Virtuelle Zwillinge für reale Lernkurven Wie MHJ-Software die SPS-Ausbildung modernisiert

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Komplexe Automatisierungssysteme gehören zum Alltag in der Industrie. Doch die Ausbildung hinkt der Praxis oft hinterher. Das Unternehmen MHJ-Software aus Bretten will das ändern, mit digitalen Zwillingen für die SPS-Programmierung.

Beispiel für eine Programmieraufgabe: Erkennen von unterschiedlichen Materialien und Sortierung über Transportbänder.(Bild:  MHJ-Software)
Beispiel für eine Programmieraufgabe: Erkennen von unterschiedlichen Materialien und Sortierung über Transportbänder.
(Bild: MHJ-Software)

Wie bildet man eine moderne Industrieanlage nach, ohne sie tatsächlich aufzubauen? Diese Frage stellt sich vielen Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen, die heute mit knappen Budgets, steigendem Technologiebedarf und sich schnell ändernden Anforderungen kämpfen. Insbesondere in der Automatisierungstechnik reicht es längst nicht mehr aus, nur theoretisch über speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) zu sprechen. Es braucht praxisnahe Übungsmöglichkeiten.

Virtuelle Lernumgebung statt teurer Hardware

Genau hier setzt MHJ-Software an. Mit dem PC-Lab 3D Studio hat das Unternehmen ein Werkzeug entwickelt, das Lernenden ermöglicht, komplexe Anlagenszenarien als digitale Zwillinge virtuell zu programmieren. Der Clou: Die virtuelle Anlage verhält sich wie ihr reales Pendant – inklusive realistischer Physik und frei definierbarer Aufgabenstellungen.

Die neue Version der Software öffnet sich nun auch für die Open-Source-3D-Software Blender. So können Ausbildungsstätten oder Unternehmen eigene Modelle aus CAD-Daten importieren und individuelle Lernumgebungen aufbauen.

Interdisziplinär lernen: Konstruktion trifft Programmierung

Ein Nebeneffekt dieser Herangehensweise: Die Ausbildung wird interdisziplinär. Künftige Konstrukteure können die 3D-Modelle gestalten, während Mechatroniker oder Automatisierer diese Anlagen virtuell in Betrieb nehmen. Damit rückt die klassische Trennung der Fachbereiche enger zusammen. Das sei ein Pluspunkt gerade im Hinblick auf Industrie-4.0-Strukturen, die ein vernetztes Denken verlangen.

Damit der Einstieg in die Simulation möglichst reibungslos gelingt, liefert MHJ-Software eine umfassende Objektbibliothek mit. Über diese lassen sich gängige Elemente wie Förderbänder, Roboterarme oder Sensorik schnell zusammenstellen und mit wenigen Klicks in die virtuelle Anlage einbauen. Die Programmierung erfolgt dann wie gewohnt mit einer SPS-Umgebung.

Mehr Praxis, weniger Risiko

Der Vorteil liegt auf der Hand: Azubis können ohne Risiko ausprobieren, Fehler machen, optimieren – ganz ohne reale Maschinen lahmzulegen oder Schäden zu verursachen. Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das weniger Hardwarekosten und mehr Flexibilität. Die Umgebung lässt sich jederzeit anpassen, erweitern oder auf neue Technologien umstellen.

MHJ-Software bringt damit nicht nur frischen Wind in die Berufsausbildung, sondern senkt auch die Einstiegshürden für Industrie-4.0-Kompetenzen. Denn der digitale Zwilling ist auch in der Industriepraxis etabliert. (mc)

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