Starrflex-Leiterplatten

Wie Starrflex-Leiterplatten die Baugruppenzuverlässigkeit erhöhen

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Für eine 3-D-Darstellung sind kleinste Abweichungen in Teillängen oder Segmentwinkeln des flexiblen Leiterplattenstücks von großer Bedeutung, da sie alle in der Abwicklung folgenden Segmente und Winkel im Raum beeinflussen und somit die endgültige Lage des letzten Teilstücks, das kontaktiert wird, erheblich beeinflussen. Bei dieser Darstellung ist eine realistische Repräsentation des Lagenaufbaus und des Biegeverhaltens von größter Bedeutung.

Für eine vereinfachte Simulation der Abwicklung wäre ein Biegeverhalten der Leiterplatte ideal, wenn es sich um einen fünflagigen Schaltungsträger handeln würde, der in der Mitte das flexible Material hätte. Dann wäre die für das Biegen und das Simulationsmodell notwendige neutrale Phase in der Mitte des Lagenaufbaus. Jedoch erfordert die Fertigung von Starrflex-Leiterplatten einen meist asymmetrischen Aufbau und die flexiblen Folien sind auf der Top oder einer äußeren Innenlage. Dies kann in mechanischen Systemen nur schwer nachgebildet werden. Der Lagenaufbau hat aber einen erheblichen Einfluss auf die exakt zu konstruierenden Leitungslängen und damit auch auf die Funktion der gesamten Schaltung, gerade im Hinblick auf Sensoren für Drehmomente und Rotationskräfte im Antriebsstrang.

Beim Einsatz von starrflexiblen Leiterplatten in mechatronischen Anwendungen bietet sich ein Co-Design der mCAD-und eCAD-Daten in einem Designtool, gegenüber der herkömmlichen Methodik mit einem permanenten Wechsel zwischen den CAD-Welten mit speziellen Zwischenformaten (DXF, IDF) an. Der wesentliche Vorteil der neuen Methodik ist die zeitgleiche Abwägung der technischen Entwicklungskompromisse in einem inhaltlichen Kontext. Es können die Position der Sensoren, der flexiblen Zuleitungen und des Gehäuses gleichzeitig optimiert werden. Falls sich größere funktionelle Änderungen ergeben, lassen sich die Zwischenergebnisse in den ursprünglichen CAD-Welten im nativen Datenformat weiterbearbeiten.

Durch den neuen eCAD-mCAD-Design-Flow hat WITTENSTEIN das Risiko deutlich minimiert, dass es im Betrieb zu fehlerhaften Messungen kommt und die Zuverlässigkeit des gesamten Antriebsstrangs erhöht.

Betrachtung zur Nachkalkulation

Neue Technologien müssen sich nicht nur technisch, sondern auch kommerziell beweisen. So führte WITTENSTEIN einen Vergleich der beiden Lösungsansätze zwischen Kabeln mit Steckverbindern und normaler Leiterplattentechnik sowie dem Einsatz von Starrflex-Leiterplatten durch. Nach der Inbetriebnahme wurden die einzelnen Kosten verglichen. Der hohe Einbauaufwand der Sensoren mit Kabeln lässt sich durch den Einsatz von Starrflex-Leiterplatten, welche zum einen als Sensorträger, zum anderen als Kabelersatz dienen, deutlich verringern. Die Kostenersparnis bei der Montage der Steckverbindungen wiegt die geringen Mehrkosten in der Herstellung der Leiterplatte mehr als auf.

Aber neben den Kosten gab es noch weitere Kriterien für den Erfolg der neuen Technologie. Die Strukturen lassen sich feiner darstellen und somit eröffnet diese Technologie bei der weiteren Miniaturisierung von Motor-Getriebe-Einheiten weitere Möglichkeiten und Innovationen. Der aber wohl wichtigste Punkt für den weiteren Einsatz der Starrflex-Technologie in der Motorentechnik ist sowohl die deutlich gestiegene Zuverlässigkeit bei der gesamten Lebensdauer als auch bei der Qualität der Sensorsignale im Laufe der Betriebszeit.

* *Dirk Müller ...ist Geschäftsführer beim PCB-Spezialisten FlowCAD in Feldkirchen.

* * Michael Matthes ...ist Entwicklungsingenieur beim Antriebsexperten WITTENSTEIN electronics GmbH (Entwicklung und Design im Bereich Antriebs-, Medizintechnik und Sensorik) in Igersheim.

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