Inoffizieller Weltrekord 550 kW Leistung bei gerade einmal 13,1 kg Gewicht

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Der Name Yasa ist nicht vielen bekannt. Eine Mercedes-Tochter, die sich dem Bau von Axialflussmotoren verschrieben hat. Auf Linkedin präsentierte der CTO Tim Woolmer jetzt einen neuen Rekord, der wohl selbst für den Hersteller alles andere als zu erwarten war.

Exemplarbild: Dual-Motor-Front-E-Achse – zentrale Komponente der neuen Hochleistungs-E-Antriebstechnologie von Yasa und Automobili Lamborghini.(Bild:  YASA Limited)
Exemplarbild: Dual-Motor-Front-E-Achse – zentrale Komponente der neuen Hochleistungs-E-Antriebstechnologie von Yasa und Automobili Lamborghini.
(Bild: YASA Limited)

Die Mercedes-Benz-Tochter Yasa hat kürzlich einen echten Technologie-Meilenstein erreicht. Auszüge aus einem unvermuteten Prototyp-Erfolg legen nahe, dass Yasa bei Leistung pro Gewicht eine neue Bestmarke gesetzt hat. Das mit einem Motor, der auf dem Prüfstand kaum Größenvergleiche mehr zulässt. Die Nachricht traf die Szene völlig unvorbereitet, hat aber enormes Potenzial für die Zukunft der Elektromobilität.

Axialfluss-Maschine

Axialflussmaschinen sind eine spezielle Bauform elektrischer Motoren, bei der der magnetische Fluss entlang der Rotationsachse verläuft. Statt eines zylindrischen Aufbaus mit dem Fluss von innen nach außen (radial), verlaufen Rotor und Stator bei Axialflussmotoren wie zwei Scheiben parallel zueinander, wobei der Fluss durch die Scheibenachse verläuft. Diese Bauweise ermöglicht besonders kompakte, flache Motoren mit hoher Leistungsdichte und effizienter Kühlung. Aufgrund ihres geringen Gewichts und der hohen Drehmomentdichte sind Axialflussmaschinen vor allem für Anwendungen mit begrenztem Bauraum und hoher Leistungsanforderung attraktiv. So kommen sie etwa in Elektrofahrzeugen oder Luftfahrtanwendungen vermehrt zum Einsatz.

Der neue Antrieb

Was dieses neue Antriebssystem von Yasa so besonders macht, ist nicht nur die beeindruckende Leistung, sondern vor allem die Art und Weise, wie sie erreicht wurde. Er kommt ohne exotische Materialien aus. Weder Kobalt-Eisen-Laminate noch Litzendraht oder 3D-Druckverfahren sind laut dem LinkedIn-Post notwendig. Das macht die Technologie nicht nur robuster, sondern auch deutlich günstiger und leichter skalierbar. Tatsächlich ist das System so konzipiert, dass es in Serienproduktionen mit Stückzahlen zwischen 10.000 und 50.000 Einheiten pro Jahr zu vertretbaren Kosten integriert werden kann.

But last week, Yasa’s prototype motor hit: 550kW from a 13.1kg motor = 42kW/kg. Yes – 42kW/kg.

Tim Woolmer, CTO von Yasa Motors auf LinkedIn

Selbst mit herkömmlichen Kühlflüssigkeiten und Standardtemperaturen liegt die Dauerleistung nahezu auf dem Niveau der Spitzenleistung. Die bisherigen Tests zeigen, dass bereits Leistungen über 500 kW realisiert wurden. Dies geschah dank der Unterstützung von Drive System Design, die ihre Prüfstandskapazitäten dafür extra erweitert haben. Und das ist erst der Anfang: Weitere Tests auf einem größeren Prüfstand sind für den Sommer geplant.

Noch spannender ist das Potenzial, das sich aus dieser Technologie ergibt. Details dazu sollen im Laufe des Jahres folgen.

Weitere technische Daten

Aus dem LinkedIn-Beitrag gehen folgende technische Daten hervor: Spannung: 670 V, Strom: 850 A, Boost-Dauer: 5 Sekunden – gemessen bei einer Starttemperatur von etwa 50 °C. Im Beitrag verabschiedet sich der Projektleiter derweil in eine kurze kreative Pause. Zurück ist er im September. Hoffentlich mit weiteren Details sowie einer offiziellen Messung und mehr Details. (mr)

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