Anbieter zum Thema
Mit dem GetProtocolConnectionInfo Aufruf ist es möglich, detaillierte Informationen der Verbindung zu erhalten. Dieser Aufruf wird dazu benutzt, um zum Beispiel Informationen wie das MOST Connection-Label zu erhalten, das im Feld ProtocolInfo enthalten ist (*3 in Bild 2). Nachdem die Information vom Medienserver gelesen wurde, kann die Funktion PrepareForConnection auf dem Wiedergabegerät aufgerufen werden. Dabei soll diesmal eine eingehende Verbindung vorbereitet werden, weswegen die detailliertere ProtocolInfo dazu benutzt wird, sich mit dem zuvor allokierten synchronen Kanal zu verbinden.
Mit dem Aufruf verbindet sich der MOST Network-Interface-Controller mit dem allokierten Kanal und der Datentransfer kann beginnen. Dazu wird der AVTransport SDCP im Medienserver verwendet. Ziel ist es, die vorherige Verbindung, beziehungsweise das dazugehörige AVTransport-Verwaltungsobjekt, mit dem URI des zu übermittelnden Content-Objekts zu assoziieren. Der URI wurde zuvor mittels der Funktion Browse vom Medienserver gelesen. Durch den Aufruf SetAVTransportURI wird der URI dem Verwaltungsobjekt zugewiesen. Der nachfolgende Aufruf der Funktion Play beginnt die Audiowiedergabe durch die Übertragung über den synchronen MOST Kanal. Der RenderingControl-SDCP des Wiedergabegeräts enthält Funktionen, mit denen sich die Lautstärke verändern lässt.
Referenzimplementierung
Die Audio-Kodierung und -Dekodierung erfolgen durch eigens dafür vorgesehene Encoder-/Decoder-Bauteile, welche direkt mit dem MOST-INIC verbunden sind. Audio-Übertragung und -Empfang führt der MOST INIC durch. Der Mikrocontroller wird nur für die Bearbeitung der UPnP-, MOST und TCP/IP-Befehle benutzt, weswegen ein Mikrocontroller mit geringerer Rechenleistung verwendet werden kann. Im Rahmen der Referenzimplementierung wurde ein PIC32MX mit 512-KProgrammspeicher und 128-K-Datenspeicher eingesetzt.
Die Software enthält die MOST NetServices für Schicht I und II, den Microchip-TCP/IP-Stack und einen UPnP-Stack. Die UPnP-Dienst-Beschreibungen, welche mit XML spezifiziert wurden, werden als Konstanten im Programmcode hinterlegt. Die Referenzimplementierung basiert auf einer einzelnen Routine, die nacheinander die benötigten Softwaredienste aufruft. Dies sind im wesentlichen NetServices, TCP/IP-Stack, UPnP-Stack und die verschiedenen Initialisierungsfunktionen, wie etwa für die Verwaltung des INIC-Streamings und der Audio-Sockets.
UPnP steuert mobile Endgeräte herstellerübergreifend
Der hier dargestellte Ansatz erlaubt es, den UPnP-Standard in einem MOST basierten Umfeld zu nutzen. Dabei werden die in Fahrzeugen eingebauten Geräte wie Klimaanlage oder Entertainment mittels UPnP gesteuert. Die Verwendung von UPnP erlaubt es, mobile Endgeräte herstellerübergreifend für Steuerungsaufgaben zu verwenden, die aktuell nur von den im Fahrzeug integrierten Headunits bekannt sind. Es wurde gezeigt, wie die UPnP ProtocolInfo erweitert werden kann, um eine MOST spezifische Signalisierung zu realisieren. Hierbei wurde detailliert auf den synchronen MOST Kanal eingegangen. Ein Audio-Anwendungsbeispiel demonstriert, wie die ProtocolInfo einen Austausch von Audiodaten zwischen zwei MOST Geräten etabliert und steuert. Eine Referenzimplementierung legt dar, dass der vorgeschlagene Ansatz auch mit kostengünstigen Mikrocontrollern realisierbar ist.
Links:
[1] http://mostcooperation.com
[2] UPnP AV Architecture:2 Service http://upnp.org/specs/av/UPnP-av-AVArchitecture-v2.pdf
[3] ConnectionManager:3 Service http://upnp.org/specs/av/UPnP-av-ConnectionManager-v3-Service.pdf
* Dipl.-Inform. Sebastian Reite ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Systementwurf in der Mikroelektronik (SiM) am FZI Forschungszentrum Informatik.
* Dr. rer. nat. Alexander Viehl leitet die Abteilung Systementwurf in der Mikroelektronik (SiM) am FZI Forschungszentrum Informatik.
* Prof. Dr. Oliver Bringmann ist Professor am Wilhelm-Schickard Institut für Informatik an der Universität Tübingen.
* Prof. Dr. Wolfgang Rosenstiel ist Professor am Wilhelm-Schickard Institut für Informatik an der Universität Tübingen und Direktor am FZI Forschungszentrum Informatik.
(ID:43226181)