Stromversorgung in der Medizintechnik

Wie die 60601-1 einen Entwickler unterstützen kann

< zurück

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Die Ursachen von Leckströmen im Netzteil

Als Ursache für Leckströme bei Netzteilen zählen kapazitive Kopplungen von EMI-Filtern, von der Primär- zur Sekundärwicklung oder auch benachbarte Schaltkreise sowie der Transformator. Innerhalb der IEC/EN 60601-1 sind die Grenzwerte für den Leckstrom klar festgelegt für den Normalbetrieb (0,5 mA) und für den Fehlerfall 1 (1,0 mA); für den Entladestrom über Masse und das Gehäuse (0,1 mA bzw. 0,5 mA). Für Nordamerika legt die UL ES 60601-1 entsprechend 0,3 mA (und nicht 0,5 mA) als maximalen Leckstrom fest.

Diese Zahlen beziehen sich auf alle Klassen medizintechnischer Geräte, vom nicht-indirekten Patientenkontakt bis hin zum direkten Kontakt mit dem Herzen. Während also viele Stromversorgungen den eher allgemeinen IEC/EN 60950-Richtlinien entsprechen und in In-Vitro-Diagnosegeräten (IVD, außerhalb) zum Einsatz und deshalb gar nicht in Berührung mit einem Patienten kommen, treffen auch hier die 60601-1-Leckstromgrenzwerte zu.

Bildergalerie

Hier wird die dritte Fassung schwierig, da sie das Konzept einer formalen Risikobewertung nach ISO 14971 einführt. Der Hersteller soll damit entscheiden, da es seine Verantwortung ist, ob ein Patient mit dem Gerät in Berührung kommt oder nicht. Wird festgestellt, dass ein Kontakt besteht, kann das System die gesamte 60601-1-Qualifizierung erfordern, die in der Regel für Geräte zur Herz-/Kreislaufüberwachung und Blutanalyse, Pumpen, Beatmungsgeräte und Defibrillatoren vorgesehen ist.

Die IEC/EN/ES 60601-1 legt die Beweislast auf den Hersteller um, der eine Risikobewertung vornehmen muss, um ein akzeptables Risikoniveau zu erreichen. Dabei muss sichergestellt sein, dass das verbleibende Risiko hinnehmbar ist, obwohl die ISO 14971 kein Risikomanagement mit beinhaltet, in dem erkennbare Fehler aufgeführt und bewertet werden müssen.

Schutz für Bedienpersonal und/oder Patienten?

Die 60601-1 scheint den Entwicklungsprozess und das Risikomanagement mehr auf das Design selbst zu beziehen. Hier gibt es aber sehr klare Richtlinien, die sogar Schutzmaßnahmen für verschiedene Situationen vorschreiben. Eine Schutzmaßnahme kann ein Schutzleiter sein, der speziell dazu ausgelegt ist, vor einem Stromschlag zu schützen. Das kann ein FI-Schutzschalter sein, ein Isolator, eine Luftlücke, eine definierte Kriechstrecke, also die kürzeste Distanz zwischen zwei leitfähigen Pfaden oder ein leitfähiger Pfad und ein leitfähiges Gehäuse, oder eine hochohmige Isolationsbarriere zwischen Eingang und Ausgang.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:43299365)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung