Mehrschichtige IoT-Sicherheit Wie Hardwareschutz, Standards und KI das IoT sicherer machen

Ein Gastbeitrag von Sharon Hagi, Chief Security Officer, Silicon Labs 4 min Lesedauer

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Das IoT ist allgegenwärtig und angreifbar. Doch neue Schutzmechanismen, Standards und KI-Techniken stärken die Verteidigung. Ein Überblick, wie das Internet der Dinge gegen heutige und künftige Bedrohungen gewappnet werden kann.

IoT Security: Hardwarebasierter Schutz bildet das Fundament einer modernen mehrschichtigen Sicherheitsstrategie.(Bild:  KI-generiert)
IoT Security: Hardwarebasierter Schutz bildet das Fundament einer modernen mehrschichtigen Sicherheitsstrategie.
(Bild: KI-generiert)

Der massive Ausbau hat das IoT zu einem bevorzugten Ziel für Cyberangriffe gemacht. Bei älteren IoT-Geräten wurde die Sicherheit oft vernachlässigt, was Lücken für Angriffe bot. Heute sieht die Situation ganz anders aus: fortschrittliche Technologien, sich weiterentwickelnde Standards und ausgefeilte Strategien zum Schutz von Geräten und Daten erhöhen die Sicherheit.

Dieser Beitrag beschreibt den aktuellen Stand der IoT-Sicherheit, beleuchtet die jüngsten Fortschritte und Standards und untersucht, wie diese Technologien zusammenwirken können, um die häufigsten Herausforderungen zu bewältigen.

IoT-Sicherheit heute: Eine robuste Grundlage schaffen

IoT-Sicherheit basiert auf einem mehrschichtigen Ansatz, der Hardware-Schutzmaßnahmen, standardisierte Protokolle, dynamische Authentifizierung und neue Technologien kombiniert. Im Mittelpunkt dieser Grundlage stehen Fortschritte in Hardware-Sicherheit, standardisierte Kommunikationsprotokolle, Post-Quanten-Verschlüsselung und KI-gestütztes Edge-Computing, die alle zusammen einen umfassenden und robusten Schutz bilden:

  • Hardwarebasierte Schutzmaßnahmen bilden die erste Verteidigungslinie, indem sie die Sicherheit auf Geräteebene verankern. Lösungen wie Secure Vault von Silicon Labs integrieren Funktionen wie Manipulationserkennung, verschlüsselte Schlüsselspeicherung und robuste Authentifizierungsmechanismen. Diese Funktionen mindern physische als auch cyberphysische Bedrohungen, weil Secure Vault gezielt Bedrohungen auf Geräteebene adressiert und damit zentrale Sicherheitsanforderungen in sensiblen Bereichen wie dem Gesundheitswesen, der industriellen Automatisierung und in intelligenten Infrastrukturen erfüllt.
  • Ergänzend zur Hardwaresicherheit gewährleisten standardisierte Protokolle eine nahtlose Kommunikation unter Einhaltung strenger Sicherheitsanforderungen. Das von der Connectivity Standards Alliance (CSA) entwickelte Matter-Protokoll löst das seit langem bestehende Problem, Interoperabilität und Sicherheit in Einklang zu bringen. Matter ermöglicht die sichere und zuverlässige Kommunikation zwischen Geräten verschiedener Hersteller, fördert die Kompatibilität und integriert Verschlüsselung und Authentifizierung als Kernfunktionen.
  • Um sich gegen moderne Cyberbedrohungen zu schützen, haben dynamische Authentifizierungsmethoden veraltete statische Anmeldedaten wie feste Passwörter ersetzt. Ansätze wie Zero-Trust-Authentifizierung, rotierende geheime Schlüssel und digitale Signaturen schaffen zusätzliche Sicherheit, um unbefugten Zugriff und das Ausspähen privater Daten deutlich zu erschweren. Durch verbesserte Geräteidentität und Zugriffssicherheit sind IoT-Systeme heute besser gegen immer raffiniertere Bedrohungen gewappnet.
  • Mit der erfolgreichen Forschung und Entwicklung im Bereich des Quantencomputing drohen klassische kryptografische Algorithmen zu veralten. Als Reaktion darauf beginnen Entwickler, Post-Quanten-Verschlüsselungsalgorithmen zu integrieren, die besser gegen die Rechenbeschleunigung zukünftiger Quantencomputer gewappnet sind. Diese proaktive Maßnahme verbessert die Langlebigkeit der Datensicherheit und macht IoT-Geräte zukunftssicher gegen durch Quantencomputing beschleunigte kryptoanalytische Bedrohungen.
  • Gleichzeitig hat sich KI am Netzwerkrand (Edge-KI) als leistungsstarkes Sicherheitsinstrument etabliert. Durch die Echtzeiterkennung und -reaktion auf Anomalien können KI-gestützte Edge-Geräte Netzwerkaktivitäten und -bedingungen lokal analysieren. Dies minimiert die Latenz und erhöht die Sicherheit in abgelegenen oder nicht vernetzten Umgebungen, in denen der Cloud-Zugang eingeschränkt ist.

