Kickstarter monkey Zugangsrechte zur Haustür per Smartphone erteilen

Autor Sebastian Gerstl

Das Münchner Startup Locumi Labs stellt per Crowdfunding-Plattform Kickstarter ein Upgrade für das Smart Home vor. Der monkey-Chip erweitert die Gegensprechanlage, das Smartphone wird zum neuen Hausschlüssel.

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Upgrade für das Smart Home: Mit dem Crowdfunding-Projekt "monkey" lässt sich die heimische Gegensprechanlage intelligent aufrüsten, so dass Anwender die Türöffnung per App steuern und Zutrittsrechte zur Haustür festlegen können.
Upgrade für das Smart Home: Mit dem Crowdfunding-Projekt "monkey" lässt sich die heimische Gegensprechanlage intelligent aufrüsten, so dass Anwender die Türöffnung per App steuern und Zutrittsrechte zur Haustür festlegen können.
(Bild: Locumi Labs)

Eine Vision im hypervernetzten Smart Home ist es, den Zugang zur eigenen Wohnung jederzeit vollkommen im Griff zu haben: Wo auch immer man sich aufhält, der Wohnungsbesitzer erfährt, ob jemand an der Tür klingelt, kann notfalls die Tür auch von der Arbeit aus öffnen, um den Klempner oder den Paketdienst hineinzulassen, und kann die Wohnung auch dann betreten, wenn beide Hände voll gepackt mit Einkaufstüten sind, ohne einen Schlüssen herauskramen oder herausgeben zu müssen.

Kompakt: Die Abmessungen des monkeys im Gehäuse.
Kompakt: Die Abmessungen des monkeys im Gehäuse.
(Bild: Locumi Labs)

Dieses Konzept stellt das Münchner Startup Locumi Labs in seinem Kickstarter-Projekt „monkey“ vor. Die Idee: Ein Upgrade-Chip wird in der heimischen Gegensprechanlage mit Klingel und Türöffner verbunden. Über das heimische WiFi-Netz stellt er zudem eine Verbindung zum Internet her. Der Hausbesitzer meldet sich per Smartphone-App auf seinem monkey an und ist so in der Lage, auf digitale Weise die Türklingel zu überwachen und die Türöffnung zu steuern. Per GPS kann monkey auf Wunsch auch das Handy des Hausbesitzers, um beispielsweise automatisch die Türöffnung zu betätigen, falls dieser sich der Wohnungstür nähert. Ein zusätzliches Smart Lock eines anderen Herstellers ist nicht nötig.

Über die für iOS wie Android verfügbare App ist es zudem möglich, weitere Berechtigungen zu erteilen. So kann der Wohnungsbesitzer beispielsweise neue Nutzer hinzufügen und somit digitale Haustürschlüssel erteilen. Diese lassen sich auch zeitlich befristet erteilen – etwa falls jemand für einige Wochen zu Besuch ist. Schließlich kann auch ein Zeitfenster angegeben werden, in dem monkey selbsttätig die Tür öffnet, wenn jemand zu der angegebenen Uhrzeit klingelt.

Mit der Technologie möchte das Startup Locumi Labs auch die Thematik der Paketzustellungen adressieren: Sobald der Nutzer monkey installiert hat, kann er über die monkey App alle gewünschten Lieferdienste freischalten. Die Paketboten erhalten in einem festgelegten Zeitraum, beispielsweise zwischen 23.30 und 6 Uhr morgens, per Smartphone automatisch Zugang, ohne dass sie klingeln müssen. Auf diese Weise können sie Pakete sicher vor der Tür deponieren und Retouren abholen. Das Crowdfunding-Projekt stellt als Bonus bestimmten Unterstützern sogar eine eigene „Pakete bitte hier abstellen“ zu diesem Zweck bereit. Laut einer Studie des Bundesverbands Paket & Express Logistik soll das jährliche Paketvolumen in Deutschland bis 2019 um eine Milliarde auf 3,8 Milliarden Sendungen steigen.

Laut Hersteller soll sich der 50mm x 50mm messende monkey Chip mühelos in die Gegensprechanlage installieren lassen, ohne dass ein Elektriker nötig wäre. Da auch keine bauliche Maßnahme an der Tür nötig ist, sei das Upgrade nach Angabe von Locumi Labs problemlos auch ohne Einwilligung des Vermieters möglich.

Das noch bis zum 6. Dezember 2015 laufende Kickstarter-Projekt ist bereits erfolgreich: Das angestrebte Finanzierungsziel von 50.000 € wurde zum Zeitpunkt dieses Artikels bereits um über 30.000 € übertroffen. Kickstarter-Unterstützer können den monkey-Chip über die Crowdfunding-Plattform nach Herstellerversprechen für 59 € vorbestellen. Der endgültige Handelspreis soll bei 99 € liegen. Der angestrebte Liefertermin des monkey ist im Juni 2016.

Anzumerken ist, dass der monkey nur die Gegensprechanlage überwacht und die entsprechende Türöffnung steuert. Ist die Wohnungstür auch wirklich physisch mit einem Schlüssel abgeschlossen, lässt sie sich auch nicht per Fernsteuerung öffnen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Kickstarter-Projekts.

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