PwC-Studie

Automobilhersteller investieren massiv in Software- und IT-Spezialisten

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Trotzdem rechnet PwC-Experte Kuhnert für die kommenden Jahre mit deutlichen Entwicklungssprüngen. So dürften bis 2020 über 90 Prozent aller Innovation in der Automobilindustrie auf Elektronik und Software zurückzuführen sein. 2010 waren es gerade einmal 70 Prozent.

„Im Automobilbau wachsen Elektronik und Software immer stärker zusammen. Ein Beispiel ist das autonome Fahren. Hierfür braucht man Sensorik aus dem Elektronikbereich - die daraus generierten Informationen müssen aber wiederum von einer Software verarbeitet werden“, erklärt Kuhnert.

Daneben gewinnen weitere IT-getriebene Themen wie zum Beispiel Infotainment und Connected-Car-Applikationen an Bedeutung. „Wenn die Autobauer in diesen Bereichen mit Google oder Apple mithalten wollen, kommen sie nicht umhin, massiv in entsprechende Softwarespezialisten zu investieren.“

Schon jetzt lässt sich absehen, dass die Autobauer einfache Tätigkeiten ähnlich wie die klassischen IT-Konzerne nach Indien oder Osteuropa auslagern werden und global intensiv in IT-Zentren investieren.„Die in Deutschland angesiedelten F&E-Abteilungen hingegen suchen extrem kreative und innovative Fachkräfte - und müssen sich beim Recruiting an Standards gewöhnen, wie man sie bislang vor allem aus der IT-Branche kennt“, sagt Kuhnert.

Dazu zählten vergleichsweise hohe Einstiegsgehälter von 80.000 Euro und mehr genauso wie die Forderung nach flachen Hierarchien oder hochflexiblen Arbeitszeiten. „Die Digitalisierung bedeutet für die deutschen Automobilbauer aufgrund dessen auch eine enorme kulturelle Herausforderung“, glaubt Kuhnert.

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