Elektronischer Test und Verifikation Wie Pickering Interfaces Automotive-Ethernet und BMS-Tests 2025 vorantrieb

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Nach einem turbulenten Start entwickelte sich 2025 zu einem erfolgreichen Jahr für die Test- und Messtechnikbranche. Neue Technologien und eine zweite Jahreshälfte im Aufschwung zeigen: Die Elektronikentwicklung findet Wege aus der Krise – zumindest aus Sicht von Pickering Interfaces.

Joe Woodford ist als Group Director für Global Sales & Marketing bei Pickering Interfaces tätig. Seiner Meinung nach war das Jahr 2025 für das Unternehmen von „globaler Unsicherheit geprägt“, die er unter anderem auf die von US-Präsident Trump verhängten Zölle zurückführte. (Bild:  Pickering Interfaces)
Joe Woodford ist als Group Director für Global Sales & Marketing bei Pickering Interfaces tätig. Seiner Meinung nach war das Jahr 2025 für das Unternehmen von „globaler Unsicherheit geprägt“, die er unter anderem auf die von US-Präsident Trump verhängten Zölle zurückführte.
(Bild: Pickering Interfaces)

Die ersten Monate des Jahres 2025 stellten Elektronikentwickler vor besondere Schwierigkeiten. Erhöhte Einfuhrzölle auf Produkte nach Nordamerika und globale handelspolitische Unsicherheiten bremsten Investitionen aus. „Die Unsicherheit war branchenübergreifend spürbar, insbesondere im Fertigungssektor“, erklärt Joe Woodford, Group Director für Global Sales & Marketing bei Pickering Interfaces.

Markterholung aus Unternehmenssicht

Doch nach Einschätzung des Signalschalt-Spezialisten bewies die Branche Widerstandsfähigkeit. Ab der Jahresmitte kehrte aus Sicht von Pickering Stabilität zurück, und viele Sektoren nahmen wieder normalere Investitionsmuster auf. Besonders deutlich war die Erholung laut Unternehmensangaben in zukunftsorientierten Bereichen: Luft- und Raumfahrt, New Space-Projekte, eVTOL-Flugzeuge und wissenschaftliche Forschung trieben den Aufschwung maßgeblich voran.

Der Automobilsektor zeigte sich nach den Beobachtungen von Pickering weiterhin aktiv, wenngleich der europäische Elektrofahrzeugmarkt eine spürbare Verlangsamung verzeichnete. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung diversifizierter Testlösungen für unterschiedliche Marktsegmente. Trotz der Marktvolatilität investierte Pickering weiter in Forschung und Entwicklung und brachte 2025 mehrere Produkte auf den Markt, die aktuelle Entwicklerprobleme adressieren:

Die Testhardware im Detail

Effizienz durch kompakte Bauweise: Das 12-Slot-Full-Hybrid-2U-Chassis (Modell 60-107-001) bietet die nach eigenen Angaben höchste Slotanzahl in einem 2U-Formfaktor und es fasst bis zu 24 3U-PXI-Module, der normalerweise ein 4U-PXI-System benötigt. Die 12 hybrid-kompatiblen Slots unterstützen sowohl PXI- als auch PXIe-Module für Schalt-, Simulations- und Instrumentierungsanwendungen.

Automotive-Ethernet: Die 8-Kanal-Fehlereinspeisungs-Switches 40-205-008 (PXI) und 42-205-008 (PXIe) adressieren gezielt die wachsenden Testanforderungen hochgeschwindigkeits-vernetzter Fahrzeuge. Diese nach Unternehmensangaben weltweit ersten Lösungen für xBaseT1-Ethernet können typische Fehler auf 10BaseT1-, 100BaseT1-, 1000BaseT1- und 10GBaseT1-Ethernet-Schnittstellen simulieren. Jede Leitung kann als offener Stromkreis gesetzt werden, Kurzschlüsse lassen sich über Leitungspaare anwenden. Fehlerverbindungen können über zwei Fehlerbusse zu einem von vier externen Signalen hergestellt werden, typischerweise zur Simulation von Verbindungen zu Versorgungsspannung oder Masse.

Batteriemanagement: Die 4-Kanal-Batteriesimulatoren 41-754-011 und 43-754-011 bieten bis zu 8 V und 5 A pro Kanal und sind eine deutliche Verbesserung gegenüber bisherigen 300-mA-Simulatoren. Die vollständige Isolation der Kanäle von Masse und untereinander (1.000 V Kanal zu GND, 750 V Kanal zu Kanal) ermöglicht Serienschaltungen zur Simulation gestapelter Batteriearchitekturen. Das ist besonders für Antriebssysteme im Fahrzeug interessant. Eine besonders wichtige Funktion ist die Möglichkeit, Batterien unter Ladebedingungen zu simulieren. Jeder Kanal kann bis zu 7 W aufnehmen und höhere Leistungen/Überspannungen mit programmierbaren Duty-Cycles durch Einstellung eines Ladestromgrenzwerts handhaben.

Quantencomputing als Zukunftsmarkt

Besonders bemerkenswert ist nach Angaben von Pickering Interfaces die Entwicklung der bisher größten BRIC-Topologie für ein großangelegtes Quantencomputer-Forschungsprojekt. Die 40-558-121-576x16-Matrix gehört zu einer Serie ultra-hochdichter PXI-Matrizen, die in 2-, 4-, 8- oder 12-Slot-PXI-Größen verfügbar sind und alle High-Performance-Matrix-Anforderungen abdecken.

Diese BRIC-Matrizen werden mit hochwertigen Reed-Relais von Pickering Electronics (4 mm x 4 mm Instrumentierung) konstruiert. Durch ihre hohe Schaltdichte ermöglichen diese PXI-Matrizen, ein komplettes funktionales ATE-System in einem 3U-PXI-Chassis und erlauben den Einsatz kostengünstigerer 8- oder 14-Slot-Chassis. Das Anwendungsspektrum der 40-558-Matrizen ist breit gefächert: Neben der Quantenforschung finden sie Einsatz in der Automobilindustrie für ECU-Tests und in der Halbleiterindustrie für Package-Testing. Das duale analoge Bussing bei schmaleren Matrix-Optionen ermöglicht völlig separate Matrizen innerhalb eines einzigen Moduls für Paralleltests.

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Globale Expansion trotz Unsicherheiten

Die internationale Ausrichtung erwies sich für Pickering als Stabilisierungsfaktor. Im Dezember 2025 feierte das Unternehmen das zehnjährige Bestehen seines chinesischen Büros in Peking.

„Die Energie und das Engagement, die wir auf Messen weltweit in der zweiten Jahreshälfte erlebten, spiegelten das neue Vertrauen der Branche wider“, sagt Woodford abschließend. Für März 2026 plant das Unternehmen bereits eine weitere „spannende Ankündigung“. (heh)

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