Mentor hat seine „Analog FastSPICE“-Technik (AFS) überarbeitet. Die neue „eXTreme“-Version (XT) soll die Post-Layout-Verifikation großer analoger Designs für 7-, 5- und 3-nm-Prozessknoten erheblich beschleunigen.
Entstören: Je kleiner die Prozessknoten, desto schwerwiegender machen sich parasitäte Effekte in elektrischen Schaltungen bemerkbar. Gut, wenn sich ihre Auswirkungen exakt simulieren lassen.
(Bild: Clipdealer yuyang/123RF)
Mit atemraubendem Tempo schreitet die Fertigungstechnik für Halbleiter voran: Erst vor gut zwei Jahren kamen Chips mit 7-nm-Strukturen in nennenswerten Stückzahlen auf den Markt, gefertigt in hochmoderner EUVL-Technik (extreme ultraviolett lithographie). Mittlerweile zählt diese Strukturgröße zum Mainstream. Noch dieses Jahr sollen erste 5-nm-Chips vom Band laufen.
Dazu müssen sie jedoch erst einmal entwickelt, simuliert und für neuste Produktionstechniken spezifiziert werden. Die Schaltkreisverifikationen für Analog-, Hochfrequenz-, Mixed-Signal-, Speicher- und kundenspezifische Digitalschaltungen im Nanometerbereich übernehmen SPICE-Simulations- und Post-Layout-Verifikationsprogramme. Die wichtigsten Vertreter solcher EDA-Tools (electronic design automation) sind Mentor, Cadence und Synopsis.
Simulationsleistung versus Simulationsgenauigkeit
Nun kündigt die Siemenstochter Mentor „signifikante Fortschritte für die Post-Layout-Verifikation großer analoger Designs im Nanometerbereich“ an. Mittel zum Zweck ist die neue „Analog FastSPICE eXTreme“-Technik, kurz AFS-XT. Diese soll die Simulationsleistung erheblich steigern – unter Beibehaltung der für die analoge Verifikation im Nanometerbereich erforderlichen Foundry-zertifizierten Genauigkeit.
„Da auch analoge, Mixed-Signal- und RF-Designs weiter in die neuesten Nanometer-Prozesstechniken vordringen, fordern Entwickler eine deutliche Verbesserung der Leistung von Schaltungssimulatoren ohne Beeinträchtigung der Genauigkeit“, sagte Ravi Subramanian, Senior Vice President für IC Verification Solutions von Mentor.
Parasitäre Effekte sind ein Problem in der Schaltungstechnik
Für die neue Version hat Mentor nach eigenen Angaben die Algorithmen zur Reduktion parasitärer RC-Elemente verbessert und die Performance des AFS-Kerns erhöht. Zudem sei jetzt eine umfassende, vollspektrale Rauschanalyse für hochpräzise Chip-Simulationen möglich.
So gerüstet soll AFS-XT besonders die Entwicklung von analogen Designs mit hohem Anteil von parasitären Elementen vereinfachen. Mit fortschreitender Verkleinerung der Prozessgeometrien wird dies zunehmend problematisch: Die Berechnungen müssen immer genauer sein, was in der Regel mehr Zeit und Prozessor-Power erfordert. Durch die Überarbeitung seiner bisherigen „Analog FastSPICE“-Technik (AFS) einen deutlichen Tempo-Boost erreicht haben: Nach eigenen Angaben berichten Kunden, das AFS-XT Schaltungen rund zehnmal schneller simulieren kann als der Vorgänger.
„Wir haben an dem Early-Access-Programm für AFS-XT mit mehreren großen Post-Layout-Designs teilgenommen und konnten eine bis zu 10-fache Beschleunigung bei gleichbleibender SPICE-Genauigkeit feststellen“, sagt etwa Randy Caplan, Executive Vice President von Silicon Creations. Gegenüber Wettbewerbslösungen sei die Simulationsleistung bei ähnlichen Genauigkeitseinstellungen etwa dreimal höher.
3-nm-Prozessknoten im Blick
Für Bausteine wie PLLs (Phase Locked Loops) und Low-Power-/High-Speed-Schnittstellen wie SerDes habe man Silizium-IPs für höchste Taktraten auch bei kleinsten Prozessknoten entwickelt, sagt Caplan. „Unsere Designs kommen in neusten System-on-Chip-ICs zum Einsatz und müssen auch auf den neuesten FinFET-Geometrien bis hinunter zu 3 nm funktionieren.“ Bereits die AFS-Plattform von Mentor ist bis hinab zu 5 nm Foundry-zertifiziert.
Daher sei es unerlässlich, FinFET-Designs schnell und genau simulieren können – schließe müsse man sehr engen Zeitpläne einhalten. Wichtig sei dabei, die eigenen Designs vollständig verifizieren zu können, um möglichst bereits mit dem ersten Entwurf „unsere Leistungs- und Ausbeuteziele zu erreichen.“
Analoge Verifikation im Nanometerbereich beschleunigen
Ähnlich äußert sich Mahesh Tirupattur, Executive Vice President von Analog Bits, einem Entwickler von Mixed-Signal-IP wie Low-Power-SerDes, Phasenregelkreise, Sensoren und I/Os in fortgeschrittenen FinFET-Prozessen bis zu 3 nm: „Wir haben sehr hohe Genauigkeitsanforderungen an unsere integrierte Takterzeugungs- und Interconnect-IP, die unbedingt die Berücksichtigung von parasitären Layout-Effekten dieser FinFET-Designs benötigt, um die tatsächliche analoge Schaltungsreaktion möglichst genau darzustellen.“ Der Einsatz von AFS-XT habe zu einer sechsfach schnelleren Verifikation bei gleichbleibender Genauigkeit für die analoge Verifikation im Nanometerbereich geführt.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
AFS-XT ergänzt die Symphony Mixed-Signal-Plattform von Mentor und ist für aktuelle AFS-Kunden ohne zusätzliche Kosten erhältlich. Symphony nutzt AFS als analogen Schaltungssimulator für eine schnelle und genaue Überprüfung von Mixed-Signal-Designs. Für die digitalen Schaltungsteile können laut Hersteller bei Symphony alle gebräuchlichen HDL-Simulatoren in der Mixed-Signal Simulation verwendet werden. Die Symphony-Plattform unterstütze das Überprüfen komplexer, Mixed-Signal-ICs im Nanometerbereich mit einer intuitiven Bedienung, leistungsstarken Debugging-Funktionen und einfacher Konfiguration.
Wissen ist Wettbewerbsvorteil!
Bleiben Sie auf dem Laufenden: Mit unserem Newsletter informiert Sie die Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS täglich zu aktuellen Themen, News und Trends aus der Branche.