Geschäftszahlen AMS Osram weiterhin in schwierigem Fahrwasser

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Die Lage bei AMS Osram ist vielschichtig, aber nicht aussichtslos. Nach dem Debakel beim Schlüsselprojekt MicroLED ist ein Umdenken angesagt. Hoffnung sieht Vorstandschef Aldo Kamper im zweiten Halbjahr.

Wohin geht die Entwicklung bei AMS Osram hin? Das Unternehmen kämpft immer noch mit seiner teuren Investition in eine MicroLED-Fabrik, die nicht mehr benötigt wird. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Wohin geht die Entwicklung bei AMS Osram hin? Das Unternehmen kämpft immer noch mit seiner teuren Investition in eine MicroLED-Fabrik, die nicht mehr benötigt wird.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Es schien ein großer Deal zu werden, als AMS Osram seine Fabrik für Displays auf Basis von MicroLED in malaysischen Kulim aufbaute. Hier wollte Apple seine Displays für die Watch produzieren lassen. Doch aus dem Deal wurde nichts. Schlecht für AMS Osram, gut für die Asiaten.

Denn während MicroLED vorübergehend angeschlagen sind, verlagert sich dank der Entscheidung von Apple das Zentrum der Entwicklung für die neue Display-Generation jetzt noch weiter nach Asien – wobei es zwischen mehreren asiatischen Ländern da gerade eine starke Konkurrenz gibt. Vor allem die Chinesen zeigen großes Interesse an der MicroLED-Technik.

Letzten Freitag hatte das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlicht. Dabei geht es vor allem um das aktuelle Sanierungsprogramm, mit dem man sich laut Vorstandschef Aldo Kamper „voll auf Kurs“ befindet. Vor allem die schwächere Auto- und Industriekonjunktur macht dem Unternehmen zu schaffen.

Dynamischer Markt, schwaches zweites Quartal

Vorstandschef Aldo Kamper stimmt die ungebrochene Dynamik bei Aufträgen (Design-Wins) zuversichtlich. Diese untermauere die langfristigen strukturellen Wachstumsaussichten. Im zweiten Quartal lag der Umsatz von 819 Mio. Euro um 28 Mio. unter dem des Vorquartals und vier Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.

AMS-Osram wertete das trotzdem als solide. Das Halbleitergeschäft zeigte sich nach Angaben des Unternehmens robust, mit strukturellem Wachstum im Automobilbereich, einer Stabilisierung des Industriegeschäfts dank Gewächshausbeleuchtung und professioneller Beleuchtung sowie einem Rückgang im Verbrauchergeschäft aufgrund des allmählichen Auslaufens von Altprojekten.

Industrie- und Medizintechnik leidet

Die Geschäfte in den einzelnen Branchen entwickeln sich unterschiedlich. Die Umsatzerlöse mit optoelektronischen Halbleitern stiegen in Q2/24 um 27 Mio. Euro auf 372 Mio. Euro nach 345 Mio. Euro in Q1/24. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 84 Mio. Euro, was einer bereinigten EBITDA-Marge von 23 Prozent entspricht. Die Umsatzerlöse mit CMOS-Sensoren und ASICs beliefen sich in Q2/24 auf 224 Mio. Euro, gegenüber 233 Mio. Euro in Q1/24. Der Rückgang um neun Mio. Euro ist hauptsächlich auf das Auslaufen von Consumer-Altgeschäften zurückzuführen. Das Geschäft mit Industrie- und Medizintechnik leide weiterhin unter den Bestandskorrekturen bei den Lieferketten.

Für AMS Osram bleiben die kommenden Wochen und Monate entscheidend. Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen vor allem in der Industrie- und Medizintechnik mit rückläufigen Umsätzen. Neue Aufträge aus der Chipindustrie sollten aber dazu führen, dass der Umsatz im zweiten Halbjahr höher ausfällt als im ersten. (heh)

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