Auftragslage in der Elektro- und Digitalindustrie Auftragsrückgang in der Branche im September 2023 - auch bei Ihnen?

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Der ZVEI meldet auf Basis diverser Daten im Vergleich zum Vorjahresmonat im September 2023 einen Auftragsrückgang in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie. Andere Sparten des verarbeitenden Gewerbes konnten hingegen zulegen. Auftrags- und Materialmangel sind stellenweise ein Problem.

Aufträgseingänge in der Elektronik- und Digitalindustrie, basierend auf den Daten von Destatis und den Angaben des ZVEI.(Bild:  ZVEI)
Aufträgseingänge in der Elektronik- und Digitalindustrie, basierend auf den Daten von Destatis und den Angaben des ZVEI.
(Bild: ZVEI)

Der ZVEI, der Verband der Elektro- und Digitalindustrie e.V. vermeldet mit Blick auf die Daten des statistischen Bundesamts (Destatis) sowie auf eigene Berechnungen einen Auftragsrückgang in der Elektronik- und Digitalindustrie im September 2023 um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das sei, so der ZVEI Chef-Volkswirt Dr. Andreas Gontermann, unter Berücksichtigung einer nachträglichen Abwärtsrevision durch Destatis der dritte Rückgang bei den Bestellungen in Folge.

Eine negative Auftragsentwicklung ließe sich laut ZVEI an den ersten drei Quartalen 2023 erkennen. Doch immerhin gibt es auch positive Nachrichten, denn für den Gesamtzeitraum von Januar bis September dieses Jahres ergäbe sich mit Blick auf die Elektro-Produktion immer noch ein Zuwachs des aggregierten Branchenoutputs von 2,3 Prozent. Inlandserlöse der Branche geben nur ein wenig nach, die Erlöse mit Kunden aus der Eurozone und Drittländern hingegen mehr, wie der ZVEI bemerkt. Doch mit Blick auf die bisherigen Monate des Jahres ist diese Information gar nicht so alarmierend.

Branchenumsatz wächst im Jahresvergleich

„In den gesamten ersten drei Quartalen dieses Jahres belief sich der aggregierte Branchenumsatz auf 179,4 Milliarden Euro“, so der ZVEI in seiner Mitteilung, „und lag damit um 9,4 Prozent höher als vor einem Jahr.“ Weitere Details zu den Zahlen gibt’s auf der Webseite des ZVEI. Chef-Volkswirt Gontermann erklärt, dass sich die Herausforderungen der Branche weiter von den Angeboten zur Nachfrage verschöben.

Zumindest innerhalb der Elektronik- und Digitalindustrie scheinen sich die Produktionshemmnisse der Unternehmen zu verschieben. Zu Beginn des Q1 2022 war Materialknappheit noch der Hauptfaktor für eine geringere Produktion, inzwischen hat laut Ifo (Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung) der Auftragsmangel sowohl Fachkräftemangel als auch Materialknappheit überholt – inzwischen geben 46 Prozent der befragten Unternehmen einen Mangel an Aufträgen als Produktionshemmnis an, gefolgt von Materialmangel (30 Prozent) und Arbeits- beziehungsweise Fachkräftemangel (31 Prozent). Welcher Schuh am ärgsten drückt, ist freilich von Unternehmen zu Unternehmen individuell.

Blick über den Tellerrand: Leichtes Plus im Verarbeitenden Gewerbe

Am 6. November 2023 hat das Statistische Bundesamt die Zahlen für die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im September 2023 veröffentlicht und die Mitarbeiter von Destatis halten immerhin einen Anstieg von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat fest – ein großer Teil kommt allerdings von Großaufträgen. Ohne diese Aufträge fiel der Auftragseingang im September um 2,2 Prozent im Vergleich zum August 2023. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Auftragseingang um 4,3 Prozent.

„Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes“, so Destatis, „sind im September 2023 stark gegenläufige Entwicklungen der Auftragseingänge zu erkennen.“ Der Anstieg mit einem Gesamtblick auf das Verarbeitende Gewerbe sei zu einem großen Teil auf die Entwicklungen im Maschinenbau zurückzuführen, heißt es weiterhin. Auch Zuwächse bei der Herstellung von Metallerzeugnissen sowie in der Metallerzeugung und in der Metallverarbeitung haben ihren Teil zur Auftragslage im Verarbeitenden Gewerbe im September 2023 beigetragen.

Negativ hingegen fällt der Einfluss in Bereichen der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten sowie in der Herstellung von elektronischen und optischen Erzeugnissen auf. Nach den Angaben von Destatis gab es in den Bereichen zusammengefasst im September 2023 Auftragsrückgänge in Höhe von 12,5 Prozent. Doch es gibt ein Aber: In diesem Bereich waren die Auftragseingänge im August 2023 zum Vormonat um fast 20 Prozent gestiegen.

Weitere Rückgänge der Auftragseingänge gab’s in der Automobilindustrie (-2,5 Prozent) sowie im Sonstigen Fahrzeugbau (-9,7 Prozent), unter den etwa Schiffe, Flugzeuge und Züge fallen. Auch der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im September 2023 saison- und kalenderbereinigt 1,6 Prozent niedriger als im Vormonat und 2,3 Prozent geringer als im Vorjahresmonat. Alle Statistiken lassen sich in den Mitteilungen des Statistischen Bundesamts einsehen. (sb)

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