BITCOM-Studie Abhängigkeit der Unternehmen vom Internet wächst
Das Internet ist die Dampfmaschine des 21 Jahrhunderts. 50 Prozent aller Firmen sind stark vom Web abhängig. Die Vorteile überwiegen, denn internetaffine Unternehmen sind innovativer als Internetnachzügler.
Anbieter zum Thema
Grundlage der Studie ist eine repräsentative Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und des Hightech-Verbands BITKOM, bei der die Geschäftsmodelle von rund 2500 Firmen untersucht wurden.
Danach investieren internetabhängige Unternehmen überdurchschnittlich viel in Forschung und Entwicklung, machen einen größeren Umsatzanteil mit Marktneuheiten und beschäftigen mehr Akademiker als andere Firmen.
Das Web, die Dampfmaschine des 21 Jahrhunderts
„Für die deutsche Wirtschaft ist das Web die Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts: Es treibt die Konjunktur an und öffnet die Tür zu völlig neuen Geschäftsfeldern“, betont Prof. Michael Hüther, Direktor des IW Köln. Der Studie zufolge sind die Geschäftsmodelle von 18% der deutschen Unternehmen stark oder sogar vollständig vom Internet abhängig („Digitale Vorreiter“).
Für weitere 32% wird eine mittlere Abhängigkeit („Digitale Mitte“) festgestellt. Die andere Hälfte teilt sich auf in 32% („Digitale Nachzügler“), die schwach oder sehr schwach vom Internet abhängig sind und 18%, die das Internet gar nicht nutzen („Offliner“).
Die „Digitalen Vorreiter“ sind die Innovativsten
Im Vergleich der „Digitalen Vorreiter“ mit den „Digitalen Nachzüglern“ zeigen sich in Bezug auf ihre Innovationsfähigkeit deutliche Unterschiede. So entwickeln unter den Vorreitern 60% eigenständig Produkte, bei den Nachzüglern dagegen nur die Hälfte. Die Internetvorreiter erzielen 32% ihres Umsatzes mit Marktneuheiten, bei den Nachzüglern sind es 18%.
Der Akademikeranteil liegt bei den Vorreitern bei 39%, bei den Nachzüglern bei 24%. Insgesamt repräsentieren die internetabhängigen Unternehmen (Digitale Vorreiter und Digitale Mitte) jeweils 46% des in Deutschland erwirtschafteten Umsatzes und der Beschäftigten.
Das Web ist wichtig für Kundenpflege
Für alle befragten Unternehmen hat das Internet inzwischen große Bedeutung für ihren wirtschaftlichen Erfolg. Jeweils 44% der Befragten geben an, dass das Internet einen großen Einfluss auf die Kundenpflege sowie auf die Kooperation mit anderen Unternehmen hat. 37% sagen, das Internet beeinflusse stark die Kundenansprache und 29% nennen die Beschaffung.
Immerhin 17% der deutschen Unternehmen geben an, dass das Internet einen entscheidenden Einfluss auf ihr wichtigstes Produkt bzw. ihre wichtigste Dienstleistung hat.
Breitbandausbau erforderlich
„Das Internet bestimmt inzwischen fast alle Wirtschaftsbereiche“, betont BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Damit das Web seine Potenziale für Wachstum und Beschäftigung voll entfalten könne, brauche es geeignete Rahmenbedingungen. Neben dem weiteren Breitbandausbau oder der Linderung des Fachkräftemangels zählen dazu rechtliche Voraussetzungen, z.B. beim Datenschutz oder im Urheberrecht.
Aus Sicht des BITKOM sollten weitere Schritte unternommen werden. „Neben der Digitalisierung der Wirtschaft muss jetzt der Fokus auf die Modernisierung der Infrastruktur gelegt werden“, so Kempf. Für den Aufbau intelligenter Netze in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Behörden müssten laut BITKOM in den kommenden Jahren Investitionen von mehr als 130 Mrd. Euro aktiviert werden.
So sehen etwa drei Viertel der Bundesbüger einen großen oder sogar sehr großen Modernisierungsbedarf in der Energieversorgung und fast zwei Drittel der Deutschen sehen Erneuerungsbedarf im Verkehr.
(ID:30670470)