Die Analysten der Research-Abteilung von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Batteriekosten für EV-Fahrzeuge pro Kilowattstunde Speicherkapazität bis zum Jahr 2025 unter die psychologisch wichtige Marke von 99 US-Dollar fallen. Was genau heißt das?
Verringerte Kosten für die Batterien von E-Autos können die Preise fürs Gesamtprodukt attraktiver gestalten.
(Bild: Jan Woitas/dpa)
Goldman Sachs ist ein bekanntes Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen und bietet unter dem Namen Goldman Sachs Research regelmäßig Einblicke in von den Analysten antizipierte Marktentwicklungen. Anfang November 2023 prognostizieren die Leute von Goldman Sachs zufolge einen stärkeren als bislang erwarteten Preissturz für die für Elektromobilität benötigten Batterien.
So wird aufgrund der entspannteren Marktlage für die Materialien für die Herstellung von EV-Batterien wird von den Goldman-Sachs-Analysten davon ausgegangen, dass der Preis für eine Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität bis zum Jahr 2025 unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar fallen wird. Das entspräche einem Preisverfall von 40 Prozent und einer Steigerung der Rate um sieben Prozent – im Jahr 2022 hatte man damit gerechnet, dass der Preis für die Kilowattstunde Speicherkapazität in den folgenden drei Jahren „nur“ um 33 Prozent sinken würde.
kWh wird im Zusammenhang mit Batterien von Elektroautos (E-Autos) verwendet, um die Speicherkapazität der Batterie zu messen. Eine Kilowattstunde ist eine Einheit für Energie und gibt an, wie viel Energie in der Batterie eines Elektrofahrzeugs gespeichert werden kann. Je höher die Kilowattstundenzahl, desto mehr Energie kann die Batterie speichern, was wiederum die Reichweite des Elektrofahrzeugs beeinflusst. Oder kurzgefasst: Je mehr kWh die Batterie eines E-Autos bieten kann, desto geringer die Reichweitenangst des Fahrers.
Fallende Preise für Lithium, Nickel und Kobalt
Fast die Hälfte des prognostizierten Preisverfalls rechnen die Leute von Goldman Sachs wie erwähnt den sinkenden Preisen für Batteriepack-Materialien wie Lithium, Nickel und Kobalt zu. Dass die Preise seit Jahren rückläufig sind, lässt sich etwa an den Berichten der Internationalen Energieagentur (IEA: Trends in Batteries) sowie an den gesammelten Daten von Statista (Preisentwicklung für Lithium-Ionen-Batterien von 2013 bis 2022) ablesen.
Es steht zu erwarten, dass die Preise für Batterie-Packs im Schnitt pro Jahr um 11 Prozent fallen, sagt Nikhil Bhandari, Co-Head der Asia-Pacific Natural Resources and Clean Energy Research von Goldman Sachs Research. Fallende Preise für die Ressourcen wirken sich dann unmittelbar auf die Preise der Batterien aus. Damit ließe sich schätzen, dass der Markt für Elektrofahrzeuge ohne Subventionen etwa Mitte des Jahrzehnts eine Kostengleichheit mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren erreichen könnte, zumindest unter Betrachtung der Gesamtbetriebskosten.
Und das ist eine gute Nachricht, wenn man den Umstieg auf Elektromobilität als eines der effektiven Mittel für mehr Nachhaltigkeit und eine Reduktion der CO2-Emissionen sehen möchte. Denn wer sich in nächster Zeit ein elektrisch betriebenes Fahrzeug in die Garage stellen will, der muss inzwischen, je nach Region, auf einige Dinge verzichten.
Mehr Akzeptanz, weniger Förderung
Mit dem Auslaufen oder der Einschränkung staatlicher Förderungen sind in vielen Ländern auch die Zahlen der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge zurückgegangen. In Deutschland etwa gibt es den Umweltbonus der Bundesregierung, der zum 1. Januar 2023 auf reine Elektrofahrzeuge und zum 1. September 2023 auf rein private Fahrzeugkäufer eingeschränkt wurde. Noch liegt der Bundesanteil beim Umweltbonus bei 4.500 Euro bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells von 40.000 Euro und bei 3.000 Euro bei einem Netto-Listenpreis über 40.000 und unter 65.000 Euro.
Ab dem 1. Januar 2024 sinkt der Bundesanteil auf 3.000 Euro bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells von 45.000 Euro. Da kommt es den Käufern entgegen, wenn sich die Preise der Elektrofahrzeuge auch aufgrund gesunkener Preise für Batterie-Packs verringern. Übrigens ist die Kostengleichheit eines E-Autos mit einem Verbrenner in China schon greifbarer, da die Fahrzeuge mit Batteriebetrieb dort wettbewerbsfähiger gestaltet sind als etwa in den USA oder in Europa, wie die Mitarbeitenden von Goldman Sachs Research berichten.
Übrigens gibt’s zum Abschluss des Berichts beziehungsweise der Prognose von Goldman Sachs Research noch einen wichtigen Disclaimer: „Dieser Artikel wird ausschließlich zu Bildungszwecken zur Verfügung gestellt. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen keine Empfehlung einer Goldman Sachs-Einheit für den Empfänger dar, und Goldman Sachs bietet durch diesen Artikel oder für den Empfänger keine Finanz-, Wirtschafts-, Rechts-, Anlage-, Buchhaltungs- oder Steuerberatung an.“ (sb)
Stand: 08.12.2025
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