Elektromechanische Relais

Anwendungsmöglichkeiten für bistabile und monostabile Relais

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Beispiele aus dem Bereich Netzrelais: Lighting-Anwendungen

Anwendungen in der Beleuchtungstechnik zeichnen sich dadurch aus, dass pro Zeiteinheit nur wenige Schaltstellungswechsel erfolgen, was zu langen Ein- bzw. Aus-Phasen führt. Die wesentliche Eigenschaft eines bistabilen Relais ist, dass nur für den Schaltstellungswechsel Energie benötigt wird, nicht aber für das reine Verweilen in einer Stellung – es erfolgt dadurch keine Energieaufnahme während langer Ein-Phasen.

Im Bereich von Installations-Bussystemen wird gefordert, dass die Ansteuerleistung für ein Schaltelement (mit dem Herzstück Relais) aus der Busleitung bereitgestellt werden muss; monostabile Relais scheiden hier von vorn herein aus. Dabei werden hohe Anforderungen an die Funktionszuverlässigkeit gestellt. Eine besondere Herausforderung für ein Relais ist der Umstand, dass eine typische Lampenlast von 3000 W kurze Einschaltströme von 160 A verursachen kann.

Bild 3: Bistabiles Relais RT Inrush Power für Anwendungen im Bereich Lighting (Archiv: Vogel Business Media)

Diese Stromspitzen variieren und hängen von der Art des Leuchtmittels ab. Allen gemeinsam ist, dass diese Ströme in Zusammenhang mit dem Einschaltprellen des Relais zu starkem Kontaktverschleiß, Mikro- oder auch massiven Verschweißungen der Kontakte führen können. Für die speziellen Anforderungen der Lichtsteuerungen stehen in der RT-Serie neben den bewährten monostabilen ebenfalls bistabile Varianten zur Verfügung, die zum Teil unter Verwendung von Wolfram-Vorlaufkontakten für die hohen Einschaltspitzen typischer Lampenlasten ausgelegt sind (Bild 3).

Anwendungen von Netztrelais im Bereich Weiße Ware

Der Standby-Verbrauch elektrischer Geräte im Haushalt ist mittlerweile ein gebräuchlicher Begriff, allerdings denkt man dabei meist an Fernseher, Computer oder Video-Geräte. Aber auch Waschmaschinen, Trockner und andere Haushaltsgeräte verbrauchen unerkannt elektrische Energie, selbst dann, wenn sie gerade nicht arbeiten. Je nach Hersteller kann dieser Verbrauch zwischen 5 bis 15 W liegen.

Zum Beispiel schalten herkömmliche Waschmaschinen im Betrieb nach Beendigung des Waschvorgangs auf den Standby-Betrieb um. Die Nutzfunktion der Waschmaschine wird zwar temporär deaktiviert, verbraucht aber Strom, um jederzeit ohne Vorbereitungen wieder zu starten.

Ein Großteil der Geräte hat keinen mechanischen Aus-Schalter mehr. Somit summieren sich die Stromverluste durch elektrische Büro- und Haushaltsgeräte im Standby-Betrieb laut einer Studie der EU-Kommission europaweit auf einen Wert, mit dem beispielsweise ganz Ungarn ein Jahr lang mit elektrischer Energie versorgt werden könnte.

Im Juli 2008 beschlossen deshalb Vertreterinnen und Vertreter der EU-Mitgliedstaaten und der EU-Kommission eine entsprechende Verordnung, um die Stromverluste im Standby-Betrieb zu reduzieren. Die neuen Vorgaben für Elektrogeräte werden ab 2010 gültig und in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten wirksam. Durch die geplanten Maßnahmen sollen EU-weit 35 Mrd. kWh pro Jahr bis zum Jahr 2020 eingespart werden.

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