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Temperaturobergrenze entscheidend im klinischen Umfeld
Nach der Entscheidung für Embedded-Prozessoren bleibt noch eine weitere Auswahlmöglichkeit: Desktop- oder Mobile-Prozessoren? Prozessoren für medizinische Computer müssen vor allem langfristig zuverlässig und ausfallsicher sein. Hierbei ist nicht zuletzt der Temperatur-Bereich, für den der Prozessor ausgelegt ist, bedeutsam.
Arbeitet eine CPU dauerhaft am oder gar über dem thermalen Limit, senkt das die zu erwartende Lebenszeit der Komponenten. Die Core2Duo-Mobile-Prozessoren sind bis zu einer Obergrenze von 105 °C ausgelegt, das Limit der Desktop-Varianten liegt mit 72 °C deutlich niedriger.
Im klinischen Umfeld sind Temperaturen außerhalb von 21 °C nicht unüblich, beispielsweise auf Brandopferstationen. Systeme, die lediglich für Standardtemperaturbereiche ausgelegt sind, erleiden hier sehr schnell einen Temperaturschock und geben den Betrieb nach kurzer Zeit auf.
Passives Kühlkonzept ideal für den medizinischen PC

Neben der thermalen Obergrenze ist die Verlustleistung der zentrale Wert bei der Entscheidung zwischen aktivem oder passivem Kühlkonzept. Da in passiven Kühlsystemen die steigende Systemtemperatur nicht über erhöhte Lüfterumdrehungen aktiv gesenkt werden kann, darf das System nicht zu heiß arbeiten.
Bei der Verlustleistung begnügen sich die effizientesten Mobile-CPUs mit maximal 10 W, die Desktop-Prozessoren sind auf eine maximale Thermal Design Power (TDP) von 65 W ausgelegt. Die Mobile-Prozessoren sind energieeffizienter, bleiben kühler und eignen sich somit für komplett geschlossene Gehäusesysteme nach IP65, welche wiederum aufgrund ihrer überlegenen Hygiene ideal sind für den Einsatz im medizinischen Arbeitsumfeld sind.
Aktive Kühlsysteme sind Nährboden für Krankheitserreger
Schließlich werden PCs im medizinischen Umfeld in infektionsgefährdeten oder aseptischen Bereichen benutzt und müssen daher strengste Hygienevorschriften erfüllen. Mit konventionell ausgelegten Desktop-Medical-PCs und ihren aktiven Lüftungssystemen lässt sich dieses Ideal nicht erreichen.
Die häufig ungeeignete Oberflächengestaltung und die verwendete Kühltechnik mit Lüftern und Lüftungsschlitzen verhindert eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Systeme. An den Lüftungsschlitzen und im System sammelt sich Staub, der einen guten Nährboden für Krankheitserreger darstellen kann.
Beim Einschalten der aktiven Lüftung kann der Staub dann konzentriert an die Umgebung abgegeben werden, was zu Krankenhausinfektionen führt. Ideal für den patientennahen Einsatz sind deshalb Medical-PCs, die dank eines passiven Kühlkonzepts ohne Lüfter über ein vollkommen geschlossenes Gehäuse ohne Lüftungsschlitze verfügen. Optimal sind solche Systeme dann beispielsweise auch für den Einsatz in Sterilisatzonszentralen, wo Dampf für hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sorgt.
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