Mercedes-Benz Zehn Brennstoffzellenbusse mit ca. 50% weniger Kraftstoffverbrauch für die Hamburger Hochbahn

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Von etwa 30 Brennstoffzellen-Hybridbussen Mercedes-Benz Citaro FuelCell-Hybrid, die Daimler Buses für europäische Verkehrsbetriebe aufbauen wird, gehen ab dem nächsten Jahr allein zehn an die Hamburger Hochbahn AG.

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Zusätzlich erhält die Verkehrgesellschaft der Hansestadt ab 2010 20 Mercedes-Benz B-Klasse F-Cell, die ebenfalls mit Brennstoffzellenantrieb ausgerüstet sind. Der Citaro FuelCell-Hybrid fährt ohne Schadstoffemissionen und nahezu geräuschlos.

Damit eignet er sich bestens für Einsätze in hoch belasteten Innenstädten und Metropolen. Mit dem Fahrzeug beteiligt sich Daimler an einem großflächigen Flottentest, für den neben Hamburg auch weitere europäische Städte vorgesehen sind.

Bestens bewährter Brennstoffzellenantrieb

Damit knüpft das Unternehmen an die erfolgreichen CUTE- und HyFLEET:CUTE Projekte der Europäischen Union an, die von 2003 bis 2009 durchgeführt wurden. Im Projekt HyFLEET:CUTE haben sich insgesamt 36 Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellenantrieb der zweiten Generation bis heute in zwölf Verkehrsbetrieben auf drei Kontinenten bestens bewährt, unter anderem auch bei der Hamburger Hochbahn AG. Mit mehr als 140.000 Betriebsstunden und über 2,2 Mio. km Laufleistung haben Mercedes-Benz Busse die Praxistauglichkeit des umweltverträglichen Brennstoffzellenantriebs nachgewiesen.

Synergien zwischen Pkw- und Nfz-Bereich sinnvoll genutzt

Hartmut Schick: „Der neue Citaro FuelCELL-Hybrid ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Elektromobilität auch bei Nutzfahrzeugen heute schon machbar ist.“ (Archiv: Vogel Business Media)

„Der neue Citaro FuelCell-Hybrid ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Elektromobilität auch bei Nutzfahrzeugen heute schon machbar ist“, so Hartmut Schick, Leiter Daimler Buses. „Zudem lassen sich gerade beim Brennstoffzellenantrieb die Synergiepotentiale mit unserer Mercedes-Benz Pkw-Entwicklung und der Daimler-Forschung optimal nutzen.“

Gleichteile beim Brennstoffzellenbus und der B-Klasse F-Cell wirtschaftlich eingesetzt

Beim Citaro FuelCell-Hybrid und der B-Klasse F-Cell setzt Mercedes-Benz erfolgreich auf den wirtschaftlichen Einsatz von Gleichteilen. So lassen sich Komponenten, wie zum Beispiel Brennstoffzellenstacks, einheitlich für Pkw und Nutzfahrzeuge verwenden: Der neue Citaro FuelCell-Hybrid Brennstoffzellenbus fährt beispielsweise mit zwei Brennstoffzellen-Systemen desselben Typs, der auch in einer B-Klasse F-Cell zum Einsatz kommt. Dank verbesserter Brennstoffzellenkomponenten und einer Hybridisierung mit Lithium-Ionen-Batterien spart der Citaro FuelCell-Hybrid im Vergleich zur Vorgängergeneration fast 50% Wasserstoff. Die Reichweite des Brennstoffzellenbusses beträgt rund 250 km. Zudem ist das Antriebssystem mit Brennstoffzelle nahezu wartungsfrei und sehr langlebig.

Globale Initiative zur Bündelung aller Aktivitäten für nachhaltige Mobilität

Die globale Initiative „Shaping Future Transportation“ bündelt alle Aktivitäten für eine nachhaltige Mobilität im Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge der Daimler AG. Ziel dieser Initiative ist es, mit effizienten und sauberen Antriebssystemen sowie alternativen Kraftstoffen das emissionsfreie Nutzfahrzeug von morgen Wirklichkeit werden zu lassen. „Shaping Future Transportation“ beinhaltet, Ressourcen zu schonen, Emissionen aller Art zu reduzieren und gleichzeitig höchstmögliche Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Dabei spielt der mit Unterstützung der Europäischen Union entwickelte Citaro FuelCell-Hybrid eine wichtige Rolle.

Alltagstaugliche Elektrofahrzeuge mit Batterie- und Brennstoffzellenantrieb

Prof. Herbert Kohler: „Durch unsere seit 1994 betriebene intensive Forschung und Entwicklung haben wir die Brennstoffzelle zur Serienreife gebracht.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Prof. Herbert Kohler, Leiter E-Drive & Future Mobility bei der Daimler AG: „Durch unsere seit 1994 betriebene intensive Forschung und Entwicklung haben wir die Brennstoffzelle zur Serienreife gebracht. Dies ermöglicht es uns, zwei alltagstaugliche Elektrofahrzeuge mit Batterie- und Brennstoffzellenantrieb in Kundenhand zu geben – den smart fortwo electric drive und die B-Klasse F-Cell.“ Jetzt, so Kohler weiter, gehe es vor allem darum, ein im Vergleich zu konventionell angetriebenen Fahrzeugen wettbewerbsfähiges Kostenniveau zu erreichen und in Kooperation mit Energieversorgern und der Mineralölindustrie eine flächendeckende Infrastruktur mit Strom- und Wasserstoff-Tankstellen zu schaffen.

Hamburger Großprojekt zum Einsatz von Brennstoffzellenfahrzeugen

Beim Großprojekt in Hamburg für den Einsatz von Brennstoffzellen kooperiert Daimler mit der Stadtverwaltung sowie den Unternehmen Shell, Total und Vattenfall Europe. Ziel ist der verstärkte Aufbau einer emissionsfreien Fahrzeugflotte und der Aufbau der entsprechenden Infrastruktur mit Wasserstoff-Tankstellen. Das Projekt ist Teil der Clean Energy Partnership in Hamburg und Berlin. Es soll im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) von der Bundesregierung gefördert werden.

Wasserstofftankstellen zum schnellen Betanken von Brennstoffzellen-Fahrzeugen

Im Rahmen der Kooperation sollen vier öffentliche Tankstellen mit Wasserstoffsäulen in Hamburg aufgebaut werden. An diesen Tankstellen können Brennstoffzellen-Fahrzeuge in wenigen Minuten betankt werden. Aufgrund des hohen Wasserstoffdrucks von 700 bar können sie dann mehr als 400 km fahren. Der große Aktionsradius macht lokal emissionsfreie Brennstoffzellenfahrzeuge voll langstreckentauglich.

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