Messdaten analysieren

Alle Messdaten mit der SBench 6 im Griff

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Das Triggern als wesentliche Funktion

Das Triggern ist eine wesentliche Funktion bei jedem Gerät, das der Aufzeichnung und Digitalisierung von Signalen dient. Die zahlreichen Ausprägungen verschiedener Signalwellenformen und -pegel sowie deren zeitliche Verläufe erfordern Digitizer mit äußerst flexiblen Triggerschaltungen. Die Hardware-Triggerquellen umfassen alle Eingangskanäle sowie einen der beiden externen Triggereingänge (Ext0 oder Ext1). Neben den Hardware-Triggerquellen gibt es auch ein Software-Triggerereignis, das ein programmgesteuertes Triggern ermöglicht. Triggerquellen können individuell oder kombiniert unter Verwendung eines Triggers mit mehreren Quellen und von AND/OR-Logikelementen genutzt werden. Jede dieser Quellen unterstützt mehrere Triggertypen.

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In der Registerkarte „Trigger“ in Bild 3 kann die geeignete Triggereinstellung gewählt werden. Trigger können einfache Flankentrigger sein, bei denen zwischen Quelle, Triggerflanke, Impulsbreite und den Triggerpegel gewählt wird. Daneben gibt es andere Triggerkanalmodi wie Fenster und Re-arm (Hysterese). Triggertore können von jeder Hardware-Quelle aus in den Modi High, Low, Inside Window oder Outside Window erzeugt werden. Tore werden in der Regel für logische Operationen unter Einbeziehung mehrerer Quellen verwendet. Wird der Eingang eingestellt, öffnet sich nach einem Doppelklick auf einen Eingangskanal ein Popup-Fenster, in dem die zugehörigen Triggerparameter festgelegt werden können. Nach einem Doppelklick auf die Felder für die Triggerparameter werden Scrollfelder aktiviert, in denen die entsprechenden Einstellungen vorgenommen werden können. Über das Trigger-Fenster lassen sich alle Triggerfunktionen kontrollieren.

Die verschiedenen Anzeigefenster

Das Bild 4 zeigt ein Beispiel für die vielfältigen Anzeigeoptionen, mit der sich unterschiedlichste Anzeigenquellen, -typen und -layouts umsetzen lassen. Im Bild ist ein einzelnes Anzeigefenster (links) mit acht digitalen Wellenformen, eine analoge Anzeige mit zwei Signalen (unten Mitte), eine X-Y-Anzeige (oben Mitte), eine FFT- schnelle Fourier-Transformation (oben rechts) und eine Einzelkanalkurve (unten rechts) dargestellt.

Die Hauptsymbolleiste dient dazu, je nach Bedarf eines dieser Anzeigefenster hinzuzufügen. Die Symbolleiste rechts von der Anzeige enthält Symbole, die zur Steuerung der einzelnen Anzeigen verwendet werden können. Die Anzeigen lassen sich horizontal und vertikal vergrößern. Durch einen Klick auf eine Schaltfläche passt sich die Wellenform automatisch an den Bildschirm an, durch Klicken auf eine andere wird der Bereich, in dem sich der Cursor befindet, vergrößert. Es gibt Steuerelemente, mit denen sich die Anzeigen durch Ausrichtung der Position von Cursor oder Trigger synchronisieren lassen. Außerdem lassen sich verschiedene Elemente der Anzeige wie Cursors, Gitternetze, Triggeranzeiger und Kommentare ein- und ausblenden.

Durch einen Klick mit der rechten Maustaste in eines der Anzeigefenster öffnet sich ein Popup-Fenster, in dem sich alle Anzeigen in Form von Kacheln horizontal, vertikal, symmetrisch sowie stufenförmig anordnen lassen. Anzeigeneigenschaften wie Farben, Linienstärken und selektives Dimmen von Hintergrundanzeigen können gewählt bzw. festgelegt werden. Durch einen Klick mit der rechten Maustaste auf die horizontale oder vertikale Achse öffnet sich ein Popup-Fenster, in dem man den sichtbaren Bereich der Anzeige individuell begrenzen kann.

