RUWEL Automobilzulieferer investiert Millionen in Leiterplattenwerk Geldern
RUWEL, nach eigenen Angaben der größte europäische Hersteller von Leiterplatten für die Automobilindustrie, rüstet mit Millioneninvestitionen derzeit das Stammwerk in Geldern auf. Das Werk Geldern produziert mit mehr als 500 Mitarbeitern fast ausschließlich für die Kfz-Elektronik.
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Seit Jahren beschäftigt sich der Leiterplattenspezialist RUWEL mit speziellen Zuverlässigkeitsanforderungen der Automobilelektronik und arbeitet aktiv mit Kunden oder in Projekten daran, die Langzeitzuverlässigkeit und technologischen Grenzen im Hinblick auf Hochtemperaturanforderungen zu erweitern, z.B. im BMBF-Projekt HOTEL. Diese umfangreiche Erfahrung und das spezielle Knowhow sollen jetzt auf die Mikroviatechnik adaptiert werden. Dass in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Mikrovialeiterplatten in Automotive-Anwendungen stark ansteigen wird, sind die Experten bei RUWEL überzeugt. Das Ziel ist, hoch zuverlässige, kostengünstige Mikrovialeiterplatten in Großserie zu fertigen.
Aus diesem Grund hat RUWEL nach dem Einstieg der Investorengruppe, bestehend aus Bear Stearns, BlueBay Asset Management und Cargill Value Investment, die Mikroviakapazitäten mit einer Millioneninvestition in Laserbohrtechnik von Hitachi auf den allerneuesten Stand der Bohrtechnik ausgerüstet. Weil die Vorteile der Mikroviatechnik im Hinblick auf Miniaturisierung nur in Kombination mit feinen Leiterstrukturen zum Tragen kommen, soll im Frühjahr der gesamte Fotodruck erneuert werden. In einem ersten Schritt wurden bereits die Belichtungsautomaten erneuert. So werden auch großformatige Leiterplatten mit hohen Topografien und hohe Lagenzahl und dicke Kupferlagen mit bis zu 50 µm feinen Strukturen rationell in Volumen gefertigt.
Feinleiterstukturen in Großserie produzieren
Im Fotodruck kommt der Belichter HAP5020 von Hakuto zum Einsatz. Der hochauflösende Belichter, der speziell für die Volumenfertigung konzipiert ist, gilt als modernster und mit 500 Seiten/h produktivster Belichter. Ebenfalls investiert hat RUWEL in die vollautomatische optische Inspektion (AOI). Um sämtliche Leiterplatten im Werk zu 100% mit AOI zu prüfen, wurden zwei moderne Dragon-AOI-Anlagen mit Vakuumtischsystemen von Camtek angeschafft. Die Anlagen sind speziell für sehr hohe Durchsätze der Großserienfertigung entwickelt und verfügen über ein verbessertes optisches System mit optimierter Leiterbilderfassung. In Verbindung mit neuester Firmware werden kritische Fehler in kurzer Prozesszeit zuverlässig erkannt. Ziel ist die Unterstützung der 0-Fehler-Strategie.
Fertigung technologisch aufrüsten und Kapzitäten erweitern
Die Investitionen zielen aber nicht nur auf die technologische Aufrüstung, sondern Erweiterung der Kapazitäten und Flexibilisierung der Fertigung. So wird für mehr als 1 Mio. € eine zweite automatisierte Linie zur Lötstopplackbeschichtung installiert, die auch die parallele Verwendung eines zweiten Lötstopplacks ermöglicht. Und auch das Bohrzentrum wird aufgerüstet. Inzwischen besteht der Maschinenpark aus insgesamt rd. 100 Maschinen mit mehr als 500 Spindeln und die Kapazität reicht noch immer nicht aus, um mit der Entwicklung der Leiterplatten Schritt zu halten.
Lag die durchschnittliche Lochanzahl bei den für RUWEL typischen Produkten vor drei Jahren bei rd. 14.000 Löchern, so enthält eine Leiterplatte heute rd. 22.000 Löcher – Tendenz steigend. Aus diesem Grund ist der Investitionsdruck bei mechanischen Bohrern unverändert hoch. Grund für RUWEL, in Bohrmaschinen von Schmoll der neuesten Generation zu investieren. Lag der Durchmesserbereich der typischen RUWEL-Produkte bis vor Kurzem zwischen 0,35 und 6,5 mm, so gilt es bereits heute, Mikrobohrungen mit 0,25 mm Durchmesser und in Zukunft sogar mit 0,2 mm in großen Stückzahlen mechanisch zu bearbeiten.
Die Systeme SM220 von Schmoll arbeiten mit Umdrehungszahlen von 15.000 bis 200.000 rpm. Dies ist die Grundvoraussetzung, um den erforderlichen Durchmesser von 0,2 bis 6,5 mm produktiv und hochgenau zu bearbeiten. Um die Rüst- und Bestückzeiten zu reduzieren, können die bis zu 6000 Werkzeuge auf Euromagazinen auf eine Werkzeugkette bestückt werden. Die Werkzeugbestückung erfolgt während des Maschinenbetriebs, wodurch die üblichen Stillstandszeiten für die Werkzeugbestückung entfallen.
RUWEL, Tel. +49(0)2831 394201
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