SMD-Bestückung Bei Fehlern sofort reagieren mit 3D-AOI

Autor / Redakteur: Dr. Julia Stadter * / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Ginzinger electronic systems setzt bei der Automatisierung auf ein AOI-System von KohYoung und kann somit genau nachweisen, dass die elektronischen Baugruppen exakt gefertigt wurden.

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Bild 1: Mit dem neuen Inline-AOI ist ein Regelkreis etabliert worden, der ein unmittelbares Feedback an den Bediener gibt.
Bild 1: Mit dem neuen Inline-AOI ist ein Regelkreis etabliert worden, der ein unmittelbares Feedback an den Bediener gibt.
(Bild: Ginzinge)

Jeder kennt dieses unangenehme Geräusch, wenn der Zahnarzt seinen Bohrer ansetzt, um dem Karies den Garaus zu machen. Dafür, dass der Bohrer genau seinen Dienst tut und das schmerzvolle Bohren möglichst kurz ausfällt, sorgt eine sensible Elektronik in seinem Inneren. Solche und andere elektronische Baugruppen fertigt und entwickelt das österreichische Unternehmen Ginzinger electronic systems aus Weng im Innkreis. Mit einem neuen 3D-AOI von KohYoung kann die Firma nun genau nachweisen, dass die elektronischen Baugruppen exakt gefertigt wurden.

Ginzinger electronic systems ist seit über 20 Jahren Ansprechpartner für die maßgeschneiderte Entwicklung und Fertigung von Embedded-Linux-Lösungen und kundenspezifischen Anwendungen in Hard- und Software. Als Embedded-Linux-Systemintegrator besteht die Firmenmission darin, Kosten- Energie- und Platzvorteile intelligenter Produkte, die sich in der Konsumelektronik bewährt haben, für industrielle Anwendungen nutzbar zu machen.

Vom Scaler für Zahnärzte über Skischleifmaschinen bis hin zur Pelletsheizung reicht die Produktpalette. „Unsere Baugruppen stecken beispielsweise auch in der Bahn-Sicherheitstechnik, da dürfen keine Fehler auftreten. Schlupf wäre eine Katastrophe“, erklärt Christian Zauner, Produktionsleiter bei Ginzinger. In diesen sensiblen Bereichen gebe es hohe Anforderungen an Produkte, da stehe die Qualität im Vordergrund. Deshalb wird jeder Fehler getrackt und protokolliert. „Mit dem AOI von KohYoung funktionieren 90 Prozent unserer Produkte beim ersten Durchlauf ohne Fehler, wir haben also eine gute First Pass Yield Quote“, erklärt der Fertigungsleiter.

Hohe Anforderungen aufgrund eines hohen Produktmix

„Wir hatten bisher ein 10 Jahre altes 2D-AOI, das als Insel betrieben wurde, da war ein gewisser Schlupf vorhanden“, begründet Zauner die Investition in ein 3D-Messsystem von KohYoung. Zudem wollte er die Durchlaufzeit verkürzen, die Produktivität steigern und eine geringere Nachbearbeitungsquote erreichen.

Die besondere Anforderung an ein automatisches optisches Inspektionssystem stellte auch der hohe Produktmix bei 350 aktiven Baugruppen dar. Mit dem neuen Inline-AOI ist nun ein Regelkreis etabliert worden, der ein unmittelbares Feedback an den Bediener gibt: „Wir können nun bei Fehlern sofort reagieren und in den Prozess eingreifen, damit nicht hintereinander mehrere Leiterplatten mit demselben Fehler produziert werden“, erklärt Zauner.

Um das für die Fertigung im Hause Ginzinger optimale AOI zu finden, definierten Christian Zauner und seine Mitarbeiter ihre Anforderungen in einem Lastenheft. Sie wählten vier Anbieter, darunter KohYoung, aus. Um die AOIs zu qualifizieren, entwickelten sie ein umfangreiches Testboard mit kritischen Komponenten und Fehlern. „Bei der Demo im Hanauer Schulungszentrum von SmartRep hat uns sofort die schnelle Programmierung der KohYoung-Anlage überzeugt“, erinnert sich Zauner. „Das System fand alle Fehler, die wir in das Testboard eingebaut hatten – und sogar einen, der uns noch gar nicht aufgefallen war“, sagt der Produktionsleiter. „Wir hatten bei der Demo gleich ein gutes Bauchgefühl.“ Das Lastenheft gab dem Gefühl dann Recht.

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