Der niederländische Konzern ASML ist ein Flaschenhals für die globale Chipproduktion. Nun hat es ausgerechnet in einem Werk des Quasi-Monopolisten für Lithografie-Maschinen gebrannt. Ob dies den Chipmangel weiter verschärft, ist noch unklar. Ein Update.
Innenansichten: Die hochmodernen EUV-Scanner und Lithografie-Maschinen von ASML stehen in praktischen allen Hightech-Chipschmieden dieser Welt.
(Bild: ASML)
Update vom 17. Januar 2022: Nach dem Brand in seinem Werk in Berlin am 3. Januar hat hat ASML eine vorläufige Bewertung der Auswirkungen vorgenommen.
Demnach ereignete sich der Brand in einem Teil eines Produktionsgebäudes auf dem Gelände. Im betroffenen Werksteil sei unter anderem die Produktion von Wafer-Klemmen untergebracht – einem Modul für die stark nachgefragte EUV-Anlagen, die mit ihrem extrem ultravioletten Licht die Fertigung hochmoderner Logikchips mit kleinsten Prozessknoten unterhalb von 10 nm erst möglich machen. „Wir sind dabei, den Wiederherstellungsplan für diesen Produktionsbereich zu vervollständigen und zu bestimmen, wie wir mögliche Auswirkungen für unsere EUV-Kunden minimieren können, sowohl in unserem Produktionsplan als auch in unserem Außendienst“, teilte ASML mit.
Produktion von DUV-Komponenten läuft wieder
Durch die Rauchentwicklung sei auch ein angrenzendes Gebäude beeinträchtigt worden. Hier habe man die Produktion von DUV-Komponenten (deep ultraviolet)mittlerweile in Teilen wieder aufnehmen können. „Obwohl es bei den DUV-Komponenten zu einigen Unterbrechungen kam, gehen wir davon aus, dass diese so behoben werden können, dass sie unsere Produktions- und Umsatzplanung für DUV nicht beeinträchtigen, erklärte das Unternehmen.
Die anderen Gebäude auf dem Gelände wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen und sind voll funktionsfähig. Zudem seien auch die Produktionspläne für Messtechnik und Inspektionsausrüstungen nicht betroffen, da sie keine in Berlin hergestellten Komponenten enthalten.
Ursprüngliche Meldung vom 4. Januar 2022: Ein Brand im Berliner Werk des Technologieunternehmens ASML hat Montag die Anleger an den Börsen verunsichert – und sicher auch etliche Vorstände globaler Chipfertiger und Elektronik verarbeitender Unternehmen weltweit. Nicht ohne Grund, schließlich ist ASML einer der weltweit wenigen Anbieter von Lithografie-Anlagen, mit denen bei der Halbleiterfertigung Schaltkreisstrukturen auf Wafer belichtet werden – und ohne die keine Produktion von Mikrochips möglich ist.
Es steht die Befürchtung im Raum, dass sich Lieferengpässe bei Halbleitern durch den Brand verschärfen könnten – zumal ASML bereits stand heute der hohen Nachfrage nach seinen Hightech-Maschinen kaum hinterherkommt. Der Konzern teilte mit, dass man erst in einigen Tagen sagen könne, ob der Brand in dem Werk im Berliner Stadtteil Britz Folgen für die Jahresproduktion habe. Bis zu seiner Übernahme durch ASML im Jahr 2020 war hier das Unternehmen Berliner Glas ansässig.
Brandursache und -auswirkungen noch unklar
Nach Angaben von ASML war das Feuer in der Nacht zum Montag ausgebrochen. Wie die Feuerwehr der dpa gegenüber mitteilte, war lediglich ein Teil des Werks vom Feuer betroffen. Konkret sei eine automatische Reinigungsanlage auf etwa 200 Quadratmetern in Brand geraten.
Insgesamt ist der Berliner Standort rund 32.000 Quadratmeter groß. Nach Angaben von ASML arbeiten hier etwa 1.200 Menschen für das Unternehmen und fertigen unter anderem Komponenten für die großen Lithografie-Anlagen, zum Beispiel Wafer-Tische und -Klemmen, hochgenaue Halterungen für Belichtungsmasken und Spiegelblöcke. Die großen und teuren Lithografie-Maschinen – auch Stepper oder Scanner genannt – sind zentrale Bestandteile in den Chipfabriken etwa von Intel, TSMC, Samsung, Globalfoundries oder auch Infineon, Bosch, NXP und STMicroelectronics.
ASML profitiert von weltweiter Halbleiterkrise
Die derzeitige anhaltende Chipkrise spielt Europas Weltkonzern, den außerhalb der Elektronikbranche kaum jemand kennt, in die Hände: Praktisch alle Halbleiterproduzenten haben angekündigt, ihre Produktionskapazitäten über die nächsten Jahre hinweg massiv ausbauen zu wollen.
ASML rechnet damit, dass besonders Maschinen für EUV-Lithografie, die mit kurzwelligem, extrem-ultraviolettem Licht arbeiten, stark nachgefragt werden. Diese sind für die Massenproduktion moderner Logikchips mit Prozessknoten unterhalb von 10 nm essenziell. Nach Angaben des Konzerns hat der Erlös mit EUV-Maschinen im Jahr 2020 um rund 60 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zugelegt.
An der Börse zählt ASML seit Jahren zu den Lieblingen – allein im letzte Jahr legten die Aktien der Niederländer um gut 70 Prozent zu, und seine Auftragsbücher sind auf Jahre ausgebucht. Trotzdem sorgte die Nachricht des Feuers für Verunsicherung, der Kurs des Unternehmens gab zeitweise deutlich nach.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.