Zertifizierung

Auch für Industrie-PCs gelten Compliance-Regeln

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Schock- und Vibrationsprüfverfahren

Nicht vernachlässigt werden darf die mechanische Sicherheit eines Rechners. So muss sichergestellt sein, dass das Gehäuse eine Zug-, Kipp- und Druckprüfung mit Erfolg absolviert. Gerade im industriellen Umfeld sind Rechner häufig mechanischen Belastungen durch Vibrationen und Schocks ausgesetzt. Diese Einflüsse können die Funktion eines IPCs stark beeinträchtigen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich ein unzureichend befestigter Kühlkörper von einer CPU löst oder Steckverbindungen und Lötstellen durch Stöße oder Schwingungen beschädigt werden.

Die IEC EN 60068-2-27 (Schock) und IEC EN 60068-2-64 (Vibration) definieren Prüfverfahren, mit denen sich die Widerstandsfähigkeit von IPC-Komponenten gegenüber solchen Faktoren ermitteln lassen.

Entsprechende Tests durchzuführen, erfordert allerdings einen hohen Aufwand und eine entsprechende Expertise. So erfordert zum Beispiel die IEC EN 60068-2-54 die Prüfung der Lötbarkeit elektronischer Bauelemente mithilfe einer Benetzungswaage. Solche Tests müssen für Mainboards, Erweiterungskarten und Netzwerkadapter durchgeführt werden, die in einem zertifizierten IPC zum Einsatz kommen.

Kürzere Entwicklungszeiten und hohe Flexibilität

Ein zentraler Vorteil eines erprobten und zertifizierten Baukastens wie die FUJITSU Kit Solution ist, dass sich Entwickler und Endnutzer von IPCs keine Gedanken über Zertifizierungen machen müssen.

Für alle Bestandteile eines Kits liegen detaillierte Freigaben vor. Das wiederum wirkt sich günstig auf die Entwicklungszeiten solcher Systeme aus. Für Anbieter ist es zudem dank des Baukastenprinzips möglich, für ihre Kunden ohne hohen Aufwand maßgeschneiderte Rechner zusammenzustellen. Die Wahl zwischen mehreren Komponenten wirkt sich zudem günstig auf den Preis aus: Der Anbieter wird nicht genötigt, vorgefertigte Komplettsysteme mit teuren Bestandteilen zu ordern. Er kann vielmehr spezielle Wünsche von Anwendern erfüllen und sich dadurch von Mitbewerbern differenzieren.

Produkt-Compliance für IPCs „as a Service"

Auch Anbieter, die lieber Industrie-PCs mit eigenen Komponenten aufbauen wollen, können den Test- und Zertifizierungsaufwand reduzieren. Unternehmen wie Fujitsu bieten dazu Product Compliance Services an. Im Rahmen dieser Dienstleistung übernehmen sie im Auftrag von Kunden die Testläufe, Zertifizierung und Akkreditierung von Industrierechnern gemäß ISO/IEC, CSA, UL und anderen Vorschriften.

Das hat mehrere Vorteile: Der Serviceanbieter verfügt über das Know-how und die erforderlichen Testsysteme. Außerdem werden Fachleute von Spezialanbietern wie Fujitsu auf Wunsch bereits während der Konzept- und Designphase aktiv. Das stellt sicher, dass bereits in einem frühen Stadium der Produktentwicklung von IPCs Standards und gesetzliche Vorgaben Berücksichtigung finden. Dies verhindert Fehlentwicklungen und spart Zeit und Geld.

* Peter Hoser ist Director Sales Mainboards bei Fujitsu

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