Von Datenbrille bis High-Speed-Datenübertragung

6 spannende Projekte aus den Fraunhofer-Instituten

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Optische Mikrostrukturen auf Basis von OLEDs

Die POG Präzisionsoptik Gera und das Fraunhofer COMEDD arbeiten seit einiger Zeit an OLED Mikrostrukturen für optische Systeme. Auf der electronica 2012 stellen beide erstmals im Mikrometerbereich beschichtete OLED-Strukturen auf opaken und transparenten Glasplatten vor, die in komplexen optischen und opto-elektronischen Systemen in der Messtechnik und industriellen Bildverarbeitung, in Medizin-, Laser- und Weltraumtechnik, in der Halbleiterindustrie und in der Sportoptik eingesetzt werden können.

Ziel dieser gemeinsamen Arbeit ist die Entwicklung von transparenten Optikelementen, auf denen einzelne Zahlen, Punkte oder Striche frei stehend leuchten können. Dies ist besonders für Anwendungen in Mikroskopen oder in Fernrohren interessant.

Im Gegensatz zum heutigen Stand der Technik, dem Einkoppeln der leuchtenden Strukturen unter anderem mittels Prismen, befinden sich nun die leuchtenden aktiven Flächen direkt auf den Glassubstraten. POG ist in der Lage, Gläser für optische Instrumente mit feinsten Strukturen zu versehen. Diese werden dann am Fraunhofer COMEDD gezielt mit OLEDs beschichtet.

In den optischen Anwendungen leuchten dann nur die Flächen und Informationen, die nötig sind, damit das Sichtfeld in den hochkomplizierten Systemen nicht unnötig eingeschränkt wird. Fraunhofer COMEDD und POG zeigen solche feinen Strukturen anhand von Exponaten und Demonstratoren, wobei die kleinsten Strukturen nur mittels Mikroskop sichtbar werden.

Durch die Entwicklung der mit OLED beschichteten Mikrostrukturen auf Glasplatten vereinfacht sich das System der Informationseinblendung, ob Bilder, Symbole oder Informationen mithilfe einer Sieben-Segment-Anzeige, enorm. Im Gegensatz zu den bisherigen Konstruktionen befinden sich nun diese Strukturen direkt im Strahlengang. Die Kosten für zusätzliche Komponenten, die für das Einspiegeln der Informationen bisher notwendig waren, und der Aufwand, diese in ein System einzusetzen und zu justieren, können nun eingespart werden.

Eine mögliche Anwendung wäre eine strukturierte Glasplatte mit variablen Strukturgrößen (Bereich von 5 bis 500 μm) für einen Auflösungstest oder die Einblendung der Entfernungsinformation über eine Sieben-Segment-Anzeige in einem Fernrohr. Die Helligkeit der leuchtenden Strukturen könnte durch zusätzliche Sensoren an die Umgebungshelligkeit angepasst werden.

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