Open-Source-Lösungen Wie Autohersteller künftig ihre Messdaten verwalten wollen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Software wieder verwenden: Audi, BMW und Daimler haben sich zusammengeschlossen, um mit Hilfe von Open Source das Messdatenmanagement effizienter zu gestalten.

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Big Data: Die Autohersteller wollen ihre Messdaten künftig mit Open-Source-Software verwalten.
Big Data: Die Autohersteller wollen ihre Messdaten künftig mit Open-Source-Software verwalten.
(Hans-Peter Reichartz / pixelio.de)

Open Source in der Messtechnik: Die drei Automobilhersteller Audi, BMW und Daimler haben sich in der openMDM Working Group zusammengetan, die unter dem Dach der Eclipse Foundation Open-Source-Werkzeuge im Messdatenmanagement entwickelt und verbreitet. Als Basis dient der Standard ASAM ODS. Weitere Gründungsmitglieder sind die Softwareunternehmen Gigatronik, science + computing, Canoo Engineering, HighQSoft und Peak Solution.

Damit die Messdaten der unterschiedlichen Prüfsysteme an anderer Stelle oder zu anderen Zeiten stets bedeutungsrichtig interpretiert und verglichen werden können, müssen sie herstellerunabhängig zusammen mit ihren beschreibenden Informationen – den sogenannten Metadaten – dokumentiert werden. Das branchenweit anerkannte Format dazu ist der Standard „Open Data Service (ODS)“ der „Association for Standardisation of Automation and Measuring Systems (ASAM)“, kurz ASAM ODS.

Die Gründungsveranstaltung der openMDM Working Group fand am 11. Juli 2014 bei Audi in Ingolstadt statt. Teilnehmer (v. l. n. r.): Ralph Mueller (Eclipse), Walter Gold (GIGATRONIK), Stefan Holz (GIGATRONIK), Hans-Jörg Kremer (Peak Solution), Ulrich Bleicher (BMW), Rainhard Hallermayer (ehem. BMW), Christoph Haas (science + computing), Hans-Georg Swolana (BMW), Hans Bothe (HighQSoft), Sven Wittig (AUDI), Hans-Dirk Walter (Canoo), Gerwin Mathwig (Daimler) und Christian Krenner (AUDI).
Die Gründungsveranstaltung der openMDM Working Group fand am 11. Juli 2014 bei Audi in Ingolstadt statt. Teilnehmer (v. l. n. r.): Ralph Mueller (Eclipse), Walter Gold (GIGATRONIK), Stefan Holz (GIGATRONIK), Hans-Jörg Kremer (Peak Solution), Ulrich Bleicher (BMW), Rainhard Hallermayer (ehem. BMW), Christoph Haas (science + computing), Hans-Georg Swolana (BMW), Hans Bothe (HighQSoft), Sven Wittig (AUDI), Hans-Dirk Walter (Canoo), Gerwin Mathwig (Daimler) und Christian Krenner (AUDI).
(openMDM Working Group)
Um ASAM-ODS-basierte Lösungen schnell und kostengünstig durch Wiederverwendung von Software, Konfiguration und Administration umsetzen zu können, wurde in den letzten Jahren im Rahmen einer offenen Community aus ungefähr 30 Fahrzeugherstellern, Zulieferern und Dienstleistern in loser Kooperation der Methoden- und Softwarebaukasten openMDM entwickelt. Mit Gründung der openMDM Eclipse Working Group ist ein neuer organisatorischer Rahmen entstanden, in dem die Weiterentwicklung und internationale Verbreitung von openMDM noch intensiver vorangetrieben werden kann.

Ziel der Gruppe ist es, die vielfältigen Anforderungen besser zu kanalisieren und Eclipse-Open-Source-Projekte für die Neu- und Weiterentwicklung sowie Pflege der Softwarekomponenten zu initiieren, die geplant und gemeinsam finanziert werden. Zudem werden Verfahren für die Qualitätssicherung sowie das Konfigurations- und Versionsmanagement der openMDM-Softwarekomponenten bereitgestellt.

Koordiniert wird die Arbeit über verschiedene Gremien. In der eigens erstellten Charter ist festgelegt, dass ein Vertreter aus dem Vorstand des ASAM e.V. im Steering Committee der openMDM Working Group vertreten ist. Insbesondere die sogenannten Driver Member der Working Group betrachten die Entwicklung des Messdatenmanagements als strategische Plattform. Für andere Fahrzeughersteller dürfte die Plattform ebenfalls interessant sein. Allerdings gibt es noch keine konkreten Zusagen.

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