Chinesische Hersteller von Contact-Image-Sensoren etwa für Smartphone- und ADAS-Kameras sind im Zuge der US-amerikanischen Sanktionspolitik groß geworden. Nun jagen sie den bisherigen Marktführern Sony und Samsung schnell Marktanteile ab.
Smartphones chinesischer Hersteller wie Huawei waren früher oft mit Bildsensoren von Sony ausgestattet. Mittlerweile greifen die Firmen vermehrt auf CIS heimischer Produzenten wie Omnivision zurück.
(Bild: Huawei)
Mit Boykotten wollte Donald Trump die chinesische Halbleiter-Produktion schwächen. Erreicht hat er in einigen Industriesegmenten das Gegenteil – zum Beispiel bei Kontaktbildsensoren (CIS, Contact Image Sensors). Chinesische CIS-Hersteller jagen den bisherigen Platzhirschen Sony und Samsung Marktanteile ab – dieser Trend hat sich seit dem Huawei-Bann beschleunigt.
Vorbei sind die Zeiten, in denen Sony noch fast die Hälfte des Weltmarktes für CMOS-Kontaktbildsensoren beherrschte. Der schnell wachsende chinesische Hersteller Omnivision wird in diesem Jahr bereits 12,9% des Weltmarktes mit seinen Produkten beliefern – vor allem auf Kosten von Sony (39,1%) und Samsung (24,9%), heißt es in einer Studie der chinesischen Agentur Counterpoint zu den Lieferketten von Kamera-Zubehör.
Sony hart getroffen – von US-Sanktionen gegen Huawei
2019 hatte die US-Regierung Huawei sanktioniert – mit der Folge, dass auch Sony keine Halbleiter-Bildsensoren für Smartphones und Digitalkameras mehr an den chinesischen Vorzeigekonzern liefern durfte. „Der Huawei-Boykott hat Sony hart getroffen. Vorher nutzten fast alle Mobiltelefone von Huawei CMOS-Bildsensoren von Sony, vor allem Mate- und P-Serien im oberen Marktsegment“, berichtet das chinesische Halbleiter-Fachportal Bandaoti Hangye Guancha.
„Was den Handelskrieg und den Huawei-Boykott betrifft, so hatte er einen unterschiedlichen Einfluss auf verschiedene Wettbewerber. Im mobilen Markt war Sony derjenige CIS-Player, der hauptsächlich davon getroffen worden ist, während zum Beispiel Omnivision zu seinen Haupt-Nutznießern zählen“, heißt es in einer Analyse der China Merchants Bank.
Nachfrage nach Bildsensoren für ADAS wächst rasant
Das chinesische Unternehmen Omnivision konnte seine Produktionskapazitäten ausweiten und sein Produktportfolio diversifizieren. Der Boom der E-Mobilität und des autonomen Fahrens in China – mit bald drei Kameras in jedem neuen Auto – hilft dem chinesischen Unternehmen zusätzlich. „Omnivision erwartet, dass sein Umsatz mit CIS in diesem Jahr deutlich steigen wird,” berichtet Bandaoti Hangye Guancha.
Das Unternehmen, eine Tochter des chinesischen Konzerns „Will Semiconductor” liegt beim Verkauf von Automotive-CIS bereits weltweit auf dem zweiten Platz. Seit 2021 hat es mit der Massenfertigung eines 8-Megapixel-CIS für Fahrzeuge begonnen. Mit dem steigenden Marktbedarf an ADAS-Fahrassistenz-Systemen und Anwendungen für das autonome Fahren wächst besonders in diesem Automobil-Segment die Nachfrage explosionsartig.
Fast drei Viertel aller CIS landen derzeit in Smartphones
Noch sind Kameras in Mobiltelefonen weltweit für 71,4% des CIS-Marktbedarfs verantwortlich, gefolgt von Kameras in Autos mit 8,6% und Überwachungskameras mit 5,6%. Doch das automobile Segment wächst derzeit mit rund 40% pro Jahr, berichtet unter anderem Yole.
Insgesamt wird der CIS-Industrie in den kommenden fünf Jahren weltweit ein durchschnittliches Wachstum (CAGR) von 7% vorhergesagt. In den vergangenen Jahren hatte das Wachstum der Industrie sogar noch höher gelegen, allen Corona-Massnahmen und allem davon ausgelöstem Lieferketten-Chaos zum Trotz.
Chinesische Hersteller expandieren im „Sweet Spot“
Damit wächst ein wichtiges Segment der globalen Halbleiter-Industrie besonders schnell, und chinesische Hersteller expandieren in genau diesem Segment überdurchschnittlich schnell. Mit Einnahmen in Höhe von 20,7 Milliarden US-Dollar war der CIS-Markt im Jahr 2020 bereits für 4,7% der globalen Halbleiter-Industrie verantwortlich.
Auch der CIS-Markt für Überwachungskameras wächst sehr schnell. Während die US-Regierung hier bestimmte chinesische Unternehmen auf ihre schwarze Liste gesetzt hat, profitieren andere chinesische Konkurrenten von dem wachsenden Marktbedarf. Dazu zählt besonders der in Shanghai beheimatete chinesische Hersteller Smartsense Technology. Anders als die Unternehmen Hikvision, Dahuha und Sensetime steht Smartsense nicht auf der „Entity List“ der Amerikaner.
Auch CIS-Markt für Sicherheitskameras wächst schnell
Das Unternehmen ist auf Kontaktbildsensoren für den Sicherheitsbereich spezialisiert und konnte im Jahr 2020 bereits 146 Millionen CMOS-Bildsensoren dieses Typs ausliefern – 35% des globalen Bedarfs. Inzwischen hat Smartsense das kleinere Unternehmen Allchip erworben, um auch im Automobilsegment des CIS-Marktes stärker zu werden.
Ein weiterer chinesischer Hersteller, der gerade im mittleren und oberen Marktsegment für CIS stark wächst, ist Galaxycore. Zahlen von Frost & Sullivan zufolge lag Galaxycore 2020 weltweit bereits auf dem vierten Platz, was den Verkauf von CMOS-Bildsensoren betrifft.
Unter dem Strich lässt sich sagen, dass die chinesische CIS-Industrie einen Wachstumsschub erfährt, durch immer mehr Kameras in Handys und Autos und weitere technologische Trends im Markt für medizinische Geräte und VR/AR-Geräte durchaus noch an Fahrt gewinnen kann.
Stand: 08.12.2025
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* Henrik Bork ist Analyst bei Asia Waypoint, einem auf den asiatischen Markt fokussierten Beratungsunternehmen in Peking.