Messung und Analyse mit SBench 6

Zum Messen stehen zwei Tools zur Verfügung: Cursor und Parametermessungen. In jedem Anzeigefenster stehen zwei Cursor zur Verfügung. Ein roter Cursor wird angezeigt, den man an den gewünschten Punkt der Kurve zieht, sodass sich die horizontalen und vertikalen Cursorlinien am gewünschten Messpunkt schneiden. Nun legt man die Position des anderen Cursors fest. Die Cursorwerte werden im Fenster „Info“ auf der linken Seite des Bildschirms angezeigt (Bild 5).

Die horizontalen und vertikalen Werte zu jeder Cursorposition werden in Textform in der entsprechenden Farbe aufgelistet. Außerdem werden Amplitude und zeitliche Abweichung berechnet und zusammen mit dem Kehrwert der zeitlichen Abweichung angezeigt. Die Cursor lassen sich durch Klicken auf das Symbol Cursor in der Symbolleiste auf der rechten Seite der Anzeige ausblenden.

Der Zugriff auf die Funktion Parametermessungen erfolgt für alle Wellenformen durch einen Klick mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Kanal im Fenster Eingangskanäle. Daraufhin öffnen sich verschiedene Popup-Fenster (Bild 6). Unter dem Menüpunkt öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem verschiedene Messungen und Berechnungen zur Auswahl stehen. Zur Auswahl stehen Amplituden-, Zeit-, Frequenz- und zyklische Messung. Bei jeder Messung besteht die Möglichkeit der Auswahl einer „Signal-Info“, die eine Zusammenfassung aller in der Gruppe getroffenen Auswahlmöglichkeiten darstellt. Die mit Parametermessungen erzielten Messwerte sind im Allgemeinen genauer als die vom Cursor abgeleiteten. Das Ergebnis von Cursormessungen hängt, wesentlich stärker von den Fähigkeiten des Benutzers ab, was die Positionierung der Cursors angeht.

Die unterschiedlichen Analysefunktionen

Nachdem die Messdaten aufgezeichnet sind, sollen sie analysiert werden. Dazu stehen unterschiedliche Analysefunktionen wie Wellenform-Arithmetik, schnelle Fourier-Transformation, Histogramm, Filter mit endlicher Impulsantwort, Mittelwertbildung, Verkettung analoger Signale sowie Signalwandlung. Der Zugriff auf die Analysefunktionen erfolgt wie bei den Messungen durch Klicken mit der rechten Maustaste auf einen Eingangskanal im Fenster Eingangskanäle. Für jede der Signalanalysefunktionen lassen sich bedarfsgerecht eigene, individuelle Einstellungen vornehmen. Viele Analysefunktionen lassen sich verketten. Somit kann der Mittelwert einer FFT gebildet werden.

Abschließend noch ein Blick auf die Möglichkeiten, die Messdaten zu archivieren: Dazu gehören das Speichern und Wiederaufrufen von Einstellungen und Daten zu Wellenformen in zahlreichen Formaten sowie das Speichern von Bildschirmgrafiken als Dateien oder sie auszudrucken. Die Daten lassen sich mit der Funktion Export speichern und in SBench-6- oder SBench-5-kompatiblen Formaten oder als ASCII-, MATLAB-, *.WAV-Dateien, binäre Dateien oder als VCD (Value Change Dump) exportieren.

Die Dateien in SBench-5- oder SBench-6-kompatiblen, ASCII-, *.WAV- und binären Formaten lassen sich auch in SBench 6 importieren. Bilddateien von Farb- oder Schwarz-Weiß-Ausdrucken beliebiger Wellenformanzeigen können als Grafikdatei gespeichert oder an einen Drucker gesendet werden.

* Oliver Rovini ist Technical Director bei Spectrum Systementwicklung in Großhansdorf.

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