Während sich Apple aus der MicroLED-Partnerschaft mit AMS Osram zurückgezogen hat, ist der asiatische Markt der Technologie weiterhin sehr zugetan. Es gibt einige vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten und Innovationen auf dem Gebiet. Doch wann kommt der echte Durchbruch für MicroLED?
Das MicroLED-Display von Continental und Svarovski, eine Premium-Anwendung für Automotive. In der Consumer-Elektronik setzt sich die Display-Technologie noch nicht wirklich durch.
(Bild: Continental)
Als Apple im März plötzlich seine MicroLED-Projekte eingestampft hat, ging ein Beben durch die Industrie. Werden sich bei Handys und Smartwatches künftig doch eher OLED-Bildschirme durchsetzen?
Doch während MicroLED vorübergehend angeschlagen sind, verlagert sich dank der Entscheidung von Apple das Zentrum der Entwicklung für die neue Display-Generation jetzt noch weiter nach Asien – wobei es zwischen mehreren asiatischen Ländern da gerade eine starke Konkurrenz gibt.
Besonders zwischen Südkorea und der Volksrepublik China gibt es im Bereich MicroLED aktuell ein hartes Wettrennen, wie einem aktuellen Bericht des südkoreanischen Patentamtes KIPO nachzulesen ist.
In den zehn Jahren bis 2022 seien nirgendwo so viele Patente im Bereich MicroLED angemeldet worden wie in ihrer Heimat, berichten die Mitarbeiter des „Korean Intellectual Property Office“ (KIPO). Auf den weiteren Plätzen folgen in dieser Reihenfolge Japan, China, die USA und Europa.
Deutliches Interesse in China
Allerdings ist die Wachstumsrate bei neuen Patentanmeldungen in der Volksrepublik China mit 37,5 % pro Jahr deutlich höher als in Südkorea (4,4 %) oder den USA (4,1 %). Dies sei ein klarer Indikator für das „deutlich intensivere technologische Rennen zwischen China und Korea“, schreibt KIPO.
Für die künftige Apple Watch oder das nächste iPhone mag die Anwendung von Licht emittierenden Dioden mit winzigen Chip-Größen bislang nicht ausgereift genug sein, doch führende Bildschirmhersteller in Asien sind nach wie vor sehr optimistisch, was die neue Technologie betrifft.
„MicroLED sind die Zukunft“, sagen führende Manager bei Samsung. Ein bezahlbarer Fernsehbildschirm mit der neuen Technologie lässt zwar auch bei Samsung immer noch auf sich warten. Der im vergangenen Jahr auf den Markt gebrachte erste TV-Bildschirm mit MicroLED kostet fast 100.000 Euro pro Stück. Doch das Unternehmen investiert weiterhin große Summen in die Forschung & Entwicklung. Dasselbe gilt für LG.
Die Südkoreaner hoffen jetzt, durch neue Partnerschaften mit taiwanesischen Unternehmen der Konkurrenz aus der Volksrepublik China bei MicroLED besser Paroli bieten zu können, als ihnen das in der Vergangenheit bei LCD-Bildschirmen gelungen war. „Für 2024 haben sowohl Samsung als auch LG ihre Bestellungen in Taiwan erhöht“, schreibt das Forschungsinstitut Yole in einem aktuellen Bericht.
Unternehmen in Taiwan, die stark in die MicroLED-Entwicklung investiert haben, wie AUO, PlayNitride und Ennostar, seien überraschend zu den neuen „MicroLED-Champions“ in Asien geworden. Andere taiwanesische Hersteller wie Innolux oder Foxconn könnten mithilfe dieser heimischen Lieferketten „von dem Vakuum profitieren, das von der Projekt-Implosion bei Apple kreiert worden ist“, so Yole.
Wo bleibt der Höhenflug?
Allerdings könnte der Durchbruch für MicroLED-Bildschirme, der bei Smartwatches und Handys noch auf sich warten lässt, zunächst in anderen Anwendungen kommen, so die Marktbeobachter. Dazu zählen hauptsächlich Autobildschirme und Luxus-Konsumgüter wie AR-Brillen.
Das taiwanesische Unternehmen AUO, das auf der Automesse CES schon einige Pilotprojekte für Cockpit-Bildschirme mit MicroLED gezeigt hat, glaubt eigenen Angaben zufolge weiterhin stark daran, dass diese Technologie OLED in mehreren Bereichen überlegen ist. „Das Gravitationszentrum verlagert sich nach Taiwan und hin zu automobilen Anwendungen“, schreibt Yole über den jüngsten Trend in der MicroLED-Industrie.
Der taiwanesische Hersteller Innolux hat auf der Messe „Touch Taiwan 2024“ eine Reihe von Innovationen vorgestellt, die für Bildschirme in Autos und für digitale Künstler interessant sind, unter anderem ein transparentes MicroLED-Panel, das noch heller und haltbarer sein soll als vergleichbare, transparente OLED-Bildschirme.
Fazit: Apple und sein Rückzug aus der Bildschirm-Entwicklung mit MicroLED haben den Druck auf die Industrie erhöht, die Nützlichkeit der neuen Technologie demonstrieren zu müssen. Doch in bestimmten Bereichen sind Pilotprojekte in Asien hier vielversprechend. „MicroLED sind nicht tot“, schreibt Yole. (sb)
* Henrik Bork, langjähriger China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau, ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking.
Stand: 08.12.2025
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