Nutzungsdauer von Elektronik WLAN-Boxen-Anbieter Sonos will „Ewigen Lautsprecher“ bauen

Von Michael Eckstein 2 min Lesedauer

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Ein modularer Aufbau mit austauschbaren Elektronikkomponenten ist nur ein Meilenstein auf dem Weg zur länger nutzbaren WLAN-Streaming-Box. Auch das Hardware-Design müsse überdacht werden, sagt Sonos-Chef Patrick Spence.

Bluetooth-Boxen sind praktisch – aber wenig nachhaltig. Ein modulares Konzept könnte die Nutzungsdauer verlängern.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Bluetooth-Boxen sind praktisch – aber wenig nachhaltig. Ein modulares Konzept könnte die Nutzungsdauer verlängern.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Herkömmliche Lautsprecherboxen können Jahrzehnte halten – anders als ihre heute populären vernetzten Verwandten: Hier ist die Elektronik inklusive der verwendeten Embedded-Software und Übertragungsprotokolle nach wenigen Jahren veraltet. Selbst wenn die Hardware einen längeren Betrieb zulassen würde, haben Firmware-Updates in der Regel Seltenheitswert – nachhaltig ist das nicht. Branchenpionier Sonos, bekannt für seine vernetzten WLAN-Streaming-Boxen, macht sich nun Gedanken über Upgrade-Module. Die Technik sei dabei die größere Herausforderung als das Geschäftsmodell. Doch Firmenchef Patrick Spence ist überzeugt: „Ewige Lautsprecher durch Upgrades sind machbar“.

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur hat Spence erklärt, dass er vorhat, die Lebensdauer vernetzter Lautsprecher durch Hardware-Upgrades stark zu verlängern. Seine Entwickler habe er beauftragt, entsprechende Ideen zu entwickeln. Sonos wolle als erstes Unternehmen der Branche solche „Ewigen Lautsprecher“ anbieten.

Mit der Verbreitung des Musikstreamings und Sprachassistenten sind vernetzte Lautsprecher in den vergangenen Jahren

Immer populärer geworden und ersetzen in vielen Haushalten mittlerweile die früher üblichen Hifi-Anlagen. Doch während beispielsweise Tief- und Hochtonlautsprecher problemlos Jahrzehnte halten, wird die Lebenszeit der vernetzten Geräte durch die Elektronik beschränkt. So kann sie nach einigen Jahren nicht mehr genug Rechenpower für aktualisierte Software haben oder nicht mehr neue WLAN-Formate unterstützen.

Zurück in die Zukunft: Schrauben sind das neue Kleben

Das Problem ist, dass die Elektronik in den Streaming-Boxen fest verbaut ist. Erreicht sie das Ende ihres Lebenszyklus, fliegen in der Regel auch die Lautsprecher in den (Sonder-)Müll. Ein modularer Aufbau mit austauschbaren Komponenten könnte dieses Problem relativ einfach lösen.

Sonos geht nun zurück in die Zukunft: Das Unternehmen hat neue Boxen-Modelle vorgestellt, bei denen bislang übliche Klebeverbindungen weitgehend durch Schrauben ersetzt sind. Verbraucher sollen aber weiter nicht daran herumbasteln – schließlich bestehe Gefahr etwa durch hohe Spannungen an Kondensatoren.

Elektronisches „Gehirn“ austauschen ist nicht alles

Laut Pence ist es denkbar, ein Gerät zu bauen, bei dem sich das elektronische „Gehirn“ austauschen lasse. Entscheidend sei aber, eine Sound-Architektur für den Lautsprecher zu finden, die auch für 20 Jahre Bestand haben würde. Dies sei eine Herausforderung angesichts des Aufkommens neuer Formate wie Musik mit Raumklang, für die in die neuen Lautsprecher mehr Hochtöner mit unterschiedlicher Ausrichtung eingebaut werden: „Mit der Architektur, von der wir noch vor drei Jahren überzeugt waren, wäre es kein ‚ewiger Lautsprecher‘ geworden.“

Aus Sicht der Hersteller ergibt sich ein Problem: Sollte eine solche Vision vom modularer Elektronik Realität werden, würden weniger neue Geräte verkauft. Spence macht sich dennoch keine Sorgen über das Geschäftsmodell – schließlich seien bei der Produktion von Ersatz-Modulen die Kosten geringer: „Wenn es genug Kunden gibt, die einen solchen Lautsprecher zusammenbauen oder kaufen wollen – und ich glaube, die könnte es geben – dann wird sich das Finanzielle schon ergeben.“ (me)

Mit Material von dpa

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