Geschäft auf Distanz ZVEI: Deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist überreguliert

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Unter den Mitgliedern des ZVEI zeigt sich zwar Interesse, sich künftig stärker in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu engagieren, doch aktuell seien regulatorische Belastung und komplexe Beschaffung ein Hindernis. Das zeigt eine Umfrage.

Die Elektronikindustrie sieht positive wirtschaftliche Impulse darin, dass Verteidigungsausgaben in Deutschland erhöht werden sollen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die Elektronikindustrie sieht positive wirtschaftliche Impulse darin, dass Verteidigungsausgaben in Deutschland erhöht werden sollen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel bringt die Lage mit wenigen Worten auf den Punkt: „Zu umständlich, zu teuer, zu stark reguliert“ sei die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) in Deutschland. Das ist nicht nur die Meinung des ZVEI-Präsidenten, sondern spiegelt das Feedback aus der aktuellen Mitgliederumfrage wider. Im Rahmen einer Umfrage zeigte sich, dass gut ein Drittel Geschäftsbeziehungen mit der SVI habe, mehr als 60 Prozent blieben allerdings noch auf Abstand.

Zur Methodik an dieser Stelle: Die Mitgliederbefragung wurde im Mai 2025 erhoben und an der ZVEI-Umfrage haben sich insgesamt 93 Unternehmen beteiligt. „Ihr Anteil am Gesamtumsatz der Branche liegt bei 18 Prozent“, teilt der ZVEI mit. Bedeutet also: Von den 93 teilnehmenden Unternehmen sind rund 30 bereits in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie aktiv – etwa zwei Drittel hingegen nicht. Das ist ganz interessant im Hinblick auf die Gesamtaussage der ZVEI-Studie zu wissen.

Chance verpasst, „die Regulatorik an die neuen geopolitischen Realitäten anzupassen“

Grundsätzlich erwarten sich alle Teilnehmer der Umfrage positive wirtschaftliche Impulse von der Steigerung der Verteidigungsausgaben. Angesichts der Tatsache, dass der Anteil von Elektronik an der Verteidigungsausrüstung laut ZVEI-Angaben bei knapp 20 Prozent liegt, ist eigentlich damit zu rechnen, dass sich das Engagement der Elektronikbranche in Zukunft erhöht. Das deckt sich auch mit dem Ergebnis der Umfrage: 23 Prozent der Unternehmen, die bisher nicht im SVI-Bereich tätig sind, wollen das in Zukunft ändern. Dafür aber müsse auch Unterstützung vom Staat kommen.

Die Ergebnisse der ZVEI-Umfrage zur Beteiligung an der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.(Bild:  ZVEI)
Die Ergebnisse der ZVEI-Umfrage zur Beteiligung an der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.
(Bild: ZVEI)

„Die strengen Vorgaben der Rüstungsexportkontrolle müssen für Zulieferer differenzierter angewendet werden“, so Dr. Kegel. Zusätzlich müsse das Beschaffungswesen der Bundeswehr entschlackt und beschleunigt werden.  „Um in wenigen Jahren die Wehrfähigkeit wiederzuerlangen, müssen die Barrieren beiseite geräumt werden, die Tempo und Innovationsfähigkeit entgegenstehen.“ Hilfreich sieht man auch gemeinsame (europäische) Standards bei der militärischen Beschaffung.

Weitere Ergebnisse zeigen: 34 Prozent der Unternehmen befürworten eine Wertschöpfung im Bereich Sicherheit und Verteidigung direkt aus Deutschland, 19 Prozent bevorzugen eine europäische Lösung. Rund die Hälfte spricht sich für Verteidigungsausgaben zwischen 2 und 3 Prozent des BIP aus, der Rest sieht darüber hinausgehenden Bedarf. Eine höhere Verschuldung halten viele für vertretbar, allerdings nur als temporäre Maßnahme. Hier geht es zur Studie im PDF-Format(sb)

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