Pläne zur Restrukturierung offiziell Wolfspeed bestätigt Absicht zur Insolvenzanmeldung und Restrukturierung

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Das Gerücht, dass der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Halbleiterhersteller Wolfspeed einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 beantragen will, ist bestätigt. Die Geschäftsleitung von Wolfspeed stellte am 22. Juni 2025 offiziell die Restrukturierungspläne des Unternehmens vor.

Wolfspeeds Entscheider haben gemeinsam mit den Gläubigern einen Restrukturierungsplan erarbeitet, bevor in den USA Insolvenz nach Chapter 11 beantragt wird.(Bild:  Wolfspeed)
Wolfspeeds Entscheider haben gemeinsam mit den Gläubigern einen Restrukturierungsplan erarbeitet, bevor in den USA Insolvenz nach Chapter 11 beantragt wird.
(Bild: Wolfspeed)

Das Gerücht zur Insolvenzanmeldung nach Chapter 11 von Halbleiterhersteller Wolfspeed, das im Mai 2025 aufgekommen ist, wurde am 22. Juni 2025 vom Unternehmen bestätigt. Die Ankündigung definiert hauptsächlich die Einzelheiten des vorverhandelten Restrukturierungsplans, zu dem Wolfspeed zentrale Gläubiger ins Boot geholt hat. Der Deal, der von der Unternehmensführung angestrebt wird, umfasst die Reduzierung der Gesamtverschuldung um 70 Prozent (rund 4,6 Milliarden US-Dollar) sowie die Senkung der jährlichen Zinszahlungen in bar um 60 Prozent.

Bestehende Aktionäre von Wolfspeed erhalten drei oder fünf Prozent der neuen Stammaktien. Wenn das alles wie geplant klappt, soll die Restrukturierung im dritten Quartal 2025 abgeschlossen sein. Das Geschäft wird nach dem Abschluss durch eigene Cashflows finanziert. Die Vereinbarung zur Unterstützung der Restrukturierung (Restructuring Support Agreement, RSA) wurde mit wichtigen Gläubigern geschlossen, und zwar mit 97 Prozent der Halter der vorrangig besicherten Anleihen, mit der US-Tochter Renesas und mit den Inhabern von über 67 Prozent der ausstehenden Wandelanleihen.

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Wolfspeed-CEO Robert Feurle dazu: „Nach sorgfältiger Abwägung verschiedener Optionen zur Stabilisierung unserer Bilanz sind wir überzeugt, dass dies der richtige strategische Schritt für Wolfspeed ist. Wir verfügen über starke Kernkompetenzen und ein weltweit führendes, vollautomatisiertes Fertigungsnetzwerk für 200-mm-Siliziumkarbid-Wafer. Mit einer soliden finanziellen Basis können wir uns voll auf Innovation in wachstumsstarken, elektrifizierten Märkten konzentrieren.“

Details zur geplanten Chapter-11-Reorganisation

Wolfspeed betont, dass der Insolvenzantrag erst nach Einholung der Gläubigerzustimmung gestellt wird – ein klassisches Merkmal eines pre-packaged Insolvenzverfahrens. Der vorverhandelte Plan sieht folgende Maßnahmen vor:

  • 275 Millionen US-Dollar an neuer Finanzierung durch zweitbesicherte Wandelanleihen, vollständig durch bestehende Anleihehalter abgesichert.
  • Rückzahlung von 250 Millionen US-Dollar an vorrangig besicherten Anleihen zum Kurs von 109,875 Prozent, bei gleichzeitig reduzierten Zins- und Liquiditätsanforderungen.
  • Tausch von 5,2 Milliarden US-Dollar bestehender Wandelanleihen und eines Darlehens von Renesas gegen 500 Millionen US-Dollar neue Anleihen sowie 95 Prozent der neuen Stammaktien (vor Verwässerung).
  • Bestehende Aktionäre erhalten drei bis fünf Prozent der neuen Aktien (abhängig von regulatorischen und operativen Bedingungen).
  • Unbesicherte Gläubiger sollen im normalen Geschäftsgang weiterbezahlt werden.

Der Chapter-11-Antrag soll in Kürze erfolgen und der Prozess soll voraussichtlich bis Ende des dritten Quartals 2025 abgeschlossen sein. Während der Restrukturierung beabsichtigt Wolfspeed, den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortzusetzen, und zwar mit laufender Belieferung der Kunden, fristgerechten Zahlungen an Lieferanten sowie der Fortführung aller Mitarbeiterprogramme inklusive Gehälter und Sozialleistungen.

Zur Begleitung der Restrukturierung hat Wolfspeed eine eigene Informationsseite unter wolfspeedforward.com eingerichtet, auf der auch FAQs und Hinweise für Kunden und Lieferanten zu finden sind. (sb)

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