Gassensorik Sauerstoffsensor mit Festkörperelektrolyt auf einem Chip

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Der Faraday-Ox ist ein mikroelektrochemischer Sauerstoffsensor, der präzise, langzeitstabil und energiesparend ist. Dank der integrierten MECS-Technologie ist eine Festkörpersensorik im Chipformat möglich. Dies ist für eingebettete Systeme, IoT-Anwendungen oder Verpackungen interessant.

Sauerstoffmessung: Das von FaradaIC entwicklete Modul bietet Langzeitstabilität und behält seine Funktionalität auch unter extremen Bedingungen von 85 °C und höher bei. (Bild:  FaradaIC)
Sauerstoffmessung: Das von FaradaIC entwicklete Modul bietet Langzeitstabilität und behält seine Funktionalität auch unter extremen Bedingungen von 85 °C und höher bei.
(Bild: FaradaIC)

Mit dem Faraday-Ox bringt FaradaIC Sensors das nach eigenen Angaben erste vollständig digitalisierte Sauerstoffmessmodul auf Basis der firmeneigenen MECS-Technologie auf den Markt – ein mikroelektrochemischer Festkörpersensor, gefertigt im Stil von MEMS-Prozessen. Wie die MECS-Technologie funktioniert und wie sich damit präzise und kostengünstig Gase messen lassen, lesen Sie im Interview. Mit seiner Entwicklung adressiert das Unternehmen gleich mehrere Schwachstellen klassischer elektrochemischer Sensoren: begrenzte Lebensdauer, Elektrolytverdampfung und hohe Ansprechzeiten gehören der Vergangenheit an.

Festkörpersensorik statt Flüssigelektrolyt

Im Gegensatz zu klassischen elektrochemischen Sauerstoffsensoren, die auf flüssigem Elektrolyt basieren und dadurch alterungs- und temperaturanfällig sind, nutzt das Faraday-Ox-Modul einen festen ionenleitenden Elektrolyten auf einem mikrostrukturierten Trägersubstrat. Die elektrochemischen Reaktionen finden in einer vollständig versiegelten, robusten Zellstruktur statt, was die Langzeitstabilität signifikant erhöht – auch bei Temperaturen bis 85 °C und Luftfeuchten von 0 bis 95 % r.F. (nicht kondensierend).

Ein entscheidender Vorteil ist die Resistenz gegen Austrocknung, was die Anwendung auch in trockenen oder temperaturkritischen Umgebungen ermöglicht – etwa bei MAP/CAP-Verpackungen, in Lagerhallen, Rechenzentren oder medizinischen Geräten.

Kalibriert, energiesparend und sofort einsetzbar

Das Modul verfügt über eine digitale UART-Schnittstelle (115.200 bps), werkseitige Kalibrierung und eine integrierte Kompensation für Alterungseffekte, die ohne manuelle Nachkalibrierung auskommt. Optional ist auch I²C verfügbar. Für IoT-Anwendungen wurde das System auf minimalen Stromverbrauch optimiert:

  • < 5 µA Durchschnittsverbrauch,
  • < 25 mA kurzzeitiger Peak im gepulsten Betrieb,
  • Ansprechzeit < 1 s,
  • Betriebsspannung 3,2 bis 5,5 V.

Messbereiche und Genauigkeit

Das Sensorportfolio deckt verschiedene Messbereiche für Sauerstoff ab:

Typ Messbereich (vol.% O2) Auflösung Genauigkeit
006 0–6 % 20 ppm ±0,20 %
010 0–10 % 25 ppm ±0,20 %
1521 15–21 % 50 ppm ±0,30 %
100 0–100 % 250 ppm ±0,30 %

Die Sensoren sind unempfindlich gegenüber CO2 (keine Querempfindlichkeit bei 5 %) und liefern je nach Variante eine Wiederholbarkeit von ±0,02 bis 0,03 % O2.

Von der Lebensmittelindustrie bis Industrie 4.0

Neben der Verwendung in der Lebensmittelverpackung (MAP, CAP) ist das Faraday-Ox-Modul prädestiniert für:

  • Qualitätsmonitoring in der Lebensmittel- und Pharmalogistik,
  • Umwelt- und Raumluftüberwachung,
  • Embedded-Systeme für Smart Farming,
  • Atmungsüberwachung in Wearables,
  • Sauerstoffmanagement in Industrieprozessen,
  • Geräte zur Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) sowie
  • Integration in RTLS-Systeme (wie BLE und Cloud-Anbindung).

Dank standardisierter Schnittstellen und sofort nutzbarer Entwicklungskits (inkl. GUI und USB-C-Schnittstelle) lässt sich das Modul nahtlos in bestehende Systeme integrieren. Auch die Integration in Bluetooth-basierte Low-Power-Tracker wurde realisiert.

„Mit der Einführung des Faraday-Ox-Moduls definieren wir die Möglichkeiten der Sauerstoffmessung neu“, sagt Dr. Ryan Guterman. „Unsere patentierte MECS-Technologie, kombiniert mit proprietären Algorithmen und einer MEMS-ähnlichen Fertigung in hohen Stückzahlen, ermöglicht es uns, einen Sensor anzubieten, der nicht nur kompakter und langlebiger, sondern auch kostengünstiger und skalierbar für eine Vielzahl von Branchen ist.“ (heh)

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