Karriere-Tipp Wie sich mentale Blockaden im Job überwinden lassen
Viele Menschen stoßen beruflich und privat immer wieder an mentale Grenzen. So trauen sich zum Beispiel manche nicht, ihre Kollegen um Hilfe zu bitten. Diese Blockaden haben oftmals starken Einfluss auf den Erfolg im Job. Wir verraten Ihnen, wie Sie diese Stolpersteine zu beseitigen können.
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Zigmal nehmen wir uns vor, unseren Chef bei der nächsten Gelegenheit auf eine Gehaltserhöhung anzusprechen. Doch stets verlassen wir sein Büro zwar mit mehr Arbeit, aber nicht mit mehr Geld. Was genau läuft dabei eigentlich schief?
Solche Situationen kennt fast jeder; Situationen, in denen wir uns anders verhalten als wir es eigentlich möchten. Denn irgendetwas hindert uns daran. Das ist kein Grund zur Panik – solange wir nur ab und zu an solche (mentalen) Barrieren stoßen. Denn jeder Mensch hat „Up’s“ und „Down’s“.
Bedenklich wird „die Sache“ laut Aussagen der Managementberaterin Sabine Prohaska erst, wenn wir immer wieder an dieselben Barrieren stoßen. Denn dann zeigen wir in der Regel ein Ausweichverhalten. Wir reden uns zum Beispiel ein „Mein Chef hat sowieso kein Ohr für mich“.
Wenn das Ausweichverhalten zur Regel wird
Ein Grund, warum viele Menschen stets an dieselben mentalen Barrieren stoßen, ist laut Führungskräftetrainer Reiner Voss, dass unser Verhalten weitgehend durch mentale Programme bestimmt wird, die unbewusst in uns ablaufen. Solche Programme haben wir zuhauf verinnerlicht. Und das ist gut so, denn sie ermöglichen es uns, viele Alltagsaufgaben schnell und (fast) nebenbei zu erledigen. Zum Beispiel Zähne putzen, Autofahren, die Ablage von Dokumenten, das Bedienen des Computers.
Übung macht keinen Meister
Viele Menschen leiten daraus ab: Wir müssen nur lange und viel üben, dann beherrschen wir irgendwann zum Beispiel das Flirten, das Verkaufen oder das Führen von Mitarbeitern wie im Schlaf. Also besuchen sie regelmäßig Seminare, in denen sie trainieren gelassen auf Aggressionen von Mitmenschen zu reagieren und ihre wahren Gefühle zu zeigen. Doch irgendwann stellen sie frustriert fest: Nun war ich zwar schon in vielen Seminaren, aber trotzdem mache ich im Alltag immer wieder dieselben Fehler. In den Rollenspielen während der Trainings kann ich zwar meine Interessen formulieren, doch wenn mir im Büro mein Kollege gegenübersteht, werde ich stumm wie ein Fisch. Im Trainerjargon heißt dies: Den Teilnehmern gelingt der Transfer nicht.
Das mentale Programm durchbrechen
Eine Ursache hierfür ist: In den Trainings werden laut Kommunikations- und Verkaufstrainer Ingo Vogel oft nicht die mentalen Barrieren bearbeitet, an die die Teilnehmer im Alltag stoßen. Also bereiten ihnen stets dieselben Herausforderungen Probleme, zum Beispiel:
- auf fremde Menschen aktiv zugehen,
- Kritik annehmen, Lob aussprechen,
- Gefühle zeigen,
- die eigenen Interessen klar artikulieren und vertreten,
- Kollegen um Hilfe bitten.
Das nur einige mögliche Herausforderungen oder Situationen, in denen Menschen immer wieder an scheinbar unüberwindbare mentale Barrieren stoßen. Der Grund: Dann läuft in ihnen stets derselbe „innere Film“ beziehungsweise dasselbe mentale Programm ab. So lange dieser Mechanismus nicht durchbrochen wird, nutzt das intensivste Training wenig. Das Überwinden der mentalen Barrieren setzt voraus, dass wir die Programme kennen, die in unserem Kopf ablaufen. Vereinfacht lassen sich die zahllosen Programme laut Ingo Vogel in zwei Gruppen einteilen: Ur-Programme und mentale Muster.
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