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Wie sich MOST Geräte im Fahrzeug mittels UPnP steuern lassen

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Die Audiowiedergabe als Anwendungsbeispiel

Das Ziel des hier vorgestellten Anwendungsbeispiels ist der Austausch von Audiodaten zwischen einem Medienserver und einem Wiedergabegerät über den synchronen MOST Kanal. Ein standardisierter UPnP-Kontrollpunkt steuert den Verbindungsaufbau und die Audioübertragung. Ein Gateway übermittelt die Daten zwischen Kontrollpunkt und Medienserver bzw. Wiedergabegerät über den MOST Ethernet-Packet-Kanal. Der eigentliche Audiodatenstrom wird über den synchronen MOST Kanal übertragen.

Der Medienserver stellt die folgenden SDCPs bereit: AVTransport, das es dem Benutzer ermöglicht, den Audiodatenstrom etwa mit „Stop”- und „Play”-Befehlen zu kontrollieren. Der UPnP-ConnectionManager reserviert MOST Kanäle und gibt sie auch wieder frei. Das ContentDirectory verwaltet die Inhalte, die der Medienserver anbietet. Das Wiedergabegerät stellt ebenfalls einen UPnP-ConnectionManager bereit, um sich seinerseits mit dem synchronen MOST Kanal zu verbinden, sowie einen RenderingControl-Dienst, der es gestattet, die Audiowiedergabe zu kontrollieren, um beispielsweise die Lautstärke zu regulieren.

UPnP-Protokoll-Erweiterung für MOST

UPnP standardisiert die Schnittstellen, um Geräte zu verwalten, jedoch nicht das Transferprotokoll, das die eigentlichen Inhalte überträgt. Zentraler Bestandteil bei dem Verbindungsaufbau ist die ProtocolInfo [3]. Diese erlaubt es, die Kompatibilität zwischen gesteuerten Geräten zu prüfen, sowie Datenübertragungen zwischen den eigentlichen Geräten zu starten und zu beenden. Im Anwendungsfall wird die ProtocolInfo zwischen dem Medienserver und dem Wiedergabegerät ausgetauscht. Sie spezifiziert die Übertragungsmöglichkeiten der Geräte und wird verwendet, um die Datenverbindung außerhalb von UPnP aufzubauen.

Der Kontrollpunkt benutzt für den Umgang mit der ProtocolInfo ausschließlich Operationen auf Basis von Zeichenketten, um kompatible Geräte zu finden. Der Kontrollpunkt bedient sich keinerlei semantischer Information. Nur der Medienserver und das Wiedergabegerät werten die ausgetauschte Zeichenkette aus. Dies ermöglicht die Verwendung von standardisierten Kontrollpunkten, welche keine Kenntnis über die herstellerspezifischen ProtocolInfo-Erweiterungen, etwa die MOST Erweiterungen, haben. Lediglich die gesteuerten Geräte, welche Kenntnis über die herstellerspezifischen ProtocolInfo-Erweiterungen haben, interpretieren diese Information.

Eine ProtocolInfo besteht aus den folgenden Feldern: <protocol>, <network>, <contentFormat> und <additionalInfo>, bei dem der <protocol> Eintrag das Transferprotokoll wie etwa „http-get” spezifiziert. Das Feld <network> legt das verwendete Netzwerk fest, das im Fall von TCP/IP meist auf die Wildcard „*” gesetzt ist, da die Geräte im selben IP-Netzwerk sind. <contentFormat> spezifiziert das Format der ausgetauschten Inhalte wie etwa „audio/mpeg”. Das Feld <additionalInfo> übermittelt alle weiteren Informationen. Die Tabelle zeigt die generelle Struktur des ProtocolInfo und ein Beispiel einer http-get-Spezifikation.

Die MOST-Protokollinformation ist nicht Teil des UPnP-Standards, der Standard sieht aber die Möglichkeit von herstellerspezifischen ProtocolInfo-Erweiterungen vor. Für die MOST Erweiterung wird eine Struktur genutzt, die auf den bereits von der MOST Cooperation spezifizierten Informationen der SourceInfo (0x100) des GeneralFBlock basiert. Bei den herstellerspezifischen Erweiterungen sollte laut Standard das Feld <protocol> den ICANN Domain-Namen des Herstellers enthalten: „mostcooperation.com”. Das Feld <network> liefert die Information zu SourceInfo::TransmissionClass des GeneralFBlock [1].

Das Feld <contentFormat> wird mit SourceInfo::ContentTyp befüllt. Der Inhalt des Felds <additionalInfo> ist abhängig von den Feldern <network> und <contentFormat>. Falls <contentFormat> mit „GenericPCM” definiert wird, dann muss das Feld <additionalInfo> anders belegt werden, als wenn das <contentFormat> „Audio” lautet. Mehrere Einträge für ein UPnP-Feld werden mit Semikolon getrennt. Ein einzelner Eintrag hat die folgende Struktur: „<org-name>_<token_name>=<value>”. Bei der Beschreibung des synchronen MOST Kanals wird zum Beispiel das „DataConnectionLabel” im Feld <additionalInfo> spezifiziert. Der Eintrag für das MOST Connection Label 0x43(66) müsste wie folgt lauten: „mostcooperation.com_DataConnectionLabel=66”. Die Tabelle zeigt einen Auszug der vorgeschlagenen Erweiterungen für MOST.

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