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Berufseinsteiger unter den Ingenieuren müssen mehr Eigenständigkeit und Wertebewusstsein mitbringen
Das Arbeiten mit Lötkolben und Oszilloskop gehört bereits heute nicht mehr zum typischen Berufsalltag eines Ingenieurs. Stattdessen beanspruchen nichttechnische Tätigkeiten wie Kundengespräche rund 40% der Arbeitszeit, so der allgemeine Tenor der Diskussionsrunde. Und nichttechnische Aufgaben dürften in der Arbeitswelt 2020 weiter zunehmen.
Von den Ingenieurseinsteigern wünschen sich die Teilnehmer mehr Auseinandersetzung mit dem Berufsbild des Ingenieurs. Denn etliche Unternehmen haben bei Einstellungsgesprächen die Erfahrung gemacht, dass Bewerber oft gar nicht wissen, wie sie ihre berufliche Zukunft gestalten sollen. Stattdessen erwarten diese vom zukünftigen Arbeitgeber, dass er sie an die Hand nimmt und ihnen sagt, was sie tun sollen. Potenzielle Arbeitgeber erwarten vom Bewerber jedoch, dass er Vorschläge unterbreitet, was er für das Unternehmen tun kann.
Weiterbildung ist bereits heute unerlässlich und wird in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. Junge Ingenieure müssen sich auf ein lebenslanges Lernen einstellen. In diesem Zusammenhang betont Michael Köhler (SchuhEder Consulting), dass Arbeitgeber zwar Weiterbildung von ihren Mitarbeitern erwarten, jedoch vielfach keine Unterstützung, etwa in Form von konkreten Maßnahmen, anbieten. Hier sieht er bei den Unternehmen noch dringenden Nachholbedarf.
Etliche Diskussionsteilnehmer vermissen bei Jungingenieuren heute zudem Werte wie Verlässlichkeit und Pünktlichkeit sowie die Fähigkeit, zielgerichtet arbeiten zu können. Diese Eigenschaften werden jedoch in der Arbeitswelt 2020 unerlässlich sein, denn nur so lassen sich flexiblere Arbeitszeiten und ein erfolgreiches Arbeiten im Homeoffice bewerkstelligen.
Teilzeitarbeit dürfte jedoch auch in Zukunft bei Berufseinsteigern kaum realisierbar sein, denn „der Berufseinsteiger muss erst einmal laufen lernen, sprich die Unternehmens- und Arbeitsstrukturen kennen lernen“, so Holger Schienbein, Elmos. Und für die Einarbeitung planen etliche Arbeitgeber bereits bei einer Vollzeittätigkeit ein Jahr ein.
Fazit Arbeitswelt 2020 in der Elektronikbranche
„Die Arbeitswelt 2020 wird von den Ingenieuren mehr Flexibilität, eigenständiges Handeln und Selbstmanagement erfordern. Lebenslange Weiterbildung ist ein Muss. Videokonferenzen und Homeoffice werden vermehrt Teil der Arbeitswelt“, fasst die Moderatorin der Diskussionsrunde, Christine Demmer von der Süddeutsche Zeitung, zusammen.
„Die Zeitarbeit wird weiter zunehmen, doch nicht unbedingt zum Nachteil der Arbeitnehmer. Auch die Arbeitgeber müssen mehr Flexibilität zeigen, wenn sie gute Mitarbeiter halten wollen. Dazu zählt etwa eine reduzierte Kernarbeitszeit, aber auch verstärktes soziales Engagement, etwa das Bereitstellen von Kindergartenplätzen.“
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