrichter am Amtsgericht Karlsruhe vorgeführt worden, der einen bereits erlassenen Haftbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen des Verdachts der Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Waffen und Betäubungsmitteln verkündet hat. Der Beschuldigte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Bei einem Amoklauf in München hatte ein 18-Jähriger am 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen. Der mutmaßliche Waffenhändler war bereits im August in Marburg festgenommen worden. Ermittlungen hatten ergeben, dass der Kontakt zwischen dem Händler und dem Amokschützen über die Darknet-Plattform zustande gekommen war.
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