Elektromechanische Relais

Anwendungsmöglichkeiten für bistabile und monostabile Relais

Seite: 2/5

Anbieter zum Thema

Temperaturverhalten von monostabilen und bistabilen Relais

Die maximal zulässige Umgebungstemperatur beträgt bei einem lastlos betriebenen Relais ca. 110°C, bei einer Last von 1 A pro Pol 100°C und bei 2 A pro Pol nur noch 62°C. Wird nun statt eines bistabilen ein monostabiles Relais eingesetzt und mit einer (unrealistisch hohen) Einschaltdauer der Spule von 5% gerechnet, erhöht sich die maximal zulässige Umgebungstemperatur beim lastlos betriebenen Relais auf 125°C, bei einer Last von 1 A pro Pol auf 105°C und bei 2 A pro Pol auf 75°C.

Bild 1b: Vergleich zwischen mono- und bistabilen Relais: IM Relais – bistabil (Archiv: Vogel Business Media)

Der Einsatz von bistabilen Relais führt praktisch zur Eliminierung der Eigenerwärmung der Spule – diese ist ja bei bistabilen Relais nicht dauernd erregt – und damit bei gleichen Lastverhältnissen zu einem deutlich tieferen Temperaturniveau.

Neben der Eigenerwärmung ist die sichere Funktion der Relais von noch größerer Bedeutung. Wird der zulässige Spannungsbereich der Spule bei einer Last von 2 x 1 A und einer Umgebungstemperatur von 85°C verglichen, ist der zulässige Spulenspannungsbereich beim

  • monostabilen Relais: 0,95 Un ≤ Uop ≤ 1,4 Un
  • bistabilen Relais: 0,95 Un ≤ Uop ≤ 3 Un

Aus diesem Beispiel ist der deutlich größere zulässige Spannungsbereich bistabiler Relais deutlich zu erkennen.

Beispiele Motorsteuereinheit und HF-Relais

Dieses kann am Beispiel von Signalrelais in einer Motorsteuereinheit illustriert werden. Bei dieser Anwendung werden die Relais bei einer Umgebungstemperatur bis zu 125°C betrieben. Der gesamte Laststrom beträgt 0,5 A. Beide Pole sind parallel geschaltet. Besondere Herausforderung stellt hier der große Bereich der möglichen Versorgungsspannung dar, die zwischen 8,4 und 16,8 V liegt. In diesem Bereich muss das Relais zuverlässig betätigt werden. Als Lösung wird hier ein bistabiles Relais mit einer 6-V Spule eingesetzt.

Bild 2: Hochfrequenzrelais in einer Basisstation (Archiv: Vogel Business Media)

Ein weiteres Anwendungsbeispiel stellt das Hochfrequenzrelais in einer Basisstation dar (Bild 2). Das Relais HF3S führt eine maximale Hochfrequenzleistung von 150 W bei einer maximalen Umgebungstemperatur von 92°C. Diese Lösung war nur mit einem bistabilen Relais realisierbar.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:300191)