Rohstoffe für die Elektronik BDI-Präsident fordert mehr Rohstoffsouveränität

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Auf dem BDI-Rohstoffkongress forderte BDI-Präsident Siegfried Russwurm eine stärkere Rohstoffsouveränität und kritisierte die politischen Versäumnisse. Doch wie realistisch sind die Pläne, und was bedeutet das für Deutschland und die Elektronikbranche?

BDI-Präsident Siegfried Russwurm fordert eine Rohstoffsouveränität für Deutschland.(Bild:  BDI/Christian Kruppa)
BDI-Präsident Siegfried Russwurm fordert eine Rohstoffsouveränität für Deutschland.
(Bild: BDI/Christian Kruppa)

Der Ruf nach mehr Rohstoffsouveränität und weniger Abhängigkeit von internationalen Lieferketten wird immer lauter. Die deutsche Industrie ist stark von kritischen Rohstoffen abhängig, doch trotz vieler Ankündigungen blieb es bisher oft bei symbolischen Maßnahmen.

Im globalen Wettlauf um Ressourcen investieren andere Länder wie China und die USA massiv und sichern sich zunehmend strategische Rohstoffquellen. Der aktuelle politische Fokus auf europäische Abbau- und Recyclingkapazitäten, so wichtig er ist, wird durch zögerliches Handeln und hohe Energiepreise erschwert. Damit stellt sich eine zentrale Frage: Schafft es Deutschland, sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien und tatsächlich eine resiliente Rohstoffbasis aufzubauen - oder bleiben diese Forderungen Wunschdenken?

Deutschland ist zu stark von Rohstoffimporten abhängig

BDI-Präsident Siegfried Russwurm betonte die Notwendigkeit, die Rohstoffsouveränität Deutschlands und Europas gezielt zu stärken. Derzeit ist Deutschland in hohem Maße von Rohstoffimporten abhängig, insbesondere bei kritischen Metallen wie Lithium und Seltenen Erden, die für Halbleiter oder Batterien benötigt werden.

Diese Abhängigkeit ist gefährlich, da geopolitische Spannungen - etwa durch Exportstopps - die Versorgung mit wichtigen Materialien gefährden können. Russwurm warnte eindringlich: Ein sofortiger Stopp chinesischer Lithiumlieferungen könnte die deutsche Wertschöpfung um bis zu 115 Mrd. Euro reduzieren.

Rohstoffversorgung und der Critical Raw Materials Act

Die aktuelle Antwort der Politik bleibe hinter den Erwartungen zurück: Zwar seien erste Schritte wie das Eckpunktepapier zur Rohstoffversorgung und der Critical Raw Materials Act (CRMA) der EU gemacht worden, doch konkrete Fortschritte fehlten, sagt Russwurm.

Die Ziele des CRMA seien ambitioniert, aber bis 2030 müssten mindestens zehn neue Minen, 15 Weiterverarbeitungs- und 15 Recyclinganlagen in Europa entstehen, um diese Ziele zu erreichen.

Für die Elektronikindustrie sind Fortschritte in der Kreislaufwirtschaft von zentraler Bedeutung. Die deutsche Industrie investiert verstärkt in Recyclingkapazitäten, um kritische Materialien zurückzugewinnen und so die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern. Initiativen wie die jüngste eröffnete Recyclinganlage für seltene Erden in Bitterfeld und die Batterierecycling-Anlage in Kuppenheim sind dabei entscheidende Schritte in die richtige Richtung. (heh)

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