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Steigende Umsätze bei LeCroy in den 1990er Jahren
Im Jahr 1998 brachte LeCroy mit dem WaveRunner kompakte Mid-Range-Oszilloskope auf den Markt, um der Vorherrschaft von Tektronix entgegenzutreten. Tektronix beherrschte zu dieser Zeit 50 Prozent von einem Markt mit einem Volumen von 250 Mio. US-Dollar. Zudem vereinbarte LeCroy einen Deal mit Fluke, einem Hersteller von Handheld-Messgeräten. Fluke hatte damit die Möglichkeit, auf technische Lizenzen zurückzugreifen, und LeCroy war jetzt in der Lage, an einem wachsenden Markt teilzuhaben. Konkret in Zahlen hieß das: Für das Geschäftsjahr 1996 stieg der Umsatz auf 101,5 Mio. US-Dollar. Im darauffolgenden Jahr kam es erneut zu einem weiteren Umsatzsprung auf 117,1 Mio. US-Dollar.
Mittlerweile hat LeCroy seinen Weg zu einem globalen Unternehmen fortgesetzt. Die Entwickler saßen in New York und in der Schweiz. Zum Austauschen mussten sie über Videokonferenz kommunizieren. Eine interessante Zweiteilung: Während sich die Schweizer als detailverliebt, gründlich und gerade bei der Software als sehr kreativ erwiesen, waren die Amerikaner risikofreudiger unterwegs. Das hat sich ausgezahlt. Denn so konnte LeCroy seinen Umsatz mit den High-Performance-Oszilloskopen ausbauen. Zudem stieg die Geschwindigkeit bei den Computerprozessoren stark an und gleichzeitig wurden die zu untersuchenden Signale komplexer. Jetzt konnte LeCroy seine Stärken ausspielen und man war gewappnet für die Zukunft.
Komplexere Signale und leistungsfähigere Prozessoren
Da die zu messenden Signale komplexer wurden und gleichzeitig die Prozessoren leistungsstärker, müssen die Oszilloskope Messsignale genauer und schneller untersuchen. Dazu entwickelte LeCroy ab 2002 die X-Stream-Technik. Die notwendige Architektur besteht aus Silizium-Germanium- (SiGe-) Verstärkern und A/D-Wandlern. Es ließen sich Signale mit 10 GS/s pro Kanal erfassen und die Daten mit einer Übertragungsrate von bis zu 10 GBytes/s je Kanal in einen schnellen CMOS-Speicher leiten. Eingesetzt wurde die Technik erstmals in der WaveMaster-Serie, sie kam später aber auch in anderen Modellreihen zum Einsatz.
Mit X-Stream können Daten schnell erfasst werden, während das Oszilloskop gleichzeitig umfangreiche Berechnungen durchführt. Die Datenpakete kommen in den Cache-Speicher der CPU. Die ersten eingehenden Messdaten werden bereits ausgewertet, während der Abtastprozess noch weiter läuft. Analysen von Kurvenformen können um den Faktor 10 schneller bearbeitet werden. Ein entscheidender Baustein in der Datenanalyse ist der A/D-Wandler. In den Oszilloskopen sind primär Wandler mit 8 Bit verbaut, was 256 vertikale Quantisierungsstufen bedeutet.
Oszilloskop mit echter 12-Bit-Architektur
Im Jahr 2010 brachte LeCroy als erster Hersteller mit der Serie HRO 6 Zi ein Oszilloskop auf den Markt, das mit einer echten 12-Bit-Architektur ausgestattet war. Bei 212 sind das 4096 Quantisierungsstufen. Dadurch lassen sich Signale bis zur maximalen Bandbreite und Abtastrate mit der 16-fachen Auflösung erfassen. Das deutlich reduzierte Rauschen und die höhere Auflösung der 12-Bit A/D-Wandler-Architektur ermöglichten eine höhere Messgenauigkeit und eine bessere Signalklarheit. Das wird besonders deutlich in dem hohen Signal-Rausch-Verhältnis von 55 dB (SNR) und ± 0,5 Prozent DC-Vertikalverstärkungsgenauigkeit, viermal genauer als bei Oszilloskopen mit 8 Bit. Später kamen mit den Modellreihen HDO4000/6000 Nachfolgeserien auf den Markt. Die Serie HDO8000 verfügte sogar über acht analoge Kanäle bis 1 GHz.
Ein wichtiger Schritt in der Firmengeschichte waren 2004 und 2006 der Einstieg ins Protocol-Analyzer-Geschäft durch den Kauf der Firmen CATC und Catalyst. Damit war LeCroy nun in der Lage, neben der physikalischen Ebene auch die Daten der Protokoll-Ebene zu untersuchen und Synergien zu nutzen. Heute ist Teledyne LeCroy Marktführer bei Protocol Analyzern.
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