KI-Wachstum AMD auf Einkaufstour: Silo AI und ZT Systems sollen KI-Strategie stärken

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Verantwortlichen von AMD wollen auf das Zukunftsthema der künstlichen Intelligenz setzen und haben unter anderem das größte, europäische KI-Labor Silo AI sowie den Hyperscale-Lösungsanbieter ZT Systems erworben. Die Silo-Transaktion ist abgeschlossen, der ZT-Erwerb zieht sich vermutlich bis 2025 hin.

ZT Systems setzt seit rund 15 Jahren auf das Design und die Ausstattung von skalierbaren Cloud-Rechenzentren.(Bild:  ZT Systems)
ZT Systems setzt seit rund 15 Jahren auf das Design und die Ausstattung von skalierbaren Cloud-Rechenzentren.
(Bild: ZT Systems)

Künstliche Intelligenz ist für viele Großunternehmen das aktuelle heißeste Thema. Nach dem wahnsinnigen und unglaublich erscheinenden Erfolg von Nvidia im KI- und Rechencenter-Geschäft möchten sich alle großen Player ein Scheibchen vom Markt abschneiden, bevor er komplett vergeben ist.

Zu den Anwärtern auf einen Platz auf der Sonnenseite gehört AMD, das mit KI-Chips und Datacenter-Geschäften mitmischen will. Um die eigene Position zu stärken und auszubauen, haben die Verantwortlichen von AMD im Feld der künstlichen Intelligenz einige Kaufabsichten geäußert oder diese bereits vollzogen.

Silo AI: Europas größtes, privates KI-Labor

Im Juli 2024 wurde verkündet, dass AMD rund 665 Millionen US-Dollar an Barmitteln für den Kauf des finnischen AI-Labors Silo AI aufbringen wolle. Mit ihren KI-Modellen haben die Leute von Silo bislang unter anderem mit Allianz, Unilever, Philips und Rolls-Royce zusammengearbeitet. Die LLMs (Large Language Model) Poro und Viking wurden von Silo bereits auf AMD-Plattformen umgesetzt.

Die Transaktion wurde am 12. August 2024 erfolgreich abgeschlossen, wie die Presseabteilung von AMD mitteilt. Silo AI ist jetzt Teil der AMD Artificial Intelligence Group (AIG). „Das Silo-AI-Team hat hochmoderne Sprachmodelle entwickelt, die in großem Maßstab auf AMD-Instinct-Beschleunigern trainiert wurden, und verfügt über umfassende Erfahrung in der Entwicklung und Integration von AI-Modellen zur Lösung kritischer Probleme für Endkunden. Wir gehen davon aus, dass ihr Fachwissen und ihre Softwarefähigkeiten die Erfahrung der Kunden bei der Bereitstellung der leistungsstärksten KI-Lösungen auf AMD-Plattformen direkt verbessern werden“, erklärte dazu Vamsi Boppana, AMD Senior Vice President, AIG.

ZT Systems: Server und Infrastruktur für Cloud-Rechenzentren

AMDs Absicht, ZT Systems für rund 4,9 Milliarden US-Dollar in bar (75 Prozent) und Aktien (25 Prozent) zu kaufen, wurde am 19. August 2024 bekannt gemacht. Mit dem Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2025 gerechnet, vorbehaltlich bestimmter behördlicher Genehmigungen und anderer üblicher Abschlussbedingungen. Der Aufsichtsrat hat bereits zugestimmt.

ZT verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Bereitstellung von KI-Rechen- und Speicherinfrastrukturen in Rechenzentren für die größten globalen Cloud-Unternehmen – und mit großer Skalierfähigkeit; daher auch die Bezeichnung Hyperscaler. Zu den Kunden von ZT gehören Gerüchten zufolge unter anderem Amazon (AWS) und Microsoft (Azure) (via Forbes), die auch weiterhin bedient werden sollen.

Nach Abschluss der Transaktion wird ZT Systems der AMD Data Center Solutions Business Group angehören. ZT wiederum wird ins zwei Bereiche zerlegt: Der CEO von ZT, Frank Zhang, wird das Fertigungsgeschäft leiten, und der Präsident von ZT, Doug Huang, wird die Teams für Design und Customer Enablement leiten. Beide berichten an den Executive Vice President und General Manager von AMD, Forrest Norrod. Das Fertigungsgeschäft soll allerdings verkauft werden, weil dieser Bereich nicht so lukrativ und die Konkurrenz zudem groß sei.

Dass bei AMD künstliche Intelligenz ernst genommen wird, zeigen nicht nur diese jüngsten Akquisitionen. In den vergangenen zwölf Monaten hat AMD eigenen Worten zufolge mehr als eine Milliarde US-Dollar investiert, um das unternehmenseigene KI-Ökosystem zu erweitern. (sb)

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