EMV-Richtlinien für Geräteprüfungen, Teil 1 Zulassungssysteme in den USA und Kanada
In den USA und Kanada stehen eigenständige Systeme zur Bewertung der EMV von Geräten zur Verfügung. Die Systeme sind nicht kompatibel und die technischen Anforderungen basieren teilweise auf internationalen Normen. Wir geben Ihnen einen Überblick.
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Für die USA und Kanada ist die Einhaltung der Anforderungen verpflichtend. Im Gegensatz dazu ist das europäische System liberal und basiert für viele Produkte auf Herstellererklärungen. Die Zulassungsverfahren werden allgemein beschrieben. Produkte dürfen nur dann in den USA auf den Markt gebracht werden, wenn sie den Anforderungen der Federal Communications Commission (FCC) bzw. der Industry Canada (IC) genügen.
In Europa wurden private Stellen als Telecommuniction Certification Body (TCB, USA) und Foreign Certification Body (FCB, Canada) anerkannt. Hiezu gehört auch die Phoenix Testlab in Blomberg. Phoenix Testlab ist für alle Scopes als TCB und FCB von der Bundesnetzagentur anerkannt und kann somit Zulassungen (FCC, IC) für alle zulassungsrelevanten Produkte nach dem Verfahren „Certification“ erteilen.
Zusätzlich sind die Prüflabore von Phoenix Testlab im Rahmen des Mutual Recognition Agreement (MRA) und nach den Regeln der US-Behörde FCC anerkannt. Dies ist die Grundvoraussetzung, womit der Hersteller das Verfahren „Declaration of Conformity“ nutzen kann. Dieses Verfahren ist zum Beispiel für viele PCs, PC Komponenten und angeschlossene Geräte, wie zum Beispiel WLAN Router, ebenfalls anzuwenden.
Zulassungssysteme in den USA
Im Code of Federal Regulations (CFR) 47 Part 2 ist das Equipment Authorisation Program beschrieben. Es gibt drei Verfahren unter denen Produkte für den amerikanischen Markt zertifiziert werden können. Diese Verfahren sind Verification, Declaration of Conformity (DoC) und Certification.
Das Verfahren Verification beruht auf einer Herstellererklärung. Der Hersteller führt selbst Messungen durch oder lässt diese in einem Labor durchführen. Dabei unternimmt er die notwendigen Schritte um sicherzustellen, dass das Gerät mit den entsprechenden technischen Vorschriften übereinstimmt.
Verifizierte Geräte müssen eindeutig identifizierbar sein, eine besondere Kennzeichnung ist nicht erforderlich. Die Zusendung eines Gerätemusters oder repräsentativer Daten an die FCC ist nicht erforderlich, sofern sie nicht von der FCC angefordert werden.
Bei dem Verfahren Declaration of Conformity (DoC) führt der Hersteller ebenfalls eine Konformitätsbewertung in Eigenverantwortung durch. Allerdings müssen die Prüfungen in besonderen Laboren erfolgen. Die Labore müssen gemäß ISO/IEC 17025 akkreditiert sein und außerhalb der USA, als Konformitätsbewertungsstelle (CAB) im Bereich EMV anerkannt sein.
Zudem muss der Hersteller einen Repräsentanten in den USA haben. Unter dem DoC-Verfahren in Verkehr gebrachte Produkte bedürfen einer besonderen Kennzeichnung. Die Zusendung eines Gerätemusters oder Daten an die FCC sind auch hier nicht erforderlich.

Das Verfahren Certification beschreibt die klassische Zulassung. Es ist ein bilateraler Zulassungsprozess, bei dem ein Antrag an einen TCB zur Bewertung und Zulassung gestellt werden muss. Die Messungen müssen in einem Prüflabor durchgeführt werden, dass entweder bei der FCC gelistet ist oder ein akkreditiertes Labor (DoC-Verfahren) ist.
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