Fahrerassistenzsysteme Wie sich via MOST Infotainment und Fahrerassistenzsysteme im Auto verbinden lassen

Autor / Redakteur: Harald Schöpp, Dr. Bernd Sostawa* / Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Immer mehr Autofahrer legen Wert auf die Unterstützung durch Assistenzsysteme – und so wachsen Infotainment und Fahrerassistenz zusammen. Welche Rolle dabei dem als Netzwerk für Multimediadaten im Auto etablierten MOST-Bus (Media Oriented Systems Transport) zukommt, lesen Sie in diesem Beitrag.

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Mehr als 10 Jahre stand die Entwicklung und immer weitere Verfeinerung von Infotainment-Systemen im Brennpunkt der vom Benutzer erlebbaren Elektronikentwicklung im Auto. Heutige Systeme übertreffen an Reichhaltigkeit und Feature-Umfang bei weitem das Equipment im Wohnzimmer des Durchschnittsbürgers. Darüber hinaus ist im Auto bereits Realität, was in den Wohnzimmern erst ganz langsam und zaghaft zu entstehen beginnt: die Vernetzung der verschiedenen Komponenten und Funktionen miteinander. Seit rund 10 Jahren ist es im Auto selbstverständlich, dass der Ton des Telefons aus den Lautsprechern des Soundsystems dringt, man mit ein und demselben Mikrofon telefoniert und das System per Sprache steuert, und der Inhalt der CD oder DVD auf allen Plätzen gleichzeitig erlebbar ist.

Fahrerassistenzsysteme werden zunehmend wichtiger

Das Zeitalter der großen Innovationen und des Feature-Zuwachses im automobilen Infotainment geht langsam in die Sättigung, nicht zuletzt geprägt durch den demographischen Wandel. Eine immer älter werdende, Auto fahrende Bevölkerung legt gesteigerten Wert auf geeignete Hilfe beim Fahren.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen rücken somit verstärkt Fragestellungen über die technischen und kommerziellen Optimierungspotentiale der Gesamtsystemarchitektur für gleichermaßen Infotainment und Fahrerassistenz in den Vordergrund. Das Ziel ist, zu einem kosteneffizienten Gesamtbaukasten zu kommen, aus dem Untermengen für die verschiedenen Fahrzeugklassen, Ausbaustufen und Sonderausstattungspakete abgeleitet werden können. Dabei sind insbesondere der Zuschnitt der Funktionspakete, die Partitionierung der Funktionspakete auf die Systemkomponenten und die Vernetzung der Komponenten zu betrachten.

Geburtsstunde der Infotainment-Vernetzung und MOST

Beim Systemdesign komplexer Fahrerassistenz-Systeme sind insbesondere folgende Anforderungen zu beachten:

  • Modularer und skalierbarer Systemaufbau: Unterstützung unterschiedlicher Ausbaustufen und Verwendung von Gleichteilen.
  • Flexibilität und Erweiterbarkeit: Ein offenes und generisches Framework erlaubt zukünftige Erweiterungen des Fahrerassistenzsystems.
  • Hierarchie-Bildung und Kapselung des Systemwissens: Entflechtung und Beherrschung der Systemkomplexität durch Ausprägung von Controllern und Slaves.
  • Funktionale Zerlegung des Gesamtsystems: Verschiebbarkeit und freie Partitionierbarkeit von Funktionen und Funktionsgruppen auf Steuergeräte.
  • Funktionale Schnittstellen-Definition und Protokoll für den Austausch von Informationen zwischen den Funktionen: Interoperabilität und Wartbarkeit.

Vergleicht man diese Anforderungen der Fahrwerassistenz mit jenen der Infotainment-Welt von vor etwa 10 bis 15 Jahren, entdeckt man erstaunliche Parallelen. Die Infotainment-Systemkomponenten bestanden seinerzeit aus Radio- und den ersten Fernseh-Empfängern, Verstärkern, Telefonen, Navigationsrechnern und Sprachbediensystemen. Die Problematik bestand in einer plötzlich stark erweiterten Funktionalität bei gleichzeitig nicht definierten Schnittstellen. Das Gesamtsystem war zwar funktional zerlegt, es war aber zunächst schwierig, die Systemkomponenten mangels sowohl geeignetem Transportmedium als auch standardisierter Schnittstellen (APIs) miteinander zu verbinden.

Dies war die Geburtsstunde der Infotainmentvernetzung, manifestiert in den Infotainment-Netzwerken D2B Optical und wenig später MOST.

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