Ignion Oxion 2.0 Antennendesign wird "so einfach wie Lego"

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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Oxion 2.0 soll das Antennendesign mit KI erleichtern. Zudem erklärt CEO Jaap Groot im Gespräch mit ELEKTRONIKPRAXIS auf der Embedded World 2025, warum Wi-Fi und BLE den Markt dominieren, während Ignion strategisch auf Mobilfunkstandards setzt.

(Bild:  Ignion)
(Bild: Ignion)

Ignion, ein Spezialist für IoT-Antennen mit Sitz in Barcelona, präsentierte auf der Embedded World 2025 in Nürnberg die neue Version seiner KI-gesteuerten HF- und Antennenplattform Oxion 2.0. Im Interview mit ELEKTRONIKPRAXIS erläuterte CEO Jaap Groot, wie die Plattform besonders kleinen und mittleren Unternehmen dabei helfen soll, komplexe Herausforderungen im Antennendesign eigenständig und kostengünstig zu bewältigen. Das Unternehmen macht hochwertige Antennentechnik durch innovative Algorithmen zugänglicher.

Herausforderungen beim Antennendesign

Entwickler stehen laut Groot häufig vor einer kaum überschaubaren Auswahl von Antennenkomponenten. Die Komplexität bei der Wahl der richtigen Antenne führt oft zu erheblichen Kosten und zeitaufwändigen Abstimmungsprozessen.

Besonders KMUs seien benachteiligt, da etablierte Anbieter den notwendigen technischen Support für kleinere Stückzahlen aus wirtschaftlichen Gründen meist nicht anbieten können. Das Resultat seien suboptimale Produkte, die am Markt scheitern oder hohe Folgekosten verursachen.

Ignions Lösung: Oxion 2.0 mit KI

Die Plattform Oxion 2.0 von Ignion zielt darauf ab, diese Probleme radikal zu vereinfachen. Zu den wichtigsten Features gehören:

  • Automatischer PCB-Gerber-Check: Analysiert und verarbeitet PCB-Gerber-Dateien, um sofortiges Feedback zur Antennenintegration zu liefern.KI-gestützte Designoptimierung: Maschinelles Lernen ersetzt zeitaufwändige Simulationen durch präzise Vorhersagen mit einer Genauigkeit von 95–98%.
  • KI-Design-Explorer: Interaktive Anpassung von Antennenposition, -größe und -abstand mit sofortigem Leistungsfeedback.
  • Eingebetteter KI-Assistent: Unterstützt Entwickler mit Expertenwissen zur Antennentheorie und hilft bei der Interpretation von Designberichten.
  • Optimierte Projektmanagement-Tools: Zentrale Dashboards für die Verwaltung mehrerer Projekte, den Vergleich von Iterationen und maßgeschneiderte Designempfehlungen.
  • Virtual Antenna Lernplattform: Tutorials und Schulungsmaterialien in Kooperation mit der La Salle University Ramon Llull.

Ignion fügt seinem Antennendesign-Tool einen KI-Assistenten, eine PCB-Gerber-Überprüfung und andere Funktionen hinzu.(Bild:  Ignion)
Ignion fügt seinem Antennendesign-Tool einen KI-Assistenten, eine PCB-Gerber-Überprüfung und andere Funktionen hinzu.
(Bild: Ignion)

Ignion im Vergleich zur Konkurrenz

Ignion will sich mit der Plattform von Wettbewerbern wie Taoglas oder TE Connectivity durch seinen konsequenten Self-Service-Ansatz abheben. Groot betont, dass Ignion nicht zwingend bessere technische Ergebnisse liefere, jedoch deutlich einfacher und schneller sei – besonders bei nachträglichen Änderungen und Abstimmungen. Die intuitive Plattform senke die Einstiegshürden für kleinere Unternehmen erheblich.

Welche Funkstandards dominieren tatsächlich?

Wi-Fi und Bluetooth Low Energy (BLE) sind laut Groot aktuell marktführend und machen zusammen über 50 Prozent des Marktes aus. Der Mobilfunkbereich folgt dahinter, bietet jedoch aufgrund der höheren Komplexität eine bessere Wertschöpfung pro Antenne. Groot erwartet, dass Wi-Fi aufgrund der Lizenzfreiheit und seiner einfachen Zugänglichkeit die dominante Rolle behalten wird, während Mobilfunk trotz Lizenzgebühren und höherer Implementierungskosten eine kleinere, aber lukrative Nische bleibt.

Reality Check: Industrielles IoT und seine Bedeutung

Obwohl das industrielle IoT (IIoT) medial stark präsent ist, relativiert Groot dessen wirtschaftliche Bedeutung für sein Unternehmen. Industriekunden nehmen geringe Stückzahlen ab, wodurch der tatsächliche Marktanteil kleiner ausfällt als gemeinhin angenommen.

Deutlich größere Märkte sieht er im Container-Tracking und Smart Metering, wo wesentlich höhere Stückzahlen und Umsätze erzielt werden. Ignions Lösungen haben besonders in diesen volumenstarken Bereichen großes Potenzial.

Groot nennt zudem Healthcare-Wearables als aktuell wichtigsten Markt für Ignion. Die Plattform Oxion 2.0 wurde gezielt entwickelt, um in diesen Kernbereichen Marktanteile auszubauen und gleichzeitig die Supportkosten zu senken. Während einfache Anwendungen wie Wi-Fi oder BLE hohe Volumen bei niedrigen Margen generieren, konzentriert sich Ignion auf komplexe Mobilfunklösungen mit höheren Margen. Die neue Plattform soll als Hebel dienen, um diese profitable Strategie breiter zugänglich zu machen .(mc)

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