Smartcard-Tools

Wie sicher ist die heutige Chipkarten-Software?

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Bild 2b: Blockschaltbild der Prozessorchipkarte (Archiv: Vogel Business Media)

In den heute wesentlich interessanteren Prozessorchipkarten steuert der zugehörige Mikroprozessor alle Zugriffe auf den Speicher und kann somit bei Bedarf die Daten auch durch kryptographische Verfahren vor unbefugtem Zugriff schützen (Bild 2b). Die einzelnen Verfahren zur Verschlüsselung sollen hier nicht näher betrachtet werden, um den Rahmen des Beitrags nicht zu sprengen. Wichtig ist aber, dass die privaten Schlüssel im geschützten Bereich der Chipkarte abgelegt sind und somit als sehr sicher für Signatur- und Verschlüsselungsverfahren bzw. zur Authentifizierung gelten.

Die Einsatzgebiete reichen vom Zahlungsmittel als Geld-, EC- oder Kreditkarte, Bezahlkartensysteme in privaten bzw. öffentlichen Einrichtungen, SIM-Karten in Mobiltelefonen, Bezahlfernsehen, Zeiterfassungs- und Zugangssysteme oder auch die zukünftigen elektronischen Führerscheine, Ausweise bzw. Gesundheitskarten.

Softwareentwicklung für Prozessorchipkarten

Die Applikationen auf den Chipkarten mit Mikroprozessor stellen hohe Anforderungen an die Entwicklungs- und Debugumgebung. Die eingesetzten kryptographischen Verfahren wie symmetrische bzw. asymmetrische Verschlüsselung, Hash-Verfahren, Padding etc. erfordern eine hohe Ausführungsgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit des Gesamtsystems. Der Speicher auf den Chipkarten ist gering und somit ergeben sich weitere Anforderungen wie optimierte Codegröße und maximale Effizienz. Die detaillierte Codeverifizierung ist dabei ein wichtiges Merkmal, genauso wie die Unterstützung bei der Fehlersuche und Dokumentation für die Zertifizierung.

Bei allen Produkten müssen neben den hohen Qualitätsansprüchen der Anbieter auch die entsprechenden nationalen und internationalen Richtlinien, Normen und Standards erfüllt werden. Weiterhin müssen alle Produkte eine Zertifizierung erlangen, die von unabhängigen Instituten, wie dem A-SIT, BSI, TÜV-IT oder dem ZKA unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards nach ausführlicher Prüfung vergeben werden.

Die Qualität der Entwicklungsumgebung ist oft ausschlaggebend für den Erfolg eines Produktes, die Rendite und die Time-to-Market. Für eine neue Applikation wird meistens von den Entwicklern der bereits vorhandene Quellcode übernommen und angepasst oder sogar auf eine neue MCU portiert. Hierbei kann die Entwicklungsumgebung einen entscheidenden Beitrag leisten, wenn das implementierungsdefinierte Verhalten gleich ist. Somit gestaltet sich der Portierungsprozess wesentlich einfacher als zwischen Compilern mit verschiedenen implementierungsdefinierten Verhalten. Durch den Support des MISRA-C-Standards wird es Entwicklern ermöglicht, den Quellcode bereits während des frühen Entwicklungsstadiums statisch zu testen und sogar eigene interne Regeln (Coding Rules) umzusetzen.

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