Automatisierung auf KI-Basis Autonome KI-Agenten von Siemens sollen Fachkräftemangel lindern

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Die Grenzen zwischen digitalem Assistenten und digitalem Kollegen verschwimmen: Auf der Automate 2025 in Detroit zeigt Siemens, wie KI nicht nur unterstützen, sondern eigenständig ganze Industrieprozesse steuern soll. Diese KI-Agenten seien die nächste Evolutionsstufe des Industrial Copilot.

Automation mit KI: Siemens stellt speizalisierte KI-Agenten vor.(Bild:  Siemens AG)
Automation mit KI: Siemens stellt speizalisierte KI-Agenten vor.
(Bild: Siemens AG)

Siemens möchte die industrielle Automatisierung mittels KI auf ein neues Niveau hieven: Der Technologiekonzern erweitert seine Plattform „Industrial Copilot“ um KI-Agenten, die nicht nur reagieren, sondern selbstständig handeln. Diese Agenten analysieren, planen und führen Aufgaben aus, ohne laufendes Zutun von Menschen. Gesteuert werden sie von einem sogenannten Orchestrator, der wie ein erfahrener Projektleiter unterschiedlich spezialisierte KI-Agenten miteinander kombiniert.

Der Fokus liegt auf industriellen Workflows entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Agenten lernen kontinuierlich dazu, passen sich an neue Aufgaben an und nutzen bei Bedarf externe Tools oder Dienste. Siemens will damit eine Produktivitätssteigerung von bis zu 50 Prozent ermöglichen.

Offenes Ökosystem für KI-Agenten

Copiloten dienen als Schnittstelle für den Menschen, die eigentliche Arbeit übernehmen die KI-Agenten im Hintergrund. Auch physische Agenten wie Roboter lassen sich integrieren.

Zudem soll ein Marktplatz auf der Siemens-Xcelerator-Plattform entstehen, auf dem Kunden neben Siemens-eigenen auch KI-Agenten von Drittanbietern finden können. Diese Offenheit für externe Lösungen soll eine hohe Interoperabilität versprechen.

Vom CAD-Entwurf bis zur Maschinenwartung

Bereits jetzt deckt der Siemens Industrial Copilot mehrere Einsatzfelder ab. Der „Design Copilot“ hilft Ingenieuren, Konstruktionen schneller und zielgerichteter zu erstellen. Ein spezieller Konfigurator für Wasserstoffanlagen befindet sich ebenfalls in Entwicklung.

Mit dem „Engineering Copilot“ lassen sich Automatisierungscode oder P&ID-Diagramme direkt per Texteingabe generieren. Für den operativen Betrieb liefern der „Operations Copilot“ und „Simatic eaSie“ Produktionsdaten und Wartungshinweise in natürlicher Sprache – auch direkt auf der Maschinenebene.

Der „Service Copilot Senseye“ hingegen unterstützt Instandhaltungsteams mit fundierten Diagnosen. Erste Tests zeigen, dass sich durch die KI-gestützte Wartung reaktive Ausfallzeiten um rund ein Viertel reduzieren lassen.

Antwort auf den Fachkräftemangel

„Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der industrielle KI-Agenten nahtlos neben menschlichen Mitarbeitern arbeiten und Routineprozesse selbstständig erledigen, während sich Menschen auf Innovation, Kreativität und komplexe Problemlösungen konzentrieren können“, sagt Rainer Brehm, CEO Factory Automation bei Siemens.

Die KI-Agenten sollen nicht zuletzt auf den Mangel an qualifiziertem Personal reagieren. In bestehenden Siemens-Standorten wie Bad Neustadt zeigen sich bereits die Effekte: Dort habe der „Production Copilot“ die Datenanalyse beschleunigt und Entscheidungsprozesse vereinfacht. Auch bei Kunden wie thyssenkrupp Automation Engineering wurde der Code schneller fertig und die Qualität verbesserte sich messbar.

Siemens sieht in der Technologie nicht nur eine Effizienzmaßnahme, sondern auch einen Weg, menschliche Fachkräfte zu entlasten und stärker in kreative Prozesse einzubinden.

 (mc)

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