Sicherheit von Schlüsseltechnologien TSMC-Spionage: Wie Ingenieure 2-nm-Geheimnisse weitergaben

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Im Juli 2025 deckte TSMC einen Fall von Industriespionage auf und zeigte ihn bei der Oberstaatsanwaltschaft an. Drei aktive und ein ehemaliger Mitarbeiter sollen vertrauliche Dokumente weitergegeben haben, die als nationale Kerntechnologie eingestuft waren und Informationen zu TSMCs 2-nm-Prozessen enthielten. Ihnen droht Haft.

Die 12-Zoll-Waferfabriken, darunter Fab 12 (im Bild), sind das Rückgrat der fortschrittlichen Produktion von TSMC und unterstützen Knoten mit einer Größe von nur 3 nm und weniger, die für Hochleistungsrechner und KI-Anwendungen von Bedeutung sind.(Bild:  TSMC)
Die 12-Zoll-Waferfabriken, darunter Fab 12 (im Bild), sind das Rückgrat der fortschrittlichen Produktion von TSMC und unterstützen Knoten mit einer Größe von nur 3 nm und weniger, die für Hochleistungsrechner und KI-Anwendungen von Bedeutung sind.
(Bild: TSMC)

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist einer der fortschrittlichsten Hersteller von Halbleitern, und entsprechend begehrt sind von Wettbewerbern Informationen zu den Prozessen beim Foundry-Giganten – insbesondere zu den 2-nm-Prozessen, die noch in diesem Jahr in die Massenproduktion gehen sollen. Am 8. Juli 2025 reichte TSMC Anzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft Taiwans ein, nachdem interne Untersuchungen einen Datenabfluss bestätigt hatten.

Da der Fall Kerntechnologien betraf, die für Taiwans industrielle Lebensader von entscheidender Bedeutung sind und eine ernsthafte Bedrohung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Halbleiterindustrie darstellen, wurden die Straftaten der Angeklagten als besonders schwerwiegend eingestuft. Was ist aber überhaupt geschehen?

Industriespionage für geschäftliche Vorteile

Drei TSMC-Ingenieure mit den Nachnamen Wu, Ge und Liao wurden infolge der Anzeige festgenommen. Während der Verhöre erhärteten sich die Anklagepunkte der Staatsanwälte: Verstöße gegen das Nationale Sicherheitsgesetz in Bezug auf die unerlaubte Nutzung nationaler Schlüsseltechnologien sowie ein Fall von Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen, berichtet Economic Daily News (via Trendforce). Den Ingenieuren drohen Haftstrafen zwischen 7 und 14 Jahren.

Tatsächlich soll Folgendes geschehen sein: Ein ehemaliger TSMC-Yield-Ingenieur aus Fab 12 mit dem Nachnamen Chen habe nach seinem Arbeitsplatzwechsel zu Tokyo Electron weiterhin Kontakt zu Wu, Ge und Liao unterhalten. „Herr Chen war mit den verschiedenen Maßnahmen zum Schutz vertraulicher Informationen bei TSMC bestens vertraut und wusste genau, wie streng TSMC die Einhaltung von Vertraulichkeitsvereinbarungen durch seine Lieferanten handhabt“, so Economic Daily News.

Dennoch soll er seine Kontakte genutzt haben, um Zugriff auf zwölf Seiten Dokumente zu erhalten, die nationale Schlüsseltechnologie-Geheimnisse enthielten. „Chen fotografierte und vervielfältigte diese Materialien, damit Tokyo Electron die Leistung seiner Ätzgeräte überprüfen und verbessern konnte, um sich so die Qualifikation für die Lieferung von Ätzgeräten für die 2-nm-Massenproduktion von TSMC zu sichern“, heißt es weiter. Beobachter gehen davon aus, dass Chen als zentrale Figur besonders schwer belastet ist. (sb)

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