Zusammen ermöglichen diese Fortschritte eine mehrschichtige Verteidigungsstrategie für die IoT-Sicherheit, die vielfältigen Bedrohungen wirksam begegnet. So stellen Secure-Vault-fähige Hubs in Smart-Home-Anwendungen sichere Kommunikationskanäle mit Matter-zertifizierten Geräten her, während Edge-KI ungewöhnliche Aktivitäten wie Funkstörversuche, Denial-of-Service, Spoofing oder unbefugte Zugriffsversuche überwacht. In risikoreichen Branchen wie dem Gesundheitswesen gewährleisten Hardware-Schutzmaßnahmen die Geräteintegrität, Post-Quanten-Verschlüsselung schützt sensible Patientendaten und dynamische Authentifizierung beschränkt den Zugriff auf autorisiertes Personal.

Zukunftsfähige Sicherheit: Was das IoT morgen braucht

Die IoT-Sicherheit wird sich auch in Zukunft weiterentwickeln, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Die Einführung quantenresistenter Kryptografie wird entscheidend sein, um den Risiken durch Quantencomputer entgegenzuwirken. Darüber hinaus werden KI-gestützte prädiktive Analysen eine immer wichtigere Rolle bei der schnelleren Identifizierung von Zero-Day-Schwachstellen und Angriffsvektoren spielen und so proaktive Abwehrmaßnahmen ermöglichen, bevor Bedrohungen entstehen. Wichtig ist, dass die Branche nutzerorientierte Sicherheitslösungen priorisiert, die fortschrittliche Schutzmaßnahmen integrieren, ohne die Benutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen. So können Verbraucher als auch Unternehmen effizient robuste Sicherheitsmaßnahmen implementieren.

Schließlich wird Standardisierung eine entscheidende Rolle für die Zukunft der IoT-Sicherheit spielen. Gemeinsame Initiativen wie das Matter-Protokoll setzen einheitliche Maßstäbe für Interoperabilität und Vertrauen und stellen sicher, dass alle IoT-Geräte strenge Sicherheitsstandards erfüllen. Durch die Kombination von Hardware-Neuerungen, dynamischer Zero-Trust-Authentifizierung, quantensicherer Verschlüsselung und KI-gestützter Techniken zur Erkennung von Bedrohungen schafft das IoT-Ökosystem eine sichere und skalierbare Grundlage, die den Bedrohungen von heute und den Fortschritten von morgen standhält.

Auf dem Weg zu einem widerstandsfähigen IoT-Ökosystem

Die jüngsten Fortschritte in der IoT-Sicherheit zeigen deutlich, wie sich die Sicherheitslage verändert hat. Von hardwarebasierten Schutzmaßnahmen wie Secure Vault über die verbindende Kraft des Matter-Protokolls bis hin zu den zukunftsweisenden Versprechungen der Post-Quanten-Verschlüsselung hat die Branche ein robustes Instrumentarium entwickelt, um die Herausforderungen von heute zu bewältigen.

Doch der Weg ist noch lang: Mit dem Wachstum des IoT-Ökosystems und den immer raffinierteren Cyberbedrohungen muss sich auch die Sicherheit weiterentwickeln. Ein mehrschichtiger Ansatz ist für den Aufbau eines widerstandsfähigen IoT-Ökosystems unerlässlich, um die Stärken verschiedener Technologien, Techniken und Standards kombinieren zu können.

Die Botschaft für Hersteller, Entwickler und Nutzer ist klar: IoT-Sicherheit ist nicht optional, sondern grundlegend. Indem Sicherheit in jeder Phase der Entwicklung und Implementierung Priorität eingeräumt wird, kann die IoT-Branche weiterhin innovativ sein und das Vertrauen, die Privatsphäre und die Sicherheit ihrer Nutzer schützen. (mc)

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