Smart Metering Wie sich Energieverbrauchsdaten über eine Standard-Funkschnittstelle übertragen lassen
Intelligente Verbrauchszähler für Gas, Wasser, Strom oder Wärme bringen sowohl Verbrauchern als auch dem Versorger eine ganze Reihe von Vorteilen. Praktisch ist dabei auch die drahtlose Übertragung der Verbrauchsdaten über den in Europa etablierten wireless MBus. Wie das funktioniert und worauf zu achten ist, lesen Sie in diesem Beitrag.
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Die Idee ist im Prinzip genial einfach: Warum nicht moderne Messtechnik für einen effizienteren Umgang mit Energie und anderen Ressourcen nutzen? Alles, was man dazu braucht, ist ein herkömmliches Messgerät mit einer geeigneten Kommunikationsschnittstelle, über die sich die Messdaten aus der Ferne abrufen lassen – und schon wird das Ablesen der Verbrauchswerte und deren Abrechnung deutlich einfacher.
Allerdings ist für diese scheinbar so einfache Kommunikationserweiterung ein entsprechendes Netzwerk notwendig. Zudem bringt diese Lösung eine ganze Reihe weiterer Applikationen und Innovationen mit sich, die erheblichen Einfluss darauf haben, wie Energie heute gemessen, preislich angeboten und verbraucht wird.
Ob Gas, Wasser, Strom oder Wärme – um den Verbrauch von Ressourcen zu ermitteln, werden üblicherweise entsprechende Verbrauchszähler, gruppiert nach Wohn-, Geschäfts- und Industrieanlagen, in regelmäßigen Abständen abgelesen. Diese Daten werden gesammelt, zusammengefasst und schließlich an den Versorger weitergeleitet.
Energieversorger und Verbraucher profitieren gleichermaßen von Smart Metering
Die automatische Ablesung von Zählern bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Deshalb setzen viele Versorger heute auf Zweiwegverbindungen zum Verbraucher. Einzelpersonen und Unternehmen können damit ihren Energieverbrauch effizienter gestalten, denn das Angebot an entsprechenden Hilfsmitteln wie Energieanzeigern, Thermostaten oder Ladekontrollgeräten auf dem Markt wird zusehends breiter und verbessert die Kontrollmöglichkeiten. Aber auch die Energieversorger profitieren natürlich von der erhöhten Zuverlässigkeit und den dynamischen Abrechnungsmöglichkeiten der Zweiwegkommunikation.
Wie sich Verbrauchsdaten über eine Funkverbindung übertragen lassen
Die Verbrauchsdaten lassen sich über eine Funkstrecke von den einzelnen Messgeräten zu einem zentralen Datensammler übertragen. Allerdings sind für die Auswahl der optimalen Funkkommunikation von Messgeräten im Haus eine Reihe von Bedingungen zu beachten. Dazu gehören u.a. Einsatzdauer, Stromversorgung, Kommunikationsstandards, Funkreichweite, geltende Funknormen und mögliche Störungen durch andere Funksender. Am Beispiel einer konkreten Hard- und Software-Lösung lässt sich zeigen, wie eine Funkübertragung der Verbrauchsdaten praktisch realisiert werden kann.
WMBus — der offene Standard für drahtlose Messdatenerfassung in Europa
Der wireless MBus (WMBus) ist der offene Standard zur drahtlosen automatischen Messdatenerfassung (Automated Meter Reading, AMR) in Europa. Er lehnt sich am Standard EN13157-4 an und beschreibt die Spezifikation der Kommunikation zwischen Gas-, Wasser-, Elektrizitäts- und Wärmezählsystemen sowie Datensammlern.
Um den Anforderungen der Ein- und Zweiweg-Datenübertragung gerecht zu werden, sind die drei Hauptbetriebsmodi S, T und R zur Kommunikation festgelegt. Die Daten werden dabei via Low-Power Radio im 868-MHz-Frequenzband übermittelt.